Im Tenzan Lab. Berlin bekommt ihr original japanisches Kakigōri-Eis

© Max Müller

In Prenzlauer Berg hat Deutschlands erster Kakigōri-Store eröffnet. "Kaki...was?", wird sich der ein oder andere fragen – und ist damit sicher nicht allein. Das traditionelle japanische Eis ist hierzulande tatsächlich nicht sehr bekannt. Kurz nach der Eröffnung im Juni 2018 hat zuerst die asiatische Community den Shop in der Wörtherstraße für sich entdeckt. Dabei sollte sich jeder Berliner Foodie in den minimalistisch eingerichteten Laden wagen, denn eins kann vorweg genommen weden: Das etwas andere Eis ist wirklich, wirklich gut.

Tenzan Lab. Berlin steht auf der Eingangstür. Hinter dieser offenbart sich ein puristisch eingerichteter Laden: Die Wände sind in dunklen Farben gehalten, Holztische stehen entlang der Wände des schlauchartigen Raums, in der Mitte des Vorderraums thront ein Tresen mit zwei großen, türkis-farbenen Maschinen, die an der Seite eine Kurbel haben und in deren Mitte jeweils dicke Eisblöcke fixiert sind.

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Diese Eisblöcke sind die Grundzutat für das traditionelle Kakigōri. Nun könnte man meinen, die Produktion eines solchen Eisblocks sei denkbar einfach: Wasser in einer Form gegossenen, ab in den Gefrierer und nach ein paar Stunden des Wartens hat man den gewünschten Eisblock. Ganz so einfach ist es aber doch nicht.

"Wir haben lange Zeit mit unserem Eis-Zulieferer experimentiert", sagt Stjepan Klein, der Inhaber des Tenzan Lab. Berlin. "Wenn das Wasser zu schnell gefriert, wird es milchig und brüchig, dann wäre unser Eis ganz schnell kein Eis mehr, sondern Wasser." Mittlerweile wurde die Herstellung perfektioniert: Das Wasser gefriert nun innerhalb von vier Tagen bei Temperaturen knapp unter null Grad und wird dabei permanent bewegt, um die überflüssige Luft rauszupressen. Das Ergebnis überzeugt: Die Eisblöcke schmelzen nur langsam und sind glasklar, was sich später auch beim und nach dem "Shaven" bezahlbar macht.

Das "Shaven" ist dann auch der spannendste Part der Eiszubereitung. Eigentlich wollte Stjepan elektrische Maschinen aus Japan importieren, doch die Maschinen ließen sich nicht ans deutsche Stromnetz anpassen, weshalb schließlich manuelle Raspeln angeschafft wurden. Aus einem Eisblock werden in echter Handarbeit etwa acht große Kakigōris, auf denen der Eisschnitt wie Zuckerwatte thront und auch nach mehreren Minuten nicht anfängt zu schmelzen.

Das wäre auch schade, vor dem Verzehr müssen die Eiskreationen schließlich noch ihren eigentlichen Geschmack erhalten. Im Angebot sind beispielsweise Sake-kasu und Custard Creme Kinako, aber auch Avocado und Mango stehen zur Auswahl. Zudem gibt es eine große Auswahl an Extra-Toppings von Shiratama (Mochi-Bälle) bis zu den uns gut bekannten Marshmallows.

© Max Müller
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Manuel und ich entscheiden uns für das Kakigōri mit Matcha Mascarpone. Die Portion, die uns für acht Euro serviert wird, ist ihr Geld wert, denn sie ist riesig. Die Matcha Mascarpone wird zuerst weggelöffelt. Sie hat einen grandiosen Geschmack, die Cremigkeit verschmilzt super mit dem flockigen Eisraspeln. Damit nach der Hälfte des Genusses nicht der Geschmack ausgeht, findet sich im Inneren des Eises noch ein ordentlicher Schlag Matcha Mascarpone.

Für mich steht schon jetzt fest, dass Kakigōri mein Eis des Sommers wird. Die Preise sind gehoben, dafür bekommt man aber auch wirklich eine große Portion und eine aufregende Showeinlage. Auch meinem zuckeranfälligen Körper schmeckt das Eis, denn trotz der großen Portionen hat das Eis nicht viele Kalorien. "Kalorientechnisch kommt man auf die gleiche Zahl wie bei ein bis anderthalb Kugeln herkömmlichen Eises", verrät mir Stjepan. Wenn das nicht sofort nach einer zweiten Portion schreit...

Unbedingt probieren: Matcha Mascarpone.

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Mit wem gehst du hin: auf jeden Fall mit Freunden, so kann man sich durch mehrere Eis-Sorten probieren

Besonderheit des Ladens: das minimalistische Design und die Formstrenge

Lärmfaktor: allein das Raspeln stört die Ruhe, die auch eine japanische Teezeremonie hat.

Preise: zwischen 7 und 9 Euro, Toppings kosten extra. Zudem gibt es verschiedene Heißgetränke zum kleinen Preis.

Tenzan Lab. Berlin | Wörther Str. 22, 10405 Berlin | Dienstag, Mittwoch, Freitag & Sonntag 13–20 Uhr, Donnerstag & Samstag 12–20 Uhr | mehr Info

Alle Fotos wurden mit der Sony Alpha 7 II gemacht.

Wir wurden von dem Restaurant eingeladen. Das beeinflusst aber nicht unsere ehrliche Meinung.

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