Mützen, Zahnbürsten und Sandwiches: In Schöneweide gibt es einen Gabenzaun für Obdachlose

© Milena Magerl

Seit ein paar Tagen gibt es eine neue Attraktion in Schöneweide: Direkt am S-Bahnhof steht ein Gabenzaun, der ein Stück Hoffnung für viele Obdachlose in der Umgebung ist. Der einfache Bauzaun ist von oben bis unten kunterbunt geschmückt. Hier hängen warme Mützen, Jacken und Schals für den Berliner Winter neben Hygieneartikeln wie Zahncreme und Lebensmitteln, die den großen Hunger stillen sollen. Die Geschenke am Gabenzaun sind für Berliner, die kein Obdach haben und auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

"Siehst du da drüben, das ist mein Vorgarten", sagt Mike und zeigt das kleine Stückchen Grün direkt an der Straße. Mike lebt seit vielen Jahren auf der Straße. Über den Gabenzaun freut er sich ganz besonders, denn nun hat er das Gefühl, dass es viel mehr Menschen gibt, die sein Schicksal und das vieler anderer interessiert. "Ich sehe zwar nicht immer, wer hier etwas hinbringt, aber jeden Tag ist der Gabenzaun voll behangen mit warmer Kleidung, manchmal auch Zahnbürsten, das kann bei meinen Zähnen zwar nichts mehr retten, aber andere freuen sich sehr darüber", erzählt Mike.

© Milena Magerl

Ich bleibe eine knappe Stunde in der Nähe des Gabenzauns stehen und immer wieder kommen Menschen vorbei, die etwas mitgebracht haben: "Viele der Obdachlosen aus der Gegend kenne ich gut. Ich habe früher als Sozialarbeiterin gearbeitet und helfe immer gerne, wo ich kann", sagt mir eine Passantin, die gleich drei Paar warme Stiefel, eine Männerhose und ein Brot mitgebracht hat, das sie am Gabenzaun drapiert.

Eine wirklich tolle Aktion, die auch das Miteinander in unserer Gesellschaft stärkt. Schöneweide ist zwar ein ganzes Stück weg, aber wenn man sieht und hört, wie sich die vielen Obdachlosen über die Geschenke für den eisigen Winter in Berlin freuen, ist es definitiv eine Reise wert – und eine Aktion, die es überall in Berlin geben sollte!

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