11 Drehorte aus "Babylon Berlin", die ihr besuchen könnt

Die deutsche Serie Babylon Berlin ist eine rauschhafte Inszenierung des turbulenten Lebens im Berlin der Weimarer Zeit. Das Serien-Spektakel wurde teilweise an Originalschauplätzen in Berlin gedreht: Wannsee, Alexanderplatz und Friedrichstraße habt ihr in den Szenen sicher direkt wiedererkannt. Auch der U-Bahnhof Hermannplatz hat sich seitdem nicht viel verändert und ist leicht zu identifizieren, aber wisst ihr auch in welcher Bar Gereon Rath einen wilden Charleston aufs Parkett legt oder wo sich der schnieke Ruderclub befindet, in den sich Charlotte und Greta verirren? Wenn ihr Lust auf eine kleine Zeitreise in das wilde Berlin der 20er Jahre habt, solltet ihr diese 11 Orte besuchen.

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© Frederic Batier | X Filme 2017 Kaffee und wilde Nächte im Moka Efti

Das Moka Efti gab es tatsächlich im Berlin der Zwanzigerjahre. Über eine Rolltreppe, damals noch eine seltene Attraktion, gelangten die Gäste in das extravagante Kaffeehaus, das sich im zweiten Stock eines Gründerzeitbaus Ecke Friedrichstraße/ Leipziger Straße, also mitten im Geschehen, befand. Das Moka Efti war das Berghain der 20er Jahre: neben Friseursalon und Postamt fanden hier legendäre Nacktrevuen statt und das Café wandelte sich schnell in einen Ort für ausgelassene Feten. Hier tanzte jeder, der Rang und Namen hatte. Weil das Moka Efti im Krieg zerstört wurde, fanden die Dreharbeiten für Babylon Berlin im ehemaligen Stummfilmkino Delphi in Berlin Weißensee statt, das ebenfalls im Jahr 1929 eröffnet wurde. Die drei noch erhaltenen Stuckbögen erzählen von der Vergangenheit und das denkmalgeschützte Kino zaubert die einmalige Atmosphäre des damaligen Berlin.

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© Babylon Berlin | Screenshot X-Filme | ARD Degeto | Sky | beta Schrippe und Bier im berühmten Aschinger

Im Rathaus Schöneberg verbirgt sich ein Ratskeller, den das Bühnenbild in das Aschinger, quasi die Kantine des Polizeipräsidiums, verwandelte. Die Erfolgsgeschichte der berühmten Restaurantkette der 20er Jahre erinnert an ein modernes Märchen: die Aschinger-Brüder aus dem Schwabenland erschufen mit einfacher Bewirtung von Bier und Erbsensuppe ein Restaurantimperium in Berlin. Berühmt sind die Aschingerlokale für den immer bereitstehenden Schrippenkorb, aus dem sich jeder Gast bedienen durfte. Am Set musste nicht viel verändert werden, nur das Geschirr mit Firmenlogo fehlte. Heute wird im mondän verzierten Ratskeller Hausmannskost serviert. Das Klientel ist, ebenso wie das etwas schummrige Ambiente, bürgerlich, es mischen sich gepflegte Angestellte des Ratshauses und der umliegenden Behörden harmonisch mit herausgeputzten Senioren an den gedeckten Tischen.

3

© Berliner Ensemble 2017 | Moritz Haase "Die Dreigroschenoper" im Theater am Schiffbauerdamm

Das Theater am Schiffbauerdamm ist ein Berliner Theater mit traditionsreicher Geschichte, das heute Spielstätte des Berliner Ensembles ist. Erbaut wurde es 1892, um dem damaligen Theaterboom gerecht zu werden. Halb Berlin hatte sich rausgeputzt, um hier im Jahr 1928 zum allerersten Mal die "Dreigroschenoper"  zu sehen. Auch wenn heute die Außenfassade abgestuckt und glatt verputzt ist, musste das Interieur für die Serie nur wenig verändert werden. Trotzdem waren die Dreharbeiten eine Herausforderung, denn hier fällt der Schuss während der besagten Aufführung. Bei Beginn der Dreharbeiten im Theater kam man die Idee auf, einen der Attentäter in dem riesigen Kronleuchter zu verstecken, der unter der Decke über dem Zuschauerraum schwebt: eine besondere Herausforderung für Schauspieler und Kameramann.

4

© Sandra Chung Absinth getränkte Sünden in der Pepita Bar

In rot getauchte Räumlichkeiten, in denen sich halbnackte Menschen in schummrigem Licht auf Ledersofas räkeln und Absinth trinken, das ist die schwitzige Pepita Bar, die in "Babylon Berlin" von Gereon Rath und seinem Kollegen Bruno Wolter von der Sittenpolizei aufgesucht wird. Als Schauplatz diente das 1860 errichtete Gebäude in Kreuzberg, in dem sich heute der Techno-Club Chalet befindet, der einigen noch unter dem Namen Heinz Minki bekannt ist.

5

© Stadtbad Steglitz Eine warme Wanne im Volksbad Wedding

Um 1900 werden in ganz Berlin und im Umland kommunale Badeanstalten gebaut: Männer und Frauen streng getrennt, der Eintritt kostete damals nur ein paar Groschen. In der Serie teilen sich Charlotte und Greta das Badevergnügen einer warmen Wanne im Volksbad Wedding. Gedreht wurde aber im Steglitzer Bad, das wie auch das Bad in Wedding 1908 eröffnete. Die Bauausführung hier ist jedoch exquisiter: es gibt Marmortreppen, Mosaike und bunte Fensterverglasung. 2002 wurde der Schwimmbetrieb hier eingestellt und die leerstehenden Becken anschließend als Bühne für Kulturveranstaltungen genutzt. Heute ruht das ehemalige Stadtbad Steglitz im Dornröschenschlaf. Der Abriss droht nicht, stattdessen soll ein neues Nutzungskonzept her, schon bald könnte hier wieder Raum für Kultur geschaffen werden, im Gespräch ist auch der Ausbau einer Kletterhalle.

6

© Babylon Berlin | Screenshot X-Filme | ARD Degeto | Sky | beta Die Spelunke, in der Gereon Rath tanzt

Gleich in der ersten Episode ist Gereon Rath auf der Suche nach Anschluss in der Großstadt. Er stolpert in eine der unzähligen Kneipen, in der es neben Bier und Schnaps auch Musik und Tanz gibt. Dieses Vergnügen war zumeist illegal, denn offiziell bedürfte es einer offiziellen Tanzgenehmigung, die sich viele kleine Lokale in den ärmlicheren Kiezen jedoch nicht leisten konnten. Von der fröhlichen Menge mitgerissen, legt der Neuling sogleich einen flotten Charleston, der Modetanz der 20er Jahre, aufs Parkett. Gefilmt in der altmodischen Bellmann Bar in Kreuzberg, die den zeitlosen Berliner Gammellook zelebriert.

7

© Babylon Berlin | Screenshot X-Filme | ARD Degeto | Sky | beta Der schnieke Ruderclub Wannsee

Wassersport ist in den Zwanzigerjahren sehr beliebt, in den Seen rund um Berlin wird geschwommen, gesegelt und gerudert. Charlotte Ritter und ihre Freundin Greta Overbeck werden in der Serie in den Akademischen Ruderclub Wannsee eingeladen, ein exklusiver Zirkel, in dem sich Charlotte und Greta nicht wirklich willkommen fühlen, der Ausflug ins Grüne wird zum sozialen Spießrutenlauf. Gefilmt wurden die Szenen im Schlosspark des Schloss Hubertushöhe, das auf einer kleinen Anhöhe am Storkower See thront. Das von dem reichen Berliner Unternehmer Georg Wilhelm Büxenstein erbaute gelbe Schlösschen mit achteckigem Turm ist in eine große Parkanlage eingebettet. Der schöne Ort soll in Zukunft ein Kunst- und Literaturpark werden, zur Zeit ist er nur für Events und Tagungen geöffnet.

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© Pixabay Knutschen im Kiez-Kino

Wer hat nicht schon mal sein erstes Date ins Kino entführt? Diese sweete Idee hatten auch schon die jungen Berliner in den Zwanzigerjahren. Auch Greta und Fritz kommen sich auf den knautschigen Kinosesseln näher. Gedreht wurde die Szene in den Kammerspielen in Kleinmachnow. Das kleine Vorstadtkino gibt es seit Mitte der Dreißigerjahre. Heute wird das anspruchsvolle Programm mit Filmen aus Arthouse und außergewöhnlicher cineastischer Kunst bereichert.

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Thomas Quine | CC BY-SA 2.0 Polizeialltag in der "Roten Burg"

Rot ist nicht gleich rot. Da die "Rote Burg" heute aber nicht mehr existiert, wurde das Rote Rathaus, das gleich um die Ecke liegt, als Schauplatz für die Dreharbeiten genutzt. Obwohl das ehemalige Polizeipräsidium, genannt "Rote Burg", fast doppelt so groß war, schafft es auch das zwanzig Jahre ältere Rathaus mit seiner roten Backsteinfassade zu monumentale Größe. Die Szenen zeigen den Alltag im Polizeipräsidium.

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© Babylon Berlin | Screenshot X-Filme | ARD Degeto | Sky | beta Sonntagsausflug an der Havel

Die Heilandskirche in Sacrow wurde 1844 erbaut und liegt direkt am Wasser an einer natürlichen Bucht, die auch Port von Sacrow genannt wird. Sie gehört zum kleinen Schlösschen Sacrow, dessen Parkanlage zwischen Havel und Sacrower See wie eine Halbinsel vollständig von Wasser umgeben ist. In der Serie unternehmen die frisch Verliebten, Greta und Fritz, einen Ausflug ins Grüne, um sich ein paar freie Stunden von Verpflichtung und Arbeit zu gönnen.

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© Borke Berlin Der Reiz des Verruchten in "Der Holländer"

Der Holländer ist eine verruchte Nobelbar, in der Homosexuelle und Transvestiten im Berlin der Weimarer Zeit, ungestört von der Polizei, feiern können. In der Serie führt Charlotte Ritter den Neu-Berliner Gereon Rath in das geheime Lokal. Gedreht wurde in der Bar Tausend, die auch heute schwer zu finden ist. Unter einer Eisenbahnbrücke befindet sich eine glatte Eisentür ohne Beschilderung, nichts weist auf die dahinter versteckte In-Location hin, die ein heutiges Äquivalent zu Der Holländer ist.

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