Entspannt durch den Tag mit Cannabis? 11 Dinge, die du über den CBD-Hype wissen musst

© Wesley Gibbs | Unsplash

Wer jemals die entspannende Wirkung von Marihuana gespürt hat, wird sich fragen, warum Cannabis illegal ist. Vielleicht weil eine Bevölkerung, die entspannt ist, unproduktiv ist? Wie dem auch sei, Cannabis genießt noch immer einen schlechten Ruf, dabei ist es eine der ältesten Nutzpflanzen der Welt überhaupt. Seit mindestens zehntausend Jahren werden aus den Fasern der Hanfpflanze Kleidung, Papier, Lebensmittel und Treibstoffe hergestellt. Seit mehr als 3000 Jahren ist auch die psychoaktive Wirkung von Cannabis bekannt. Dabei macht Cannabis nicht nur high: Seit einigen Jahrzehnten wird die Wirkung eines anderen Wirkstoffes im Cannabis untersucht: CBD heißt das Wunderzeug, das jetzt in sprichwörtlich aller Munde ist. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um CBD und seine (Neben-)Wirkungen.

1. Was ist CBD?

CBD ist ein Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf und neben THC eines der Hauptwirkstoffe von Cannabis. Im Gegensatz zum THC wirkt CBD aber nicht psychoaktiv. Produkte aus CBD, zum Beispiel CBD-Öl, enthalten darüber hinaus Vitamine wie B1, B2 und E, Proteine sowie verschiedene Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Kupfer, Eisen, Natrium, Phosphor und Zink.

2. Was ist der Unterschied zu THC?

Tetrahydrocannabiol ist der psychoaktive also berauschende Bestandteil von Cannabis, der das berüchtigte High produziert und zu einer psychischen Abhängigkeit führen kann. Je mehr THC in einer Pflanze vorhanden ist, desto geringer ist der CBD-Bestandteil. Da viele Menschen, die Cannabis rauchen, high werden wollen, kann das Verhältnis von THC zu CBD in einigen Cannabis-Pflanzen 250 zu 1 betragen, was zu einem krasseren High und schlimmstenfalls zu Angstzuständen und Paranoia führen kann.

3. Wie wirkt CBD?

CBD soll wahre Wunder wirken. Es soll bei Entzündungen und entzündungsbedingten Schmerzen, Epilepsie, schizophrenen Psychosen, Stress, Burnout, Schlafstörungen, Migräne, Übelkeit und Erbrechen helfen. Die Liste könnte man ewig fortsetzen. Kurzum: CBD macht nicht high, sondern hat entspannende Wirkungen auf den Körper. CBD wird sogar gerade zur Bekämpfung von Brustkrebs getestet, zudem ist CBD Bestandteil einer Arznei gegen multiple Sklerose. Wichtig dabei aber ist: Bisher gibt es noch keine Langzeitstudien, die all diese Wirkungen zu hundert Prozent belegen.

4. Wie schnell wirkt CBD?

Wie bei jedem Wirkstoff und bei Cannabis selbst wirken CBD-Produkte bei jedem Menschen unterschiedlich schnell. Hier spielen vor allem die Dosis, das Körpergewicht und der Anwendungsbereich eine große Rolle. Generell ist es ratsam, sich vor der Einnahme über die enthaltene CBD-Menge in einem Produkt zu informieren und mit einer geringen Dosis zu starten, um den Effekt auf den eigenen Körper festzustellen. Viele Seiten raten deshalb, mit einer Dosis von 25 Milligramm CBD pro Tag zu starten. Eine fachliche Beratung zur Einnahme von CBD ist zu empfehlen.

5. Warum wirkt CBD so gut?

Cannabis enthält über 100 Cannabinoide, die auf den menschlichen Körper einwirken. Das menschliche Nervensystem ist mit Cannabinoid-Rezeptoren ausgestattet, an denen die Wirkstoffe andocken können. Diese Rezeptoren befinden sich im zentralen Nervensystem, im Immun-, im Verdauungs- und dem Fortpflanzungssystem. Dazu stellt der menschliche Körper sogenannte Endocannabinoide her, die an den gleichen Rezeptoren andocken. Cannabinoide helfen bei der Nahrungsregulierung, bei der Feinmotorik, Orientierung und Sinneswahrnehmung. "Und es sind vielleicht die Stoffe, die hinter der Euphorie nach dem Sport stecken", wie es in der Netflix Doku "Explained" heißt.

Weed, explained

The oldest traces of recreational cannabis date back a stunning 2,700 years. Pot has co-evolved with humans ever since.

But what does the future hold for this plant?

Watch this week’s episode of Explained, all about weed, featuring Michael Pollan and narrated by Kevin Smith, now on Netflix: netflix.com/explained

Posted by Vox on Wednesday, July 25, 2018

6. Gibt es Nebenwirkungen? Wer sollte CBD nicht nehmen?

CBD gilt allgemein als sicher, kann aber die Wirkung einiger Arzneien hemmen. Wer Medikamente einnimmt, sollte sich also vorher an einen Arzt wenden. Weitere Nebenwirkungen können ein trockener Mund, niedriger Blutdruck, Benommenheit und Schläfrigkeit sein. Auch hier gilt: Zu den Nebenwirkungen gibt es bisher noch keine Langzeitstudien, weshalb sichere Aussagen nicht zu 100 Prozent getroffen werden können.

7. Ist CBD für Kinder geeignet?

Bisher gibt es wenige Studien über die Wirkung von CBD auf Kinder. In einigen Studien mit Kindern, die an Epilepsie und Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung erkrankt sind, zeigte die Einnahme von CBD-Medikamenten eine Verbesserung der Symptome. Generell sollte eine Einnahme aber unter ärztlicher Beratung erfolgen, denn Kinder befinden sich im Entwicklungsstadium und auch hier sind die Folgen des CBD-Konsums noch weitestgehend unerforscht.

8. Macht CBD abhängig?

Nein, das hat sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO Ende 2017 in einem umfassenden Bericht (hier zu lesen) bestätigt, der sich mit der Wirkungsweise von CBD beschäftigt. In einem Zusatzartikel bestätigt die ECDD (Expert Committee on Drug Dependence), dass CBD wahrscheinlich nicht missbraucht werden kann oder eine Abhängigkeit schafft.

9. In welcher Form kann ich CBD kaufen?

CBD gibt es mittlerweile in unzähligen Produkten: Man kann es natürlich weiterhin rauchen, oder man schmiert es sich als Creme auf den Körper, isst es als Eis oder Gummibärchen, massiert sich mit Öl ein, schluckt Kapseln oder mischt Hanfpulver in seinen Smoothie. In Deutschland wird CBD als Nahrungsergänzungsmittel deklariert, sodass man  CBD-Präparate nicht nur in der Apotheke, sondern mittlerweile auch im Supermarkt, in Drogeriemärkten wie Rossmann und dm oder online in zahlreichen Shops kaufen kann. In manchen Spätis finden sich auch nicht-psychoaktive Hanfblüten zum Rauchen. Utopia berichtet, dass Lidl in der Schweiz Hanf verkauft und Coca-Cola cannabishaltige Getränke entwickeln will.

10. Ist CBD legal?

Bereits seit 1996 dürfen Landwirte CBD-reichen Nutzhanf, der einen niedrigen THC-Gehalt hat, anbauen, der vor allem zu erneuerbaren Kunststoffen, Papier oder Kleidung verarbeitet wird. So sind dann auch CBD-Produkte, deren THC-Gehalt unter 0,2 Prozent liegt, legal und dürfen frei verkauft werden. In Bayern betreibt beispielsweise Josef Bayer Deutschlands erstes Hanffeld zum Selbstpflücken, wie Vice berichtet. Nichtsdestotrotz ist der Anbau von Cannabis-Pflanzen, die mehr als o,2% THC beinhalten, weiterhin illegal.

11. Was passiert, wenn ich von der Polizei angehalten werde?

Der Kauf und Besitz von CBD-Produkten mit einem THC-Anteil von unter 0,2 Prozent ist in Deutschland legal. Die deutsche Rechtssprechung besagt, dass man nicht mehr als 0,1 Gramm Marihuana oder Haschisch besitzen darf. In Berlin liegt die Obergrenze (Stand 16. Oktober 2017) bei 15 Gramm, "wenn keine Gefährdung anderer vorliegt."

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