21 ziemlich gute Tipps für den Frühling 2019

Sobald die ersten Sonnenstrahlen unser winterlich-weißes Gesicht kitzeln, wir auf dem Fahrradweg nicht mehr die einzigen sind und Berlin statt grau plötzlich wieder grün wird, ist es soweit: der Frühling, die vielleicht schönste Jahreszeit überhaupt, hat begonnen. Also schält euch aus eurem Airbag-Daunenjackenkokon und genießt die Zeit.

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© Daliah Hoffmann Brunchen und lunchen im Selig.Berlin

Am oder genauer gesagt auf dem Herrfurthplatz, direkt neben der Kirche, hat im Mai 2017 das Selig neueröffnet. Bei Kirchencafés denke ich an dunkle und weniger gemütliche Läden. Das neue Selig ist genau das Gegenteil: hell, offen, modern und kulinarisch kreativ. Wer hätte gedacht, mitten in Neukölln in einer Kirche ein Urban-Jungle zu finden? Das Selig versteht sich als Brunch- und Lunchcafé, dementsprechend ist auch die Karte gestaltet. Pastrami und Club Sandwich, Pancakes und Frühstücksbowls, Porridge und Käseplatten. Am Wochenende ist es hier besonders voll.

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Chris M Forsyth, Richard-Wagner-Platz, 2016, Berlinische Galerie © Chris M Forsyth Underground Architecture in der Berlinischen Galerie

Wenn ihr demnächst die U7 Richtung Westen nehmt, empfiehlt es sich dringend, mal den Blick vom Handy abzuwenden. Im Untergrund nämlich könnt ihr denkmalgeschützte Bahnhöfe aus der Nachkriegszeit bestaunen, beispielsweise die Station Spandau oder den Fehrbelliner Platz. Besonders herausragende Beispiele fasst die Ausstellung "Underground Architecture. Berliner U-Bahnhöfe 1953–1994“ zusammen. Sachlich-schlichte Eleganz, knallig bunter Pop und historisierende Kathedralarchitektur mit Hintergrundinformationen unter einem Dach.

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© Daliah Hoffmann Schwedische Pancakes, Zimtschnecken und Frühstück im Okay Café

Das Okay Café ist sehr viel mehr als nur okay, es ist toll! In dem Café unweit des Maybachufers gibt es schwedische Leckereien wie Zimtschnecken, Plättar (schwedische Pancakes), hausgemachte Kuchen und Frühstücksgerichte wie Grilled Cheese, Omelette, Granola Bowl und French Toast. Angefangen hat alle mit hausgemachten Semla, die die Inhaberin und Küchenchefin Makki auf Street Food Märkten verkauft hat. Die Semla, Kardamombrötchen mit Sahne, gibt's hier immer noch zur Fastenzeit.

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© Kulturhafen Mit Blick über den Kulturhafen schlafen

Früher wurden hier Schiffe be- und entladen, heute könnt ihr an der Mittleren Oder über dem Wasser entspannen. Im ehemaligen Verladeturm befindet sich in den obersten vier Etagen eine wunderschöne Ferienwohnung für bis zu vier Personen mit offenem Kamin, Loftküche und Oder-Balkon, in den unteren drei Etagen hat es sich das Turmcafé gemütlich gemacht, in dem ihr euch mit Kaffee und Kuchen, aber auch traditionellem deftigen Essen wie Käsespätzle und Maultauschen verwöhnen könnt. Die frühere Förderbrücke ist heute eine öffentliche Aussichtsplattform und liefert euch einen wunderschönen Blick über das Land.

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© Daliah Hoffmann Levantinische Küche und orientalisches Brasserie-Ambiente im Simsim

Das Simsim bringt palästinensische, syrische und libanesische Küche in den Prenzlauer Berg. In dem gemütlich eingerichteten Restaurant fühlt man sich wie im Orient, dafür sorgen die gemusterten Bodenfliesen, die Wände mit schwarz-weißen Fotografien, bemalten Tellern und Vintage-Silbertabletts sowie die vielen Pflanzen und das Kerzenlicht. Gastfreundlichkeit und authentische Küche werden hier ganz groß geschrieben. Auf dem Menü stehen kleine und große Gerichte, die am besten schmecken, wenn man sie mit den Tischnachbarn teilt. Salate und hausgemachter Hummus, Hühnchenspieße und Lammkoteletts, Kibbeh und Moussaka, Pita und Okra – egal ob vegan, vegetarisch oder "Allesesser" – hier werden alle satt. Wer gutes arabisches Essen mag, wird das Simsim lieben.

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© Flodd Hausboot in der Rummelsburger Bucht mieten

Wer ein wenig Idylle fernab der Großstadt genießen und mal Urlaub in Berlin machen will, der sollte sich ein Hausboot in der Rummelsburger Bucht mieten. Die Boote von Flodd hätte man am liebsten das ganze Jahr über für sich selbst, denn hier kann man mit Blick auf die Rummelsburger Bucht und den Fernsehturm im Winter am Kamin sitzen, im Sommer die Füße ins Wasser halten oder einfach nur ganz entspannt in den Himmel starren. Bonus: Das Sysiphos liegt direkt auf der anderen Straßenseite.

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© Matze Hielscher Eine Seenrundfahrt mit dem Rad machen

Von vorn herein sportlich wird die Anreise ab Berlin mit dem Rad, die entspannt innerhalb eines Tages gemeistert werden kann. Zügiger und bequemer reist es sich von Berlin nach Rheinsberg mit der Bahn an. Unzählige Radtouren können von dort in die Umgebung gestartet werden, zum Beispiel eine Seentour durch das Ruppiner Land mit Start und Ziel im Schlosspark Rheinsberg.

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© Insa Grüning Die Hufeisensiedlung Britz von Bruno Taut angucken

Die Großsiedlung im Ortsteil Britz wurde nach ihrer zentralen Baugruppe benannt, die zwischen 1925 und 1933 in Hufeisenform angelegt wurde. Die Pläne stammen von Bruno Taut, der als wichtiger Vertreter des sogenannten Neuen Bauens gilt und seine Bauten stets nach der Devise "Große Architektur für kleine Leute" entwarf. Die Hufeisensiedlung in Britz mit seinen über 100 Wohnungen, die alle nach dem gleichen Grundriss funktionieren, gilt als programmatisches Bauprojekt, weil es als Antwort auf die damals akute Wohnungsnot in Berlin verstanden werden wollte. Stilistisch ist die Wohnsiedlung eher funktional und zurückhaltend gestaltet, wer sich aber genauer mit der Architektur dieser Zeit beschäftigt und ein Auge fürs Detail hat, wird der Schönheit dieses Baustils schnell verfallen. In der Mitte des Hufeisens ist übrigens ein See angelegt und jedes Einfamilienhaus hat zudem Zutritt zu einem Garten.

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© Deutsche Spirituosen Manufaktur In einem exklusiven Workshop den eigenen Gin destillieren

Der gemeine Berliner trinkt schon lange nicht mehr von der Stange. Statt auf Massenware setzen die meisten inzwischen nämlich auf hochwertige Spirituosen von Berliner Manufakturen. Egal ob Gin, Wodka oder Likör, am besten schmeckt er, wenn er mit Liebe gemacht ist. Diesem Motto folgen auch die durstigen Köpfe hinter der Deutschen Spirituosen Manufaktur, wo ihr nicht nur exklusive Spirituosen kaufen, sondern in Workshops sogar selbst herstellen könnt. Das Ergebnis dürft ihr anschließend natürlich mit nach Hause nehmen.

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© Margit Sorg Mit einem Helikopter über die schönste Stadt der Welt fliegen

Wir bekommen ja schon immer ganz weiche Knie, wenn wir mit dem Flugzeug aus dem Urlaub über Berlin fliegen, da sitzen aber noch knapp zweihundert andere mit an Bord. Wenn ihr dieses einmalige Gefühl ganz für euch haben und das Tempelhofer Feld oder die
Oberbaumbrücke einmal von ganz oben sehen wollt, könnt ihr das jetzt bei einem Helikopter-Rundflug mit Air Service Berlin haben. Der 15-minütige Flug kostet 99 Euro, los geht’s am Flughafen Schönefeld, und das ziemlich sicher auch ausnahmsweise ohne Verspätung.

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© Wiebke Jann Ausgewählte Vintage-Mode bei Vintage Revivals shoppen

Vintage Revivals muss man allein schon wegen seiner großartigen Fotos auf Instagram lieben. Das Wort "Vintage" wird hier ernst genommen und so glaubt man beim Blick auf den Instagram-Kanal, in den 70ern oder 80ern gelandet zu sein. Wie schön, dass man die Mode auf den Bildern direkt im Store auf der Schönhauser Allee kaufen kann. Und das wollen wir tatsächlich bei jedem neuen Bild.

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© Lamm Bar Gepflegte Trinkkultur und außergewöhnliche Snacks in der Lamm Bar

In der schicken Lamm Bar in Prenzlauer Berg heißen die Drinks Lämmer und Lämmchen, je nach Größe, und tragen Namen wie Jurke, Taco Tuesday oder Snax. Zu futtern gibt es kein klassisches Barfood, sondern "Bayshi", bayrisches Sushi – mit oder ohne Fleisch. Die Wände sind unverputzt, die Sitzbänke und Hocker mit grünem Samt bezogen, an den Wänden hängen Pflanzen und die Bar ist aus Zement. Super schön, gemütlich und lecker.

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© Spreewood Distillers Whisky und leckere Liköre bei Spreewood im Hofgarten genießen

Whisky made in Germany: In der Spreewood Distillerie, die ihre Zelte im Spreewald aufgeschlagen hat, könnt ihr nicht nur leckeren Whisky kaufen, sondern euch auch bei einem Tasting oder einer Führung tiefer in die Geheimnisse des flüssigen Golds einführen lassen. Das Gelände ist vor allem wenn es etwas wärmer ist super, um einen ganzen Tag dort zu verbringen, denn im Café könnt ihr leckeren Fairtrade-Kaffee schlürfen und im Hofgarten mit frisch Gegrilltem den kleinen Hunger stillen. Neben Whisky könnt ihr hier aber auch verschiedene Liköre – unser Favorit ist Omas Apfelkuchen – oder den leckeren Gurkengeist, der mit 40 Prozent zwar ganz schön reinhaut, aber immerhin aus echten Spreewaldgurken hergestellt wurde, probieren.

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© Pixabay Den eigenen Spargel im Spargelhof Elsholz stechen

Wir lieben Spargel – und können es jedes Jahr kaum abwarten, bis endlich die ersten weißen Stangen in unseren Kochtöpfen und anschließend in unseren Bäuchen landen. Dass der beste Spargel der Umgebung aus Beelitz kommt, brauchen wir ja niemandem erzählen. Wer aber nicht nur bei dem süßen Spargelstand an der U-Bahnstation den Beelitzer Spargel kaufen, sondern am liebsten auch selbst stechen möchte, der kann das im Spargelhof Elsholz tun. Ihr müsst euch auf der Website einfach vorher kurz anmelden und dann kann's auch schon losgehen. Spoiler: Es ist verdammt anstrengend und ihr werdet euer Essen auf jeden Fall noch mehr zu schätzen wissen. Wer trotzdem faul ist, kann natürlich den Spargel auch im angrenzenden Hofladen kaufen.

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© Ipse Unter dem Kronleuchter in der IPSE tanzen

Die IPSE liegt versteckt hinter einer Tankstelle, aber direkt am Wasser. Am Wochenende gibt es im Sommer ständig Open Airs und falls es mal regnen sollte, kann man indoor tanzen. Doch am schönsten ist es immer noch, unter dem bunten Kronleuchter mit Blick auf das Wasser zu feiern und morgens den Sonnenaufgang zu sehen. Kitschfaktor 100.

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© Annie Spratt Imkern im Bienengarten Berlin

Wie man das Jahr über richtig imkert, zeigen in Berlin unter anderem die Bienenfreunde. Für einen einmaligen Betrag können von April bis September verschiedene Kurse besucht werden, die das praktische Arbeiten, aber auch Theoretisches rund um Bienenzucht und -haltung, Bienenkrankheiten und Biologie von Bienen lehren.

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© Pexels Im Wildpark Johannismühle Tiere gucken

Wem der Tierpark und der Zoo zu überlaufen sind, der sollte sich ein bisschen weg von Berlin und in Richtung Brandenburg orientieren. Im Wildpark Johannismühle zum Beispiel könnt ihr Braunbären, Luchse und Großkatzen, Wildpferde, verschiedene Wildarten und Polarfüchse bestaunen. Auf Nachfrage könnt ihr euch auch einer Führung anschließen und wer's wirklich wissen will, der kann sich sogar anmelden und für einen Tag hinter die Kulissen schauen und Tierpfleger spielen.

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© Charlott Tornow Mit dem Boot in den Sonnenaufgang schippern

Wir alle kennen die riesigen Boote, die auf dem Landwehrkanal und entlang der Museumsinsel vollbeladen mit Touristen entlang schippern. Und wir alle denken uns wohl jedes Mal, dass wir so eine Bootstour nie machen würden. Insgeheim würden wir ja aber alle gerne mal Berlin vom Wasser aus durchstreifen, nur eben ohne Touri-Boot. Genau das kann man jetzt bei Berlin Liquide, denn hier mietet man gleich das ganze Boot samt Skipper und kann so private, kleine Touren mit bis zu 15 Personen fahren. Man kann zwischen verschiedenen Touren wählen, ein besonderes Highlight ist die Early-Bird-Tour, bei der man Berlin in den frühen Morgenstunden erkundet, wenn alles noch schläft – oder tanzt.

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© Kerstin Musl Romantischer Spaziergang am Schlachtensee mit Einkehr in der Fischerhütte

Wer Fan ist von langen Spaziergängen und den Stadttrubel hinter sich lassen will, der ist am Schlachtensee genau richtig. 5,5 Kilometer Uferweg sorgen für viel Ruhe und Raum für tolle Gespräche. Händchenhaltend kann man hier ungestört rumlaufen und wem anschließend der Magen knurrt, für den gibt es in der Fischerhütte klassische Kost. Wer nach dem Essen noch Lust auf eine Verlängerung des Dates hat, dem ist die Einkehr nebenan in die Weinhandlung sehr zu empfehlen. 

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© Milena Zwerenz Maritime Kulinarik in der Hafenküche und tolle Picknickkörbe zum Mitnehmen

Es braucht kein Meer, um in Berlin ein bisschen Nordseefeeling aufkommen zu lassen. Im Restaurant und Biergarten Hafenküche in Rummelsburg sitzt ihr wunderbar am Wasser und müsst dafür nicht mal weit weg fahren. Auf der Speisekarte steht auch nicht nur Fisch. Mit der Spree vor der Nase könnt ihr hier einen wunderbaren Nachmittag verbringen. Und wenn ihr den dann doch lieber in trauter Zweisamkeit verleben wollt, könnt ihr euch die Leckereien auch in Form eines Picknickkorbs einfach aus dem Restaurant mitnehmen. Von Couscous- und Eiersalat über Currywurst bist hin zu Avocado, ofenfrischem Brot, Danish Pastry und Applecrumble bleibt hier kein Wunsch unerfüllt.

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© KGA Gartenkunde in der Königlichen Gartenakademie

Es braucht nicht unbedingt einen Schrebergarten, viele Kräuter- und Gemüsesorten lassen sich auch ganz problemlos auf dem Balkon anpflanzen. Nützliche Tipps dazu gibt es von den Gartenexperten der Königlichen Gartenakademie. Im Grundkurs bekommt ihr einen grünen Daumen oder bindet euren eigenen Türkranz für die Herbstzeit. Allein die Schönheit der mühevoll angelegten Gärten ist die Reise nach Dahlem wert.

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