11 typische Camping-Fails, die ihr in eurem nächsten Urlaub vermeiden solltet

© Laura Pluth | Unsplash

Dass ich mich inzwischen als passionierte Camperin bezeichne und mich der Urlaub unter freiem Himmel umgeben von Natur einfach glücklich macht, das habe ich vor Kurzem erst bei den Kolleginnen vom Reisevergnügen kundgetan. Aber aller Anfang ist schwer, wie man so schön sagt. Jeder*m Naturliebhaber*in ist im Zuge seiner*ihrer Campingkarriere mit Sicherheit der ein oder andere Fauxpas unterlaufen, der ihm*ihr im Nachhinein betrachtet eine Menge Stress erspart hätte. Und auch ich und meine Camping-Crew waren früher unbelehrbar, frei nach dem Motto "Kluge Ratschläge? Brauchen wir nicht. Erstmal los und dann einfach machen." Ist im Grunde auch richtig, aber mit ein paar kleinen Hacks, die man im Laufe der Zeit raus hat, wird der Urlaub dann eben doch einfach entspannter. Ich verrate euch hier 11 Camping-Fails, die mir (immer wieder) passiert sind, damit ihr es besser machen könnt. Dann kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

1. Aufbauen können wir später, wir trinken erst mal einen.

Das ist niemals eine gute Idee. Erstens bleibt es meistens nicht bei einem Bier. Und zweitens, habt ihr schon mal zu später Stunde und mit Glimmer ein Zelt aufgebaut? Das kann ganz schön mühsam sein und ziemlich zweitaufwendig werden. Hat jemand die Heringe gesehen? Wo ist der Autoschlüssel? Und wie gehören jetzt diese Stangen zusammen? Regel Nummer 1: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

2. Schlafsack ist gleich Schlafsack.

Das stimmt so nicht. Nach vielen Jahren und vielen Wetterlagen, ist mir inzwischen klar: Ein guter Schlafsack zahlt sich aus. Also lieber einmal in einen hochwertigen Schlafsack investieren, der sich an niedrige und höhere Temperaturen anpasst, anstatt bibbernd in zehn Lagen Klamotten, Wollsocken und Schal einzuschlafen und morgens mit einem Hitzeschock aufzuwachen. Außerdem sollte er nur ein kleines Packmaß haben, damit ihr ihn gut verstauen und eventuell auch mal mit auf Wanderungen nehmen könnt.

3. Das Zelt passt doch perfekt in die Senke da drüben.

Obacht bei Zeltplätzen, die auf den ersten Blick nach dem "perfekten Spot" aussehen. Kuhlen und Senken können euch zum Verhängnis werden, zum Beispiel dann, wenn  das Wetter plötzlich umschwingt und es in Strömen anfängt zu regnen. So eine Dusche am Morgen ist zwar schön, wenn sich die Senke aber in einen See verwandelt und das komplette Zelt samt eurem Hab und Gut irgendwann mit baden gehen, ist der Tag gelaufen. I swear. Trotzdem ist es natürlich immer ratsam, das Zelt im Windschatten einer Düne oder etwas ähnlichem aufzustellen, damit ihr Schutz vor Sturmböhen habt.

4. Lass mal Mucke im Auto anmachen.

So richtig perfekt wird das Urlaubsfeeling erst mit der passenden Musik. Unterschreibe ich sofort. Klar, die Anlage im Auto ist super und man kann sie durchaus mal kurze Zeit aufdrehen, vorausgesetzt ihr stört damit niemanden, aber denkt dran, dass ihr sie auch rechtzeitig wieder ausmacht. Gerade, wenn das Auto ein paar Tage stand, ist unser Wagen am nächsten Tag des Öfteren nicht mehr angesprungen. Tja, klassischer Anfängerfehler. Batterie leer, wieder irgendjemanden mit Überbrückungskabel finden. Nervt. Besser: Eine Musikbox einpacken und vor dem Urlaub Spotify-Playlists herunterladen.

5. Die Zeche prellen.

Auf einem Raodtrip kann es schon mal vorkommen, dass man auf der Durchreise nur für eine Nacht irgendwo seine Zelte aufschlagen will. Oft kommt man dann erst abends spät an, wenn niemand mehr an der Rezeption sitzt, und will morgens früh los – und schon ist es passiert. In der Eile und im Urlaubsblues hat man mal eben aus Versehen die Zeche geprellt. Kommt nicht so cool. Denn immerhin sind viele Campingplätze so nett, dass sie euch auch spät abends noch drauf lassen und einen Vertrauensvorschuss geben, dass ihr am nächsten Tag bezahlt. Checkt also vor Abfahrt nicht nur, ob ihr alles eingepackt und den Müll entsorgt, sondern auch die Standgebühr bezahlt habt.

6. Keine Lust mehr abzuspülen und den Müll wegzubringen. Mache ich morgen.

You better do now. Wir hatten in den letzten Jahren über Nacht immer wieder Besuch von Füchsen, die unsere Mülltüten unbemerkt und sogar aus dem Vorzelt geklaut haben, um sie dann auf dem gesamten Campingplatz oder im Wald zu verteilen. Das ist weder für die Umwelt noch das Tier gut. Essensreste, benutztes Geschirr und Müll entweder sicher im Auto verstauen oder direkt fachgerecht entsorgen, damit die Tiere euch nicht zu nahe kommen. Vor Schlappen und Schuhen, die vorm Zelt lagen, haben die übrigens auch keinen Halt gemacht. Just sayin.

7. Ich kenn' den nicht, also grüße ich auch nicht.

Solltet ihr auf einem ausgewiesenen Stellplatz oder einem Campingplatz eure Zelte aufschlagen, merkt euch eins: immer nett grüßen. Das ist unter Camper*innen quasi ein ungeschriebenes Gesetz. Man kommt miteinander ins Gespräch, tauscht sich aus und hilft sich gerne untereinander. Ich habe schon viele nette Leute bei einem Schnack auf dem Platz kennengelernt, sei es im Vorbeigehen, auf dem Weg zum Klohäuschen oder beim Spülen in der Küche. Grüßt ihr nicht, gehört ihr nicht zum inner circle – und euch hilft im Zweifel auch niemand mit einem Überbrückungskabel aus, wenn die Batterie leer ist.

8. Falls wir mal ausgehen, habe ich was Schickes zum Anziehen eingepackt.

Mein wichtigste Erkenntnis nach jahrelangem Campen: Ich packe immer zu viel ein. Und vor allem zu viel Unnötiges. Die Idee, dass man für jeden Anlass etwas dabei haben sollte, habe ich inzwischen verworfen. Bequeme Basics und Funktionskleidung sind das A und O und im Campingurlaub beurteilt euch nun wahrlich niemand nach eurem Style. Camping heißt auch Minimalismus und ich bemerke immer wieder, wie wenig man eigentlich nur braucht. Zur Not kann man auch unterwegs waschen.

9. Kleingeld wird überschätzt, geht ja alles mit Kreditkarte.

Sollte man denken, ist aber nicht immer so. Wie oft haben wir schon am Bezahlautomaten im Parkhaus, vor der Mautstation im Ausland oder vor einem Tante-Emma-Laden irgendwo in der Pampa gestanden und mussten (mit leeren Händen) wieder fahren, weil eben doch noch nicht überall Kreditkartenzahlung möglich ist. Ein bisschen Kleingeld dabei zu haben, schadet nie und erspart lästige Umwege und die nervige Sucherei nach dem nächsten Geldautomaten.

10. Stirnlampen sind was für Nerds.

Dachte ich auch immer. Aber wenn man nachts im Dunkeln zum Pinkeln gehen will, ohne über Zeltleinen zu stolpern, ist eine Stirnlampe dein bester Freund und Helfer. Übrigens auch, wenn ihr spät abends irgendwo ankommt und noch aufbauen müsst oder eine Nachtwanderung im Wald oder am Strand plant, könnt ihr die Dinger mitnehmen. Meine Entdeckung des vergangenen Jahres und überhaupt nicht nerdig, sondern absolut praktisch.

11. Es regnet. Komm, wir packen schnell das Zelt ein.

Meistens der erste Reflex, wenn es regnet und ihr gerade ohnehin in Aufbruchstimmung seid. Solltet ihr das Zelt abends am nächsten Ort wieder aufstellen, kein Problem, dann kann es trocknen. Falls ihr eine längere Reise antretet, seht zu, dass ihr das Zelt trocken einpackt. Es mieft und riecht nämlich ziemlich schnell, wenn es längere Zeit nass in der Hülle lagert. Wieder zu Hause wird es oft vergessen, in den Keller verfrachtet und schimmelt da bis zum nächsten Urlaub vor sich hin. Alles schon vorgekommen. Also immer einen Blick auf die Wettervorhersage oder in den Himmel werfen, bevor ihr abbaut und zusammenpackt.

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