Berlin für Sparfüchse: 11 Tipps, um die Stadt mit wenig Geld zu entdecken

Manchmal sehnen wir uns mit einem Seufzer nach diesem "Früher" zurück, als die Kugel Eis noch 50 Cent gekostet hat und ein WG-Zimmer in Kreuzberg noch unter 250 Euro warm (!!!) zu kriegen war. Mittlerweile muss man für das Leben in Berlin schon deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die gute Nachricht: Auch mit wenig Budget könnt ihr euch die besten Backwaren der Stadt, klassische Musik vom Feinsten, tolle Kunst und coole Outfits gönnen. Wir verraten euch die besten Orte, um Berlin mit angezogenem Sparstrumpf zu erkunden.

Vormittags: Secondhand-Backwaren und Kunst

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© Milena Magerl Tolle Backwaren vom Vortag zum halben Preis bei Second Bäck kaufen

Was Humana für Klamotten ist, ist Second Bäck für Backwaren. In dem kleinen Laden in Prenzlauer Berg wird nämlich nicht selbst gebacken. Hier landen dafür die besten Backwaren von Bäckereien aus ganz Berlin, die am Vortag nicht verkauft wurden und gehen dann für den halben Preis über die Ladentheke. Man weiß nie, was dort so in den Regalen liegt. Es kann aber gut sein, dass ihr dort die leckeren Brote oder Zimtschnecken von Zeit für Brot findet.

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© Rene Müller Kostenlos Kunst gucken im Mies van der Rohe Haus

1932 hat einer der bedeutendsten Architekten des 20. Jahrhunderts, Ludwig Mies van der Rohe, das Landhaus Lemke entworfen, das mitten in einem Wohngebiet in Weißensee steht, sich aber grundsätzlich von den Nachbarhäusern unterscheidet. Mit einem riesigen Garten, einer schlichten Architektur mit großen Fenstern und wechselnden Kunstausstellungen ist es ein kleines, ruhiges Paradies der klassischen Moderne. Der Eintritt ins Haus ist kostenfrei. An jedem ersten Sonntag im Monat findet um 11.30 Uhr außerdem die Führung „Mies verstehen“ durch Haus, Garten und Ausstellung statt. Die Tour kostet fünf Euro pro Person.

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© Lena van Ginkel Den Ausblick aus der TU Mensa genießen

Wer gern mal entspannt über Berlin gucken möchte und keine Lust auf den Fernsehturm hat, kann in die Caféteria Skyline der TU in die 20. Etage des Telefunken-Hochhauses am Ernst-Reuter-Platz fahren. Hier könnt ihr wahlweise auf einen Kaffee, ein belegtes Brötchen oder ein Mittagessen bleiben oder bei gutem Wetter einfach den tollen Ausblick über Berlin genießen.

Mittags: Erstklassige Musik und Bewegung

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Hans Scharoun. Innenansicht der Berliner Philharmonie, 2018 © J. Paul Getty Trust Lunch-Konzerten in der Philharmonie lauschen

Die Berliner Philharmonie, entworfen von Architekt Hans Scharoun, ist eines der schönsten Gebäude Berlins und bietet natürlich eine wahnsinnige Akustik. Falls ihr mal wieder einen Hotspot für euer Lunch-Date sucht: Jeden Mittwoch spielen Mitglieder der Berliner Philharmoniker, begleitet von weiteren Musiker*innen, im Foyer der Philharmonie Kammermusik – freier Eintritt, gutes Essen, einfach eine perfekte Mittagspause! Das klingt fast zu schick, um wahr zu sein.

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© Urban Nation | Graft Architekten Internationale Streetart gucken im Urban Nation Museum

Streetart und Museum – passt das zusammen? Im Museum for Urban Contemporary Art vom Künstlerkollektiv Urban Nation könnt ihr euch davon überzeugen, denn hier findet internationale Streetart ein Zuhause. Dabei soll das Museum aber mehr sein als ein klassisches Museum, ohne dessen Kernaufgabe zu vernachlässigen: Neben einer ständigen, teilweise interaktiven Ausstellung wird die Außenfassade des Hauses regelmäßig von Street-Art-Künstler*innen mit neuen Murals gestaltet.

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© Daliah Hoffmann Kostenlos Fahrräder leihen und eine Fahrradtour machen

Auch wenn es die großen Straßen wie Tor- oder Oranienstraße nicht gerade leicht machen, aber in Berlin lässt es sich ganz fabelhaft Fahrrad fahren. Für alle, die kein eigenes Zweirad besitzen, ihres gerade am Hermannplatz nicht unbedingt rechtsmäßig den*die Besitzer*in gewechselt hat und sich die zehn Euro Mietgebühren sparen wollen, können sich bei BikeSurf kostenlos einen fahrbaren Untersatz ausleihen. Online eintragen, checken wo das nächste Leihrad zur Verfügung steht und ordentlich strampeln!

Nachmittags: Fernseh- und frische Luft schnuppern

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© Joshua Hanson | Unsplash Beim rbb hinter die Kulissen blicken

Ihr habt euch auch schon immer gefragt, wie eigentlich die Nachrichten entstehen? Woher die Musik im Radio kommt oder wie viele Mitarbeiter*innen man für eine Produktion einer Fernsehsendung braucht? Antworten darauf bekommt ihr bei einer kostenlosen Führung durch das Haus des Rundfunks, der Heimat des Rundfunks Berlin-Brandenburg aka rbb. Die Chefetage werdet ihr dabei wohl nicht zu Gesicht bekommen (ist gerade aber auch nicht so schlimm), aber dafür einen Blick hinter die Kulissen der TV-Studios werfen können. Für eine Führung müsst ihr euch vorab beim Besucherservice des rbb anmelden. 

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© Marina Beuerle Lustwandeln im Schlossgarten Charlottenburg

Das prächtige Barockschloss Charlottenburg, das einst zu den Lieblingsorten von etlichen Hohenzollernherrschern gehörte, ist natürlich immer einen Besuch wert, aber auch der weitläufige Schlossgarten ist ein echtes Highlight. Der Jahrhunderte alte Barockgarten lädt nicht nur zum Spazieren, sondern mit vielen Liegewiesen und dem großen Springbrunnen auch zum Verweilen ein. Wer einen langen Spaziergang nicht scheut, kann von hier aus sogar an der Spree entlang bis zum Großen Tiergarten wandern.

Abends: Fashion, futtern und Filme gucken

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© Marit Blossey Kaffee und Secondhand-Kleider im Sing Blackbird

Im Sing Blackbird kann man seinen Shoppingtrip ganz gemütlich mit Kaffee und Kuchen beginnen. Die Speisen sind vegetarisch und vegan und wenn man sich satt gegessen hat, lädt der geschmackvoll eingerichtete Laden zum Stöbern ein. Die Preise sind hier so fair, dass man auch mal das ein oder andere Teil, das man in Wahrheit überhaupt nicht braucht, ohne schlechtes Gewissen einstecken kann. Jeden dritten Samstag im Monat wird im Sing Blackbird ein kleiner Flohmarkt inklusive Snacks, Drinks und Musik veranstaltet.

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© Marina Beuerle Hummus und frittiertes Gemüse im Azzam futtern

Das Azzam auf der Sonnenallee besticht mit dem vielleicht leckersten Hummus der Stadt (und davon ziemlich viel). Für wenig Geld könnt ihr euch den Bauch mit Falafelbällchen, Fladenbrot, frittierten Gemüsestückchen und Hummus vollschlagen und das lebhafte Treiben vom Gehweg aus beobachten. Auch für Veganer*innen ist das Azzam prima geeignet. Favorites: Hummus oder Makali-Falafel-Teller.

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© Open Screening | Sputnik Kino Noch unveröffentlichte Filme beim Open Screening im Sputnik sehen

Jeden dritten Mittwoch des Monats haben Filmemacher*innen beim sogenannten Open Screening im Sputnik die Möglichkeit, ihre Filme das erste Mal einem Publikum zu präsentieren und Feedback einzusammeln. Einzige Vorgabe: Die Filme dürfen nicht länger als 25 Minuten sein. Cool für euch, denn die Präsentationen sind gratis und garantiert eine Überraschung. Auch der Ausblick aus dem fünften Stock über die Dächer und Hinterhöfe Berlins wird euch im Sputnik Kino sicherlich gefallen.

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