11 schöne Winterspaziergänge in und um Berlin

Im Winter in Berlin nur zu Hause bleiben? Spätestens nach dem ersten Berliner Winter wissen wir es alle besser, denn: er dauert mindestens vier Monate. Und so lange möchte nun wirklich niemand zu Hause rumsitzen – so viel Material hat Netflix auch gar nicht. Weil wir unter der Woche meistens die wenigen Stunden mit Tageslicht im Büro verbringen, versuchen wir deswegen vor allem am Wochenende die Sonnenstunden draußen zu nutzen. Am besten geht das natürlich bei einem gemütlichen Spaziergang, am besten mit Happy End in einer urigen Schenke, einem Gasthaus oder, klar, einem Wellnesshotel. Hier sind 11 schöne Ideen für einen Winterspaziergang durch Berlin und die Umgebung.

1

© Nora Tabel Durch den lichtdurchfluteten Bucher Forst spazieren

Wer Ruhe in Pankow sucht, wird sie im Bucher Forst, der auch unter dem Namen Hobrechtswald bekannt ist, finden. Der halboffene Hochwald ist lichtdurchflutet und vielgestaltig entwickelt. Es gibt Weiden, Rieselfelder oder auch Hochstaudenflure zu genießen. Einen Halt solltet ihr am Kunstpfad "Steine ohne Grenzen" einlegen.

2

© Kerstin Musl Romantischer Spaziergang am Schlachtensee mit Einkehr in der Fischerhütte

Wer Fan ist von langen Spaziergängen und den Stadttrubel hinter sich lassen will, der ist am Schlachtensee genau richtig. 5,5 Kilometer Uferweg sorgen für viel Ruhe und Raum für tolle Gespräche. Händchenhaltend kann man hier ungestört rumlaufen und wem anschließend der Magen knurrt, für den gibt es in der Fischerhütte klassische Kost. Wer nach dem Essen noch Lust auf eine Verlängerung des Dates hat, dem ist die Einkehr nebenan in die Weinhandlung sehr zu empfehlen. 

3

© Wiebke Jann In Reichenow um Seen schlendern und im Schloss einkehren

Rund eine Stunde entfernt, befindet sich östlich von Berlin die hübsche Gegend um Reichenow, dessen Mittelpunkt das gleichnamige Romantikhotel ausmacht. Von dort aus könnt ihr fabelhaft um die vielen kleine Seen spazieren, die kühle Luft und die angenehme – für Großstädter*innen fast schon beängstigende – Stille genießen. Im Sommer kann man hier im Langen See fabelhaft planschen oder einfach nur auf einer der ufernahen Holzbänke entspannen, im Winter lohnt es sich auf jeden Fall im Schloss Reichenow einzukehren, das Restaurant wurde nämlich wiederholt von "Gault & Millau" ausgezeichnet.

4

© Wiebke Jann In Bad Freienwalde um den Baa-See spazieren und in der Waldschenke einkehren

Rund um Bad Freienwalde könnt ihr herrliche Spaziergänge durch den dichten Wald – an einigen Punkten sieht man schon fast keinen Himmel mehr – machen. Es gibt zwar verschiedene Wanderrouten, wir empfehlen euch allerdings die blaue, denn die führt zum wunderschön verwunschenen Baa-See, über dem abends tiefe Nebelschwaden hängen und an dessen Ufer sich einer der verrücktesten Orte Brandenburgs befindet: die Waldschenke am Baa-See. Getäfelt von signierten "Wir waren hier"-Holzscheiben, gesäumt von Skiern und allerhand Nippes, könnt ihr euch hier am offenen Feuer wärmen, kühles Bier, frischen Kuchen und hausgemachtes Wildschweingulasch futtern. Außerdem gibt es Wanderschnaps-Runden, gemeinsame Gesangseinlagen und der Wirt erzählt Schauergeschichten über das Gelände. Ein wahnsinnig wunderbar unwirklicher Ort. Und vielleicht der einzige, an dem diese "Wir waren hier"-Holzscheiben Sinn ergeben.

5

© Insa Grüning Um den Beetzer See spazieren und im Hotel & Spa Sommerfeld einkehren

In knapp einer Stunde könnt ihr dem Berliner Trubel entfliehen und am Beetzer See mitten in der Ruppiner Schweiz einfach abschalten. Am Bahnhof "Beetz-Sommerfeld" angekommen, dauert es ca. 10-15 Minuten zu Fuß, bis ihr am See seid, begegnen werdet ihr auf dem Weg vermutlich niemandem, und dann könnt ihr rund drei Kilometer um den ruhigen, von Schilf umgebenen See spazieren, dem Rascheln des Laubes unter euren Schritten lauschen und die vielen kleinen Buchten entdecken. Den Wellness-Fans empfehlen wir das nahegelegene Hotel & Spa Sommerfeld, ein wirklich gemütliches Hotel, in dem die Zeit ein bisschen stehen geblieben ist – der perfekte Ort zum Erholen.

6
Steinpilz im Wald

© Marie Therese Freise Durch den zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Buchenwald Grumsin wandern

Der Buchenwald Grumsin ist so wunderschön und verwunschen, dass er als Schauplatz für jeden gruseligen Tatort genauso perfekt wäre, wie für romantische Liebesszenen in der Natur, in der die Frischverliebten nackig im Waldsee baden gehen. Insgesamt vier Wanderrouten führen durch den traumhaften, seit über 20 Jahren nicht genutzten Buchenwald, die jeweils mit roten, gelben, orangenen und grünen Buchenblättern markiert sind. Start der zwischen 2,5 und 8 Stunden langen Touren ist entweder das Infozentrum Altkünkendorf oder das Infozentrum Geopark Groß Ziethen. Packt euch Proviant ein und genießt die tolle Natur.

7

© Insa Grüning Durch die Großwohnsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg und Spandau spazieren

Die Siemensstadt im Berliner Westen ist im Prinzip ein eigener Ort mit allem, was man zum Leben braucht. Das Viertel ist ein Mix aus Industriebauten sowie groß angelegten Wohnsiedlungen, was der Gegend in Charlottenburg-Nord und Spandau einen ganz eigenen und speziell anmutenden Charme verleiht. Die Ursprungsidee hinter dem groß angelegten Bauprogramm war, den Siemensarbeitern kostengünstige Wohnungen (die im Schnitt 54 qm groß waren) ganz in der Nähe ihrer Arbeit zur Verfügung zu stellen. Um möglichst viel Wohnraum auf einem begrenzten Gebiet zu schaffen, setzte man deshalb auf die sogenannte Zeilenbauweise. Der Gesamtbebauungsplan stammt von Architekt Hans Scharoun, die einzelnen Siedlungen wurden jedoch auch von anderen Mitgliedern der Architekturgemeinschaft "Der Ring" geplant und zwischen 1929 und 1931 gebaut. Die Siedlung in Charlottenburg-Nord, in der sich beispielsweise der Wohnblock von Hugo Häring oben im Bild befindet, hat deshalb auch den Beinamen Ringsiedlung erhalten und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe. Wer sich für Architekturgeschichte interessiert, der sollte die Kamera einpacken und unbedingt einen Spaziergang durch die Siemensstadt machen. Ihr trefft auf ein Stück Zeitgeschichte.

8

© Marie Therese Freise Tiere beobachten im Wildgehege Glauer Tal

Holt die Ferngläser raus, denn hier gibt es was zu gucken. Wo sich früher mal ein Truppenübungsplatz befand, ist nun ein rund 160 Hektar großer Platz für Rothirsche, Damwild und Mufflons entstanden. Den Tieren könnt ihr jetzt völlig ungestört bei dem zuschauen, was sie den ganzen lieben Tag lang treiben. Echt besonders: Die Tiere mit den massiven Geweihen klingen ziemlich lustig, wenn sie ganz unvermittelt und langanhaltend losgrölen. Hört's euch an! Dazu gibt es auf den vorgesehenen Wanderwegen auch immer wieder Informationspunkte, die mehr zu den Tieren und dem Biotop, in dem sie leben, verraten.

9

© Kerstin Musl Durch den Fischerkietz und entlang der Dahme flanieren

Einer der kleinsten und – auch wenn es anders aussieht – vielleicht einer der jüngsten Kieze Berlins, ist der Fischerkietz in Köpenick. Der galt bis zum 19. Jahrhundert nämlich als autarkes Fischerdorf. Inzwischen gehört die zauberhafte Gegend mit den kleinen Fischerhütten und gepflasterten Gassen zu Berlin, den eigentümlichen Charme hat sich die Siedlung entlang der Dahme aber bewahrt. Für Hungrige finden sich einige nette Restaurants und Cafés in der Umgebung, wie etwa das Mutter Lustig.

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© Wiebke Jann Gemütlich im Volkspark Rehberge spazieren

Ungestört spazieren und picknicken könnt ihr im Volkspark Rehberge. Das Gelände ist so riesig und unterteilt in verwunschene Wald-, Wiesen-, Hügel- und Seenlandschaften, dass es hier nie wirklich voll ist. Wer zwischendurch vor lauter Erholung noch nicht eingeschlafen ist, der kann den Abend im Sommer normalerweise im Freiluftkino Rehberge ausklingen lassen oder sich im nahegelegenen Freibad Plötzensee abkühlen. Mal sehen, was und ob das in diesem Sommer möglich sein wird. Zum Spazierengehen braucht es aber nicht viel mehr als bequemes Schuhwerk und eine Sonnenbrille.

11

© Bernd Schönberger Herrschaftlich wohnen und spazieren im Schlosspark Schwante

Herrschaftlich mitten in Brandenburg übernachten. Das könnt ihr im in der Nähe von Oranienburg gelegenen Schloss Schwante. Im Schlosspark befinden sich verschiedene Apartments, die für fünf bis zehn Personen geeignet sind, alle über eine Küche und Zugang zu einer Sauna verfügen und teilweise sogar eine eigene Terrasse besitzen. Den Blick in den traumhaften Garten könnt ihr von allen Apartments aus genießen und wenn ihr eine größere Feier plant, stehen euch dafür auch einige Räumlichkeiten zur Verfügung. Im nahegelegenen Schlossrestaurant könnt ihr herrschaftlich und saisonal dinieren, außerdem gibt es regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, im Schlosspark könnt ihr spazieren oder auf der Apfelbaumwiese einen Apfel stibitzen, sodass sich auch schon ein Tagesausflug dorthin lohnt.

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