Der Kreuzberger Club Jonny Knüppel ist Geschichte

© Kerstin Musl

Sie haben gekämpft – und am Ende doch verloren: Die Macher des Jonny Knüppel müssen ihr Gelände in bester Kreuzberger Clublage zwischen den Nachtleben-Tempeln Birgit & Bier, Ipse und Chalet räumen. Der Vermieter hat dem Betreiberkollektiv kurzfristig gekündigt. Am 1. Mai 2018 ist der utopische Kunstort, an dem zuletzt immer mehr Partys, Lesungen und Konzerte stattfanden, vorerst Geschichte.

Am Montag veröffentlichten die Betreiber auf Facebook folgendes Statement: "Nach langem Ringen steht jetzt fest: Unser Mietvertrag wird doch nicht verlängert. Über die genauen Gründe können wir nur spekulieren. Der Vermieter eröffnete uns überraschend, dass wir auf dem Gelände unerwünscht sind".

Die Schließung ist insofern tragisch, als dass die Künstler gerade erst mit viel Kraft die Rettung ihres Traumes gestemmt haben. Argwöhnisch hatten die Berliner Behörden auf den illegalen Clubbetrieb geschaut, nachdem es im vergangenen Sommer zu einem verheerenden Kabelbrand auf der Lohmühleninsel kam.

Noch in diesem Monat sollten die notwendigen Brandschutz-Arbeiten starten

Es folgten strenge Auflagen zu Lärm- und Brandschutz, die die Künstler aus eigener Tasche nicht zahlen konnten. Mit Hilfe einer Crowdfunding-Kampagne wurden bis Februar diesen Jahres knapp 70.000 Euro gesammelt. Noch in diesem Monat sollten die notwendigen Arbeiten losgehen.

Daraus wird nun nichts mehr. Der Kunstort ist vorerst Geschichte. Doch die Macher wollen sich damit nicht zufrieden geben. Sie hoffen, andernorts eine neue Bleibe zu finden. Wenn sie wieder so viel Unterstützung wie bei der Crowdfunding-Kampagne erfahren, wir ihnen das sicher gelingen.

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