11 Serien, Filme und Dokus, die psychische Erkrankungen thematisieren

© Netflix

Noch immer herrscht rund um das Thema psychische Erkrankungen ein viel zu großes Stigma. Zum Glück gibt es immer mehr tolle Serien, Filme und Dokumentationen, die versuchen, das Thema ohne Klischees, informativ, einfühlsam und teilweise sogar sehr, sehr lustig zu behandeln. Von den 11 Filmen, Serien und Dokus in dieser Liste dürfte für fast jede*n der ein oder andere Tipp dabei sein, der vielleicht sogar dabei hilft, die Thematik besser zu verstehen, den eigenen Blickwinkel ein wenig zu verändern oder sich verstanden zu fühlen.

Trigger-Warnung: Ein paar Serien und Filme in dieser Liste solltet ihr euch lieber nicht anschauen, wenn ihr euch gerade selbst psychisch nicht stabil genug fühlt.

1. BoJack Horseman

Auch wenn ihr normalerweise überhaupt nicht auf Animationsserien steht, solltet ihr BoJack Horseman eine Chance geben, denn die Serie liefert eine der besten Darstellungen von psychischen Erkrankungen. Die Geschichten aus dem Leben des abgehalfterten Filmstars und Antihelden BoJack sind nicht nur voll von popkulturellen Referenzen und zynischem Witz, sondern warten auch immer wieder mit Dialogen auf, die viel tiefer gehen, als man es bei einer Show über ein sprechendes Pferd (lol) jemals erwarten würde.

2. Silver Linings Playbook

Silver Linings Playbook ist ein Feel-Good-Film, der keiner ist. Hä? Ja, irgendwie trifft es das ganz gut, denn obwohl alle notwendigen Komponenten für eine wunderbare RomCom vorhanden sind (Liebesgeschichte, toller Soundtrack, Jennifer Lawrence und Bradley Cooper in den Hauptrollen), ist die Geschichte eigentlich gar nicht lustig: Pat (Bradley Cooper), manisch-depressiv, wird gerade aus der Klinik entlassen und trifft prompt auf Tiffany, die emotional vollkommen instabil ist und gerade sowohl Mann als auch Job verloren hat. Klingt nicht so lustig? Ist aber wirklich sehenswert.

3. Spinning Out

Spinning Out ist noch ziemlich neu auf Netflix. In der Serie spielt Kaya Scodelario, die Tumblr-Kids noch als Effy aus Skins kennen dürften, die junge Eisläuferin Kat Baker, die unter einer bipolaren Störung leidet. Die Serie wurde bereits für ihre größtenteils sehr treffende Darstellung der Erkrankung gelobt.

4. Girl, Interrupted

Girl, Interrupted (im Deutschen Durchgeknallt) ist quasi ein Klassiker unter den Filmen über psychische Erkrankungen. Das Drama von 1999 mit der unfassbaren Kombi aus Winona Ryder und Angelina Jolie in den beiden Hauptrollen und Jared Leto und Brittany Murphy in zwei Nebenrollen erzählt die Geschichte der 18-jährigen Susanna, die nach einem Selbstmordversuch auf der Frauen-Station einer psychiatrischen Klinik landet.

5. Dokus vom Y-Kollektiv

Das Y-Kollektiv hat schon einige Reportagen zu verschiedenen psychischen Erkrankungen veröffentlicht: Zum Beispiel zum Thema Depression, Binge-Eating-Disorder oder Borderline. Die Dokus sind meistens zwischen 15 und 20 Minuten lang und geben einen interessanten Einblick in das Leben mit den jeweiligen Erkrankungen.

6. 13 Reasons Why

13 Reasons Why (Tote Mädchen lügen nicht) ist wohl eine der am meisten diskutierten Serien der letzten paar Jahre. Die erste Staffel erschien 2017 auf Netflix und erzählte, basierend auf der gleichnamigen Romanvorlage, die Geschichte von Hannah Baker, einer Teenagerin, die in Folge von Mobbing, Slutshaming und sexualisierter Gewalt Suizid begeht. Auch wenn man Aspekte der Serie definitiv kritisch betrachten kann, hat sie dem Thema psychischer Gesundheit bei jungen Menschen große Aufmerksamkeit verschafft und viele Dinge gezeigt, die vorher selten im Mainstream-TV thematisiert wurden.

7. The Mind, Exlained

Explained ist wohl eines der sehenswertesten Formate, die es aktuell auf Netflix gibt: In kompakten Episoden widmen sich die Macher*innen einem bestimmten Thema und gehen dem auf den Grund, wunderbare Animationen und höchst informative Interviews mit Expert*innen inklusive. The Mind, Explained ist eine Special Edition des Formats, bestehend aus fünf Episoden, die sich unterschiedlichen Facetten unseres Gehirns und Bewusstseins widmen. Eine davon beschäftigt sich zum Beispiel mit Angststörungen. 

8. To The Bone

Triggerwarnung: Essstörungen. Im Film To The Bone geht es um die 20-jährige Ellen, die an Anorexia nervosa erkrankt ist und nicht vorhat, in nächster Zeit etwas dagegen zu unternehmen – schließlich ist es ihre eigene Entscheidung, ob sie nun wieder anfängt zu essen oder nicht. Nach mehreren gescheiterten Therapieversuchen landet sie schließlich bei einem unkonventionelleren Therapeuten, gespielt von Keanu Reeves. Der Film wurde unter anderem dafür kritisiert, dass die Protagonistin das typische Klischee einer hübschen, weißen, dünnen Magersüchtigen reproduziert. Trotzdem stellt er viele Aspekte der Erkrankung auf schmerzhaft realistische Weise dar und zeigt durchaus, dass eine Essstörung auch anders aussehen kann – so leiden Ellens Mitpatient*innen zum Beispiel an Bulimie, Binge-Eating-Disorder, oder sind männlich.

9. This Is Us

This Is Us hat den Kitsch-Faktor von Grey's Anatomy und Co., ist aber besser geschrieben: Die Charaktere sind super divers, viele Handlungsstränge passen (trotz regelmäßiger Sprünge in die Vergangenheit) perfekt in unsere Zeit, und kaum eine Serie schafft es, die psychischen Probleme ihrer Hauptcharaktere so realistisch und gleichzeitig unfassbar einfühlsam zu erzählen; von Depressionen über Binge Eating bis hin zu PTSD und Suchtproblemen.

10. Atypical

In Atypical geht es um Sam, einen autistischen Jungen, den wir als Zuschauer*innen dabei begleiten, wie er versucht, ein "ganz normales Leben" zu führen. Dadurch, dass Sams Gedankengänge aus der Ich-Perspektive erzählt werden, kann man in seine Welt eintauchen und lernt, die Komplexität von Autismus besser nachzuvollziehen.

11. Sex Education

Sex Education war der Hit des letzten Jahres, Staffel zwei ist gerade gestartet. Die britische Serie handelt von einer Gruppe Teenager, die ihre Sexualität entdecken – und das ist so awkward, wie es klingt, und gleichzeitig auch überhaupt nicht. Neben den sexuellen Struggles der jungen Menschen tauchen auch Themen wie Angststörungen, Antidepressiva und Suchtprobleme auf.

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