11 Berliner Orte, die ein Upgrade vertragen könnten

Berlin ist groß und bunt und hat so viel zu bieten. Allerdings muss man auch feststellen, dass manche Orte, ja sogar international bekannte Wahrzeichen, sich eher in schillerndsten Grautönen präsentieren und somit für Berliner*innen keine Aufenthaltsqualität bieten. Was sollen wir bitteschön am Alex und wann kommt irgendein*e Bezirksbürgermeister*in mal auf die Idee, dass ein belebtes Weigandufer nicht nur Erholung für die Einwohner*innen bietet, sondern auch das ganze Graugedöns auffrischt? Naja, genug beschwert: Wir haben mal 11 Orte für euch herausgesucht, an denen einfach mehr gehen könnte....

1. Der Alexanderplatz

© Annik Walter

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen: Kein Mensch hat eine Ahnung, weshalb der Alexanderplatz als eines der Wahrzeichen unserer Stadt gilt. Er besticht 365 Tage im Jahr durch seine Vielzahl an Grautönen, seine "Fußgängerzone" hat einen Flanierfaktor im Minusbereich.

Besonders hervorzuheben sind die zahlreichen Events, die hier alljährlich stattfinden: Oster- und Oktoberfest, der schreckliche Weihnachtsmarkt oder irgendein noch wahlloseres Event wie eine Präsentation der sicherlich bezaubernden Steiermark tragen ihr übriges zur Bedeutungslosigkeit dieses Ortes bei. Daran wird auch ein neues Hochhaus und anderes Gedöns wenig ändern...

2. Der Bahnhof Yorckstraße

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Dass sich die U-Bahn in Hand der BVG befindet und die S-Bahn wiederum von der Deutschen Bahn betrieben wird, ist ja allgemein bekannt. Trotzdem sind sie natürlich abhängig voneinander und kreuzen sich an vielen Stellen der Stadt – so auch an den Yorckbrücken. Was beide Betriebe hier vereint, ist allerdings nicht nur der Ort, sondern auch die Schäbigkeit des Ganzen:

Der U-Bahnhof Yorckstaße fault seit Jahren vor sich hin und wirkt wie ein im Stich gelassener, illegaler Rohbau einer in die Insolvenz geschlitterten Baufirma, ein Ende des Schreckens ist nicht in Sicht. Ähnliches gilt auch für die oberirdischen Schwesternstationen, die beide einen äußerst abgeranzten Eindruck machen. Hoffnung ist keine in Sicht – oder wie die Kolleg*innen des Tagesspiegels so trefflich formulierten: Pompeji an der Yorckstraße!

3. Das Weigandufer

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Dass der Landwehrkanal westlich der Zossener Brücke kaum nutzbar ist, ist klar: Bis zum Tiergarten ziehen sich unter wechselnden Namen große Verkehrstraßen am Wasser entlang. So richtig flanieren lässt es sich deshalb erst ab der Baerwaldbrücke, von der wir in kurzer Zeit richtig entspannt bis zum Länderdreieck Treptow-Neukölln-Kreuzberg flanieren können.

Ab dem Weichselplatz beginnt am Weigandufer dann allerdings das Elend: Obwohl es sich hier quasi anbieten würde, Freiräume für die Bevölkerung zu schaffen, sind diese bis auf einen Weg nicht existent. Stattdessen blicken wir auf eine karge, graubraune Uferlandschaft. Dass hier wenig los ist, macht sich natürlich auch beim Gastroangebot bemerkbar: Das tolle Nah am Wasser ist fast das einzige kulinarische Highlight, was euch hier erwartet.

4. Pank- Ecke Badstraße

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Sinnbildlich für völlig betonierte Kreuzungen ohne Flair, dafür "schön grau" und vermüllt, bietet sich ein Besuch der Ecke Pank-/Badstraße auf jeden Fall an. Tritt man dort aus der U-Bahn, kann man sich kaum entscheiden, welche Richtung man einschlagen soll – es sieht überall gleich aus: Ähnliche Läden mit ähnlich unbrauchbaren, billigen Waren, vor denen die nahezu gleichen Menschen stehen, reihen sich aneinander.

Wenige Meter davon entfernt verwandelt sich passenderweise auch die namensgebende Panke in ein unansehnliches Moloch und auch der Park am Brunnenplatz ist jetzt kein unmittelbares Naherholungsgebiet. Doch es gibt auch Licht am Dunkel des Horizonts. Nur in welcher Richtung, wissen wir leider nicht.

5. Das ICC

© Marina Beuere

"Arche Noah", "Panzerkreuzer Charlottenburg" oder einfach nur "das graue große Dingsbums": Das ICC an der Messe trägt viele Namen und hat sich das auch verdient: Einen größeren Brutalismusbau wird Berlin nie haben. Versprochen!

Selbst unsere gut gemeinten Vorschläge, was aus der Messe ICC werden könnte, blieben (unverständlicherweise!) unbeachtet. Stattdessen passiert nix. Obwohl, ganz stimmt das nicht: Im Oktober vergangenen Jahres war der Panzerkreuzer Schauplatz einer tollen Ausstellung, die die entstaubten Räumlichkeiten zu neuem Leben erweckt hat. Eine potentielle Dauerlösung, die auf ihre Art einmalig wäre!

6. Die Dauerstausituation Mehringdamm

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Zahlreiche Einkaufs- wie Futtermöglichkeiten, der tolle Viktoriapark direkt um die Ecke und auch das Tempelhofer Feld ist nicht weit: Trotz des vielen Verkehrs hat der Mehringdamm seinen Flair, keine Frage – allerdings auch nur, wenn man ohne Auto unterwegs ist.

Besonders die Weiterführung des Tempelhofer Damms, der Zubringer zur Stadtautobahn, der direkt am Feld vorbei führt, entwickelt sich gerne zum Geduldsspiel, bei dem sich eine niemals enden wollende Blechkolonne gen Süden schiebt. Toppt man das Ganze dann noch mit einem Auffahrunfall, verbringt man hier sein halbes Leben. Lösungsvorschläge gibts keine...wie auch, bei dem fehlenden Platz für Veränderung.

7. Der Bierpinsel

© Insa Grüning

Eines der unbestritten außergewöhnlichsten Bauwerke Berlins, ach was, der Welt, ist mit Sicherheit der Bierpinsel in Steglitz. In seiner rund 45-jährigen Geschichte haben so viele Konzepte (neben gastronomischen Angeboten gab es hier sogar mal eine Disko) hier nicht gegriffen, dass er als Pleitepinsel gilt...ob sich daran bald was ändern wird?

Naja, zumindest wird es versucht: Der Bierpinsel ist seit vergangenem Jahr in neuem Besitz und soll in den kommenden Jahren umgebaut werden. Die beiden besten Nachrichten daran: Zum einen soll es neben Bürofläche auch wieder ein gastronomisches Angebot geben und zum anderen soll die Renovierung ohne finanzielle Mithilfe geschehen. Wir sind gespannt!

8. Der ZOB

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Natürlich sind Bahnhöfe selten schön, Busbahnhöfe oftmals noch weniger, aber hätte es beim ZOB nicht ein kleines, wirklich klitzekleines bisschen mehr Liebe sein können? "Aber er wird doch seit Jahren renoviert und ist inzwischen viel sauberer und schöner als früher!" schreien die Omnibus-Enthusiast*innen entrüstet auf – und natürlich haben sie recht.

Allerdings wird die Chose dafür deutlich teurer: Erst waren es 14, dann 36, jetzt 40 Millionen. Ein Echtzeit-Informationssystem und eine neue Empfangshalle zum Verweilen (!!!) sind eben kostspielige Teilbereiche, die wir – wenn es nach uns geht – nie zu Gesicht bekommen werden. Wer wie wir schon so oft am ZOB ankam oder abgefahren ist, macht inzwischen gerne einen großen Bogen darum.

9. Die Elsenbrücke

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Was doch die Elsenbrücke für einen wunderbaren Blick aufs Wasser und auf die Molecule Men bietet, oder? Drehen wir uns allerdings um 90°-180°, sieht die Sache deutlich anders aus: Autokolonnen drängen sich schon seit 2018 über die teilweise gesperrte Brücke oder was davon halt übrig ist und stauen sich bis in die Elsenstraße zurück. Überall Warnbaken, alle Facetten an Grautönen, entnervte Gesichter. Dass hier eine Autobahn entstehen soll, die niemand möchte, passt nur zu gut zu dieser Situation.

"Zum Glück" ist die Behelfsbrücke daneben fast fertig – und "zum Glück" gibt es bereits ein Enddatum zur Fertigstellung des Neubaus: 2028! Mehr gibt's eigentlich nicht zu sagen, denn ehrlich gesagt umfahren wir den kompletten Bereich bereits seit Jahren. Ob ein oder zwei Fahrspuren, schneller oder langsamer Verkehrsfluss, sicherer Fahrradstreifen oder nicht: Dieser Ort ist einfach scheisse und da wird eine neue Brücke kaum helfen...

10. Das "falsche" Ende der Sonnenallee

Natürlich wurde der Sonnenallee durch den gleichnamigen Film ein Denkmal gesetzt, ob sie dieses verdient hat, ist zumindest zweifelhaft. Das multikulturelle Treiben zwischen Hermannplatz und Fuldastraße hat was, ohne Frage, wird allerdings durch den dauerhaften Autosmog, durch wildes Gehupe und Ampelkaltstarts 19-jähriger, die die Karre von irgendwoher ausgeliehen haben, leicht getrübt.

Richtig Trübsal blasen wir dann allerdings im hinteren Bereich: Bis zur S-Bahn-Brücke und dem omnipräsenten Estrel, von dessen Optik wir hier erst gar nicht sprechen wollen, ist die Straße toter als tot. Ein paar Spätis und Geschäfte, sonst nix. Absolut nix...

11. Der Ostbahnhof und das seelenlose Quartier dahinter

© Wiebke Jann

Natürlich sind Bahnhöfe selten schön, Busbahnhöfe oftmals noch weniger...ah nee, das hatten wir schon. Kommen wir zur grauen Eminenz der Berliner Bahnhofslandschaft. Diesen Titel bekommt (nicht wegen seines Alters, sondern so rein optisch) der liebe Ostbahnhof verliehen.

Fangfrage: Was für Geschäfte (den Supermarkt, der am Sonntag regelmäßig zum Kriegsgebiet wird, lassen wir mal außen vor) sind hier beheimatet? Fällt euch keines ein? Geht uns genauso! Abgesehen von der trostlosen Miniatureisenbahn beträgt die Aufenthaltsqualität hier ein ähnliches Level wie rund um die Elsenbrücke, auf der es nebenbei auch noch mehr zu sehen gibt. Besonders Leid tun einem da natürlich die Anwohner*innen, die hier tagtäglich ankommen und im leider doch so seelenlosen Quartier dahinter wohnen. Sorry Leute!

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