11 schöne Sommerwanderungen in und rund um Berlin

Klar, im Sommer üben sich die meisten von uns in Müßiggang – was soll man auch Besseres tun, wenn das Quecksilber steigt und steigt? Wer sich aber trotzdem bewegen will und vor allem Lust auf Natur hat, dem seien im Sommer Trekkingtouren durch schattige Wälder und entlang an Badeseen empfohlen, in die man zwischendurch mal zur Abkühlung springen kann. Seen haben Berlin und Brandenburg wirklich mehr als genug zu bieten und die passenden Wanderrouten gibt es auch wie Sand am Meer – egal ob für Anfänger*in oder Fortgeschrittene*r. Wir stellen euch 11 Sommerwanderungen vor, die ihr mal ausprobieren könnt. Berichtet uns gern, wie es war.

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© Milena Zwerenz Wandern im Elbsandsteingebirge

Dinge, die man als Kind hasst: Wandern. Landschaften, die einen als Kind nicht interessieren: das Elbsandsteingebirge. Warum zur Hölle eigentlich? Das Elbsandsteingebirge in der sächsisch-böhmischen Schweiz zwischen Sachsen und Tschechien ist dermaßen überwältigend, das ein Tag zur Erkundung beinahe nicht reicht. Übernachten könnt und solltet ihr im schönen Pirna, das eigentlich auch nochmal einen Tagesausflug für sich wert wäre.

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Zwei Männer wandern im Wald

© Pexels Über Feldwege und entlang an Seen von Annenwalde nach Templin wandern

Wenn ihr Lust habt, dem Stadttrubel mal wieder für einen Tag zu entfliehen, dann könnt ihr zum Beispiel mit dem Zug in circa 1,5 Stunden für etwa 10 Euro nach Templin fahren. Danach geht es mit dem Bus in das kleine Dorf Annenwalde weiter. Dort könnt ihr bei Bedarf kurz eine der traditionellen Glashütten anschauen, denn hier leben und arbeiten bis heute viele Kunsthandwerker*innen. Dann geht's richtig los. Über Feldewege, durch Wälder und entlang an wunderschönen Seen (mit tollen Badestellen) könnt ihr die für die Uckermark typische Landschaft genießen und zwischendurch ein Picknick einlegen. Die ausgeschilderte, etwa 15 Kilometer lange, Wanderung zurück nach Templin dauert insgesamt 4 Stunden, wenn ihr gut zu Fuß unterwegs seid. Am Ziel angekommen, könnt ihr am Bahnhof entspannt in den Zug zurück nach Berlin steigen.

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© TMB Wandern und über Kunst philosophieren auf dem Kunstwanderweg

Wandern alleine ist euch zu langweilig? Dann probiert mal den Kunstwanderweg Hoher Fläming aus. Das ist quasi eine riesige Outdoor-Galerie mit verschiedenen überdimensionalen Kunstobjekten. Hier ist nicht nur die schöne Natur reizvoll, sondern die Kunstobjekte regen auch zu wilden Diskussionen an. Alle wurden von einer Fach-Jury ausgewählt. Es gibt jeweils eine Süd- und eine Nordroute von Bad Belzig bzw. Wiesenburg aus und die Wege sind sehr gut mit gelben Hinweisschildern ausgestattet. So geht auch kein Kunstinteressierter auf Wanderschaft verloren. Höchstens in der Diskussion.

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© Hella Wittenberg Wandern im Naturpark Nuthe-Nieplitz

Erreicht man das Ortsschild Stangenhagen, sollte direkt das Auto stehengelassen und losgelaufen werden. Dort führt das Pfefferfließ entlang, ein Bach, in dem auch Biber entdeckt werden können. Wenn ihr dem Weg durch Wiesen, Felder und sumpfige Gebiete folgt, stoßt ihr unweigerlich auf den Aussichtsturm von Stangenhagen. Dieser bietet euch die Möglichkeit Fischadler und Störche zu beobachten. Immer dabei: Ein Soundgemisch aus Fröschen, Wasserrauschen und Vogelgezwitscher. Aber Achtung, hier herrscht auch überall Zeckengefahr.

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© Marit Blossey Eine Panoramawanderung rund um Bad Belzig machen

Bei einer ausgedehnten Wanderung rund um die Stadt bekommt ihr tolle Aussichten auf die Burg Eisenhardt und den historischen Stadtkern. Wenn ihr auf dem Belziger Marktplatz startet, könnt ihr euch dort erstmal die hübsch restaurierten Gebäude in der Altstadt anschauen. Raus aus der Stadt führt euch der Weg entlang am Belziger Bach und durch den idyllischen Kurpark rund um die Therme. Wer Lust hat, kann sich in der Nähe auch die KZ-Gedenkstätte Roederhof oder die Kunstwerke entlang des Internationalen Kunstwanderweges anschauen. Die gesamte Strecke ist ungefähr 15 Kilometer lang, am besten plant ihr 4 bis 5 Stunden ein.

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© Theo Rio Abenteuerwandern durch die Dünen von Tegel

Dass es hoch im Norden Berlins eine abenteuerlich schöne Dünenlandschaft aus der Eiszeit gibt, wissen sogar viele Urberliner nicht. Fährt man bis zur U6-Endstation Alt-Tegel, kann man innerhalb von 5 Minuten zum Tegeler See und zur Dicken Marie (Berlins ältester Baum) laufen. Am östlichen Ufer des Sees entlang kommt ihr zur Sandlandschaft. Wer einmal dort war, versteht kaum, warum an den meisten Tagen nur drei Menschlein hier ihre Hündchen ausführen. Feinster Sand, wohlgeformte Hügel und eine exzeptionelle Flora und Fauna übertreffen in der Regel alle abenteuerlichen Erwartungen.

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© Stephan Dötsch Von Rüdersdorf nach Hagelsberg wandern

Wer es etwas gemächlicher mag, der sollte mal wieder eine Runde wandern gehen – eine Sache, die man ja gern mit anstrengenden Aufstiegen in bergigen Gegenden verbindet. Aber auch die schönen, flachen Landschaften in Brandenburg eignen sich dafür ganz hervorragend. Die knapp 20km lange Route von Rüdersdorf über Woltersdorf nach Hagelsberg ist dazu noch eine der schönsten in der Gegend. Mehr Infos zur Route findet ihr hier.

Anfahrt mit der S3 nach Friedrichshagen, Straßenbahn (Tram 88) nach Rüdersdorf oder Regionalexpress RE1 von Hangelsberg nach Berlin/Frankfurt (Oder)

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Wandern mit Rucksack und Kamera im Wald in Brandenburg

© Pexels Wandern in Wendisch Rietz mit Ausblick auf die Seenlandschaft

Dass man im Oder-Spree-Gebiet ganz wunderbar durch ganz fantastische Seenlandschaften wandern kann, haben vielleicht einige von euch schon mal gehört. Als guter Startpunkt eignet sich Wendisch Rietz, das ihr von Berlin aus easy mit S- und Regionalbahn erreichen könnt. Ihr startet eure Tour am Scharmützelsee und spaziert von da aus auf einer rund 20 Kilometer langen Strecke durch Wälder und Forstwege am Großen Glubigsee, am Springsee und Melangesee, am Grubensee und Godnasee vorbei, dann wieder zum Springsee und am Kleinen Grubensee entlang zurück nach Wendisch Rietz. Die Tour ist über weite Teile ausgeschildert, aber nicht durchgängig markiert. Verlasst euch also einfach mal wieder auf eure Orientierung. In vier von insgesamt sieben Seen dürft ihr übrigens baden (ganz geil nach stundenlanger Wanderung) – also eindeutig die perfekte Sommertour, die ihr unbedingt ausprobieren solltet!

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Paul Schulze | flickr CC BY 2.0 Durch den zum UNESCO-Weltnaturerbe gehörenden Buchenwald Grumsin wandern

Der Buchenwald Grumsin ist so wunderschön und verwunschen, dass er als Schauplatz für jeden gruseligen Tatort genauso perfekt wäre, wie für romantische Liebesszenen in der Natur, in der die Frischverliebten nackig im Waldsee baden gehen. Insgesamt vier Wanderrouten führen durch den traumhaften, seit über 20 Jahren nicht genutzten Buchenwald, die jeweils mit roten, gelben, orangenen und grünen Buchenblättern markiert sind. Start der zwischen 2,5 und 8 Stunden langen Touren ist entweder das Infozentrum Altkünkendorf oder das Infozentrum Geopark Groß Ziethen. Packt euch Proviant ein und genießt die tolle Natur.

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© Nora Tabel Im Naturpark Märkische Schweiz wandern

Die Schönheit der Schweiz ist zum Greifen nah. Nordöstlich von Berlin findet man Landschaftselemente wie Sölle, Seen, Quellen, Fließe, Fischteiche, Buchenwälder, Kiefernforste, Schluchten, "Berge", Moore, Wiesen und selbst eine Binnendüne, die zum Staunen und Verweilen einlädt. Ein besonderes Highlight ist das Moorheilbad und das Fledermausmuseum im Julianenhof.

  • Märkische Schweiz um Buckow
  • Buckow
  • Anfahrt: RB 26  Berlin (Lichtenberg) – Küstrin (Kietz)  
  • Mehr Info
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Uwe Koch | flickr CC BY-NC-ND 2.0 Entlang des Poetensteigs um Buckow wandern

13 Kilometer Land, Wald, Wiesen, Seen, kleine Städtchen und leckere Gaststuben: Wer einigermaßen gut zu Fuß ist, sollte unbedingt den Poetensteig in der Märkischen Schweiz wandern. Gestartet wird in Buckow auf dem Marktplatz, durch den Schlosspark, entlang des Schermützel-, dem Großen- und Kleinen Tornowsee, vorbei an der Pritzhagener Mühle (traditionelle Hausmannskost) und dem Großen Klobichsee und über den Dachsberg zurück nach Buckow. Insgesamt braucht ihr dafür gute drei Stunden, plant aber etwas mehr Zeit ein, um die gute Aussicht und die tolle Luft zu genießen. Und natürlich, um in möglichst vielen Gaststuben einzukehren.

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