11 Tipps für einen intensiveren Orgasmus

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Weil wir uns diesen Monat mit allerhand erotischen und sexy Themen beschäftigen wollen, darf natürlich eine Sache nicht fehlen: der Orgasmus. Der sexuelle Höhepunkt gilt für die allermeisten Menschen als die Vollendung jedes sexuellen Akts. Daran ist so weit auch erst einmal nichts falsch, denn ein Orgasmus gehört zweifellos zu den schönsten Dingen der Welt. Viele Menschen kommen jedoch nicht jedes Mal, manche sogar gar nicht zum sexuellen Höhepunkt – und das kann wirklich ganz verschiedene Gründe haben. Das heißt aber nicht, dass Sex ohne Orgasmus nicht mindestens genauso schön sein kann (!).

Die Gründe für das Ausbleiben eines Orgasmus' können natürlich so vielseitig wie wir Menschen sein. Fest steht aber, dass insbesondere die weibliche Sexualität viel zu lange weder im Zentrum des Schlafzimmers noch der Forschung stand. Doch seit einigen Jahren tut sich was, es wird öffentlich und hoffentlich auch privat viel mehr über weibliche Lust gesprochen. Endlich fällt der Groschen, dass der weibliche Körper eben anders funktioniert als der männliche und deshalb auch anders stimuliert werden muss. Sorry, aber Penetration reicht da leider nicht immer aus. Hier kommen deshalb 11 Tipps, die dir als Frau oder auch euch als Paar dabei helfen können, einen intensiveren Orgasmus zu bekommen. Alle Empfehlungen sind natürlich – wie immer – ohne Gewähr.

1. Stress ist ein Orgasmuskiller. Übt euch in Gelassenheit

Stress blockiert. Das gilt nicht nur im Bett, sondern für so ziemlich alle Lebensbereiche. Aber gerade beim Sex ist Stress jeglicher Art oder ein zu großer Erwartungsdruck der größte Lustkiller. Spannung, Lust und Orgasmen lassen sich niemals erzwingen. Wenn du und dein*e Partner*in gemeinsam zum Höhepunkt kommen wollt, ist die beste Voraussetzung dafür Gelassenheit. Um die zu erlangen, muss man manchmal ein bisschen üben, sich besser kennenlernen und Vertrauen aufbauen. Geht es entspannt an, macht euch möglichst wenig Druck, sondern betrachtet jede sexuelle Begegnung, jede Berührung und jedes Ausprobieren als Weg zum Ziel. Klar, manchmal ist das leichter gesagt als getan – aber es lohnt sich.

2. Es braucht Hingabe und Leidenschaft

Um sexuelle Erfüllung zu erleben, braucht es vor allem auch die Bereitschaft aller Beteiligten, sich dem Akt mit Hingabe zu widmen. Das bedeutet meines Erachtens vor allem, dass der*die Partner*in nicht nur körperlich, sondern geistig und emotional anwesend ist. Ganz im Hier und Jetzt zu sein, alles andere mal für einen Moment auszublenden und sich nur aufeinander zu konzentrieren, funktioniert nur, wenn man es auch zulässt. Ohne sich jemandem hinzugeben, ist es wahrscheinlich recht kompliziert, echte Leidenschaft zu entfachen. Orgasmen und Leidenschaft gehören für mich und tatsächlich auch die meisten meiner Freund*innen (kleine Feldstudie betrieben) zusammen.

3. Trainiert euren Beckenboden, das wirkt Wunder

Wer sich in Gelassenheit übt und versucht, hat schon viel gewonnen. Ein paar kleine Dinge, die auf lange Sicht dabei helfen können, den Höhepunkt zu erreichen, können wir als Frau* aber auch allein in die Hand nehmen. Zum Beispiel raten viele Sexpert*innen dazu, den Beckenboden zu trainieren. Das soll, wenn man es regelmäßig und richtig macht, nämlich zu intensiveren Orgasmen führen. Das Tolle: Du trägst durch gezielte Muskelkontraktionen zu einer besseren Durchblutung des ganzen Beckens und damit auch sehr empfindsamen Regionen in diesem Bereich  bei. Den verantwortlichen PC-Muskel (auch besser bekannt als der Schambein-Steißbein-Muskel) könnt ihr gezielter trainieren, wenn ihr euch ganz genau bewusst macht, wo er im Becken sitzt. Am besten funktioniert es mit dieser Probe: Hustet oder niest einmal kräftig! Dabei spannt ihr einen ganz bestimmten Muskel an, richtig? Da genau dieser auch die weiblichen Geschlechtsorgane umgibt, kann er euch auf dem Weg zum Höhepunkt sehr nützlich sein. Legt am besten sofort los mit dem Training. Zum Beispiel mit der Übung Powerbecken, bei der du deinen Beckenboden anspannst und nach oben drückst. Dabei bilden dein Oberkörper und deine Schenkel eine Linie. Etwa zehn Sekunden in dieser Position ausharren und dann wieder ablegen. Das Ganze mehrere Male wiederholen.

4. Schenkt eurer Klitoris mehr Aufmerksamkeit, sie ist extra für euer Vergnügen da

Guess what: Frauen* können nicht nur vaginal oder anal zum Höhepunkt kommen. Tatsächlich haben viele Frauen sogar nur einen Orgasmus, wenn sie (auch) klitoral stimuliert werden. Ehrlich wahr. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euch alle mal ganz genau anschaut, was es mit dieser wunderbaren Klitoris eigentlich auf sich hat. Sie ist das wichtigste Lustorgan der Frau und bei manchen auch nur unter dem Namen Kitzler geläufig. Dabei ist dieser sozusagen nur die Spitze des Eisbergs, denn die Klitoris ist ein mehr als 10 Zentimeter langes Geschlechtsorgan, das sich größtenteils unter dem Gewebe befindet und wahnsinnig viele Nervenenden besitzt. Die Klitoris ist eigentlich nur für unser Vergnügen da, und wenn ihr es richtig anstellt, werdet ihr durch die richtige Stimulation eben dieser einen wahnsinnig intensiven Orgasmus haben. Kleiner Tipp: Besorgt euch unbedingt einen Satisfyer, mit dem ihr eure Klitoris mittels Druckwellen erregt. Ich hatte ja keine Ahnung...

5. Ein Vorspiel bringt euch in Stimmung und zu besseren Orgasmen

Rein, raus, zack, Orgasmus? Nee, so funktioniert das leider nicht. Es sei denn, da hat sich ziemlich viel, ähm pure Geilheit, angestaut oder beide haben einfach irrsinnige Lust auf eine schnelle Nummer. Kann ja auch mal passieren. Auch wenn das klassische Vorspiel gern in die Kategorie "romantischer Blümchensex" gepackt wird, hat es eine absolute Berechtigung und vor allem auch eine wichtige Funktion, wenn es um den Orgasmus geht. Erotische Spannung baut sich nämlich in der Regel langsam und sukzessive auf. Je mehr ihr euch entspannen könnt, den Höhepunkt immer wieder hinauszögert und zwischendurch kreativ werdet, desto intensiver wird am Ende der oder sogar die Orgasmen für beide.

6. Habt keine Berührungsängste, masturbiert häufiger

Auch wenn wir das Jahr 2019 schreiben und unsere Gesellschaft nach der sexuellen Revolution in den letzten Jahrzehnten viele Sprünge nach vorne hin zu mehr Offenheit mit dem Thema Sexualität gemacht hat, so ist das Thema Masturbation zumindest bei Frauen immer noch mit Berührungsängsten (höhö) verbunden. Was für viele Männer als "normal" gilt, ist für einige Frauen immer noch neues Terrain. Woran das liegt, ist noch einmal eine ganz andere Geschichte. Aber Girls: Es ist total schön, super spannend und wichtig, dass wir unseren eigenen Körper durch Selbstbefriedigung kennenlernen. Nur so erfahren wir, was uns richtig heiß macht, was uns zum Zittern und Ausrasten bringt. Und nur so können wir lernen, unserer*m potentiellen Sexualpartner*in zu zeigen und zu kommunizieren, was er oder sie tun soll. Je mehr ihr masturbiert, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr immer bessere und intensivere Orgasmen habt. Also, macht euch einen erotischen Film an und fasst euch so an, wie es euch gefällt.

7. Selbstbewusstsein und Liebe zum eigenen Körper

Klar, nicht alle sind mit einer ordentlichen Portion Selbstliebe und Akzeptanz des eigenen Körpers auf die Welt gekommen. Aber wisst ihr was? Auch das kann man lernen. Wer sich selbst liebt und sich in seinem Körper wohl fühlt, wird es auch leichter haben, sich voll und ganz hinzugeben und alle Hemmungen fallen zu lassen. Wenn ihr ein bisschen schüchtern seid, lieber Sex im Dunkeln oder unter der Decke habt, dann ist das erstmal völlig okay. Aber die Frage ist doch, warum ihr euch nicht frei fühlen könnt? Wenn ihr an eurem Selbstwert arbeitet, werdet ihr merken, welche Last von euch fällt. Sich ständig darüber Gedanken zu machen, wie man in dieser oder jener Position aussieht oder sich gar zu verstecken, ist nämlich auf Dauer ganz schön anstrengend. Wenn euer Partner oder eure Partnerin euch nicht attraktiv oder anziehend finden würde, wäret ihr nicht zusammen im Bett gelandet. Think about it!

8. Liebeskugeln helfen bei der Vorbereitung

Es folgt ein praktischer Tipp: Ich habe etwas weiter oben ja schon davon gesprochen, dass ein trainierter Beckenboden dabei helfen kann, intensivere Orgasmen zu erleben. Eine Möglichkeit, um den dort angesiedelten (zugegeben etwas unsexy klingenden) PC-Muskel zu trainieren, sind Liebeskugeln. Streng genommen sind Liebeskugeln oder Yoni-Eier, nämlich gar keine Sextoys wie Vibratoren etc., sondern unterstützen euch langfristig dabei, Muskeln aufzubauen, die beim Sex beansprucht werden und maßgeblich zum Höhepunkt beitragen. Wer Liebeskugeln ausprobieren will, sollte sie am besten über mehrere Wochen lang täglich nutzen, damit sie ihren gewünschten Effekt erzielen. Aber Vorsicht: Lasst euch in einem seriösen Geschäft von einer Person beraten, die Ahnung davon hat. Ihr braucht die richtige Größe, das richtige Gewicht und solltet euch mindestens einmal fachmännisch erklären lassen, wie ihr sie verwendet. Damit ist nicht zu spaßen. Macht ihr alles richtig, können Liebeskugeln einen wahnsinnig tollen Beitrag zu eurem Sexualleben leisten und vielleicht auch ganz bald für bessere Höhepunkte sorgen.

9. Classy: Macht euch auf die Suche zum G-Punkt

Was den genauen Ort und die beste Art der Stimulation des sogenannten G-Punktes angeht, sind sich die Expert*innen bis heute nicht 100%ig einig. Ein wahres Mysterium quasi. Fest steht wohl aber, dass die G-Zone eine wesentliche Rolle bei der sexuellen Stimulation und auch beim Orgasmus spielt, da in ihm unendlich viele Nervenenden kulminieren und diese Stelle somit besonders sensibel ist. Laut Wissenschaft und eingehender persönlicher Überprüfung, liegt der G-Punkt irgendwo an der Vorderwand der Vagina. Wir können ihn selbst ertasten, weil er sich etwas rau anfühlt. Da jeder Frauen*körper einzigartig ist, kann der Spot auch bei jeder Frau* in einem anderen Winkel, am Anfang oder im Inneren der Scheide liegen. Checkt das zusammen aus und findet heraus, wie ihr den G-Punkt am besten gemeinsam stimulieren könnt.

10. Die richtige Stellung finden

Es gibt nicht DIE Sexstellung, mit der jede*r am besten und schnellsten unter Garantie zum Höhepunkt gelangt. In welcher Position ihr euch am wohlsten fühlt und eurer*m Partner*in am nächsten kommt, ist ganz individuell und unterschiedlich. Während die einen die klassische Missionarsstellung bevorzugen, lieben andere die Reiterstellung oder können im Doggy Style intensiver fühlen. Jede Position bringt ihre Vor- und Nachteile mit sich und es liegt an euch als Paar, eine zu finden, die zu euch beiden passt. Probiert und wechselt solange hin und her, bis ihr die richtige Stellung raus habt und bemerkt, dass sie euch zum Höhepunkt bringen wird. Natürlich sind auch allerlei Hilfsmittel (zum Beispiel ein Kissen unter dem Po, ein Vibrator, whatever...) erlaubt!

11. Mit der oder dem richtigen Partner*in schlafen

Alles, was ich euch bis hierhin erzählt habe, hilft nichts, wenn ihr euch mit eurem oder euren Sexpartner*innen nicht wohl fühlt. Es muss zwar nicht immer die große Liebe sein, um guten Sex zu haben, aber wenn ihr euch nicht zueinander hingezogen fühlt, es überhaupt nicht prickelt oder sonst irgendeine erotische Spannung zwischen euch ist, kann das mit dem intensiven Orgasmus ein anstrengendes Projekt werden. Sex sollte keine Performance sein und Orgasmen kann man schon gar nicht erzwingen. Und sie sind – wie ich eingangs erwähnte – gar nicht immer das Nonplusultra. Ich glaube aber, wenn man mit der richtigen Person schläft, sei es der oder die feste Partner*in, eine Affäre oder ein One-Night-Stand, dann klappt es auch mit dem Orgasmus. Und bis es soweit ist, könnt ihr üben, üben, üben – allein oder zusammen.

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