Ausflugsvergnügen – Ein Wochenende in Warnemünde

© Charlott Tornow

Als Kind des Ostens habe ich in jungen Jahren ungefähr jeden Strandabschnitt der Ostsee mindestens zweimal gesehen. FKK und Fischbrötchen gut und schön, aber in der Spätpubertät und den beginnenden 20ern durfte es für Reisen dann dann doch gern ein weiter weg gelegenes Meer sein. Mittlerweile weiß ich die Nähe, Ruhe und Schönheit der Ostsee wieder zu schätzen und so kann ich jedem Berliner, der mal ein bisschen frische Brise und Sonnenkurz nötig hat, nur Warnemünde empfehlen.

Warnemünde ist eigentlich ein Stadtteil von Rostock, aber ähnlich wie die Spandauer in Berlin, sehen die Warnemünder sich gern als eigenes kleines Königreich. Das staatlich anerkannte Seebad hat gerade mal 6670 Einwohner und in der Hochsaison mindestens genauso viele Besucher. Ich war in einer Spätsommerwoche da, die noch mit 29 Grad und prallem Sonnenschein glänzte, gleichzeitig konnte ich die Stille genießen, denn die Hauptsaison war längst vorbei.

Freitag, 11 Uhr: Ankunft im Dock Inn Hostel

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Übernachtet habe ich Dock Inn Hostel. Das Hostel hat im Frühjahr 2017 eröffnet und ist das erste Containerhotel weltweit! Hier könnt ihr in alten, stylisch hergerichteten Schiffscontainern übernachten und zwischen Suiten, Doppelzimmern und 4- bis 8-Bett-Dorms entscheiden, die alle über einen separaten Wohnzimmerbereich verfügen. Das Hostel ist dabei nicht nur was für Jugendliche und Durchreisende. Hier kann man auch als Familie perfekt eine Woche Urlaub machen; im Restaurant kann man ziemlich lecker speisen oder man verwahrt seine eigenen Lebensmittel in der für alle zugänglichen Küche auf. Für Unterhaltung ist außerdem gesorgt: Es gibt einen Kino-Container, einen Zockerbereich und für die Zukunft plant das Team regelmäßige Veranstaltungen.

Das Hostel liegt übrigens direkt an der Warnemünder Werft und ist perfekt zum Beispiel mit dem Flixbus in nur 3 Stunden zu erreichen. Von hier aus kann man auch perfekt Warnemünde erkunden. Also Rucksack gepackt und los geht's.

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DOCK INN Hostel | Zum Zollamt 4, 18119 Warnemünde | Dorm ab 19 Euro, Doppelzimmer ab 29 Euro, Suite ab 49 Euro pro Nacht | Mehr Info

Freitag, 12 Uhr: Spaziergang durch Warnemünde

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Warnemünde war früher ein kleiner Fischer- und Hafenort, bis im 19. Jahrhundert der touristische Badebetrieb begann und Warnemünde zum Seeheilbad wurde. Die Altstadt ist mit den kleinen Wohnhäusern die Definition von "malerisch", an der Hafenpromenade kann man an jedem zweiten Kutter Frischbrötchen essen, Bernstein kaufen und versuchen, laut als die Möven zu schreien.

Freitag, 16 Uhr: Kreuzfahrtschiffe gucken

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Vor allem imposant sind die Kreuzfahrtschiffe, die von hier aus zusammen mit anderen unzähligen Fähren starten und gern mal den Blick auf die Wolken verstellen. Allein das Ablegen der hochhaushohen Schiffe ist ein Spektakel, bei dem sich die Besucher versammeln und dem Hupkonzert der Dampfer beklatschen.

Freitag, 20 Uhr: Sonnenuntergang gucken am Strand

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Warnemünde hat den breitesten Strandabschnitt der gesamten Ostseeküste und so kann man hier im Sommer nicht nur ziemlich entspannt seine Stunden in Strandkörben totschlagen, sondern auch, na klar, die schönsten Sonnenuntergänge beobachten. Wer mag, kann übrigens auch im Dock Inn Fahrräder ausleihen und eine Tour entlang des Strands machen.

Samstag, 10 Uhr: Frühstück im Dock Inn

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Im Dock Inn Hostel gibt es täglich ein solides Frühstücksbuffet, das man dazu buchen kann. Veganer und andere Allergiker sollten teilweise auf Selbstversorgungsmodus schalten, aber in der Hostelküche gibt es genügend Platz zur Aufbewahrung der eigenen Lebensmittel.

Samstag, 12 Uhr: Klettern bei den Felshelden

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Direkt im Hostel befindet sich die Boulderhalle der Felshelden. Auf 540 Quadratmeter könnt ihr hier auf verschiedenen einfachen und anspruchsvollen Routen so lange klettern und euch auspowern, wie ihr wollt. Hierher kommen vor allem viele Rostocker, die bislang vergeblich nach Klettermöglichkeiten in der Umgebung gesucht haben. Die Menschen hier sind alle ziemlich nett und offen und helfen auch hilflosen Anfängern gern mit Tricks und Kniffen. Natürlich könnt ihr aber auch bei verschiedenen Kursen das Klettern lernen. Erwachsene zahlen übrigens 10 Euro Eintritt, die Schuhe gibt's für 3 Euro dazu.

Felshelden | Zum Zollamt 4, 18119 Rostock-Warnemünde | Montag – Freitag: 12–22 Uhr, Samstag & Sonntag: 10–22 Uhr | Mehr Info

Samstag, ab 18 Uhr: Sauna im Dock Inn

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Nach dem Sport ist vor dem Saunieren. Alle Gäste des Dock Inns können von 18 bis 22 Uhr kostenlos die schöne Hafensauna des Hostels nutzen. Mit Blick auf die Werft kann man sich hier entspannen. Dazu gibt's Erlebnisduschen, Fußbecken, Relaxliegen und ein Kissenfloß mit Hafenblick. Danach könnte man sich butterweich im Kopf ins eigene Bette stürzen...

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Samstag, 20 Uhr: Essen in Rostock

... oder man fährt mit der S-Bahn, die sich direkt vor dem Hostel befindet, nach Rostock, wenn man mal nicht die gute Küche des Dock Inns genießen möchte. In der Kröpeliner Tor-Vorstadt und dem alternativen Zentrum Rostocks befindet sich das Vegangster. Hier werden nicht nur Veganer glücklich, auch alle anderen werden zeimlich überzeugt sein von den Burgern, Gyros-Tellern, Langos, Vöner und verschiedenen Nachspeisen, die ihr in dem kleinen Imbiss entweder direkt essen oder mitnehmen könnt.

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Vegangster | Waldemarstraße 12, Rostock | Dienstag – Freitag: 11.30–21 Uhr, Samstag & Sonntag: 14–21 Uhr | Mehr Info

Ausflug nach Schwerin

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Wer genug von Sand und Möven hat, der sollte einen Ausflug nach Schwerin machen. Von Warnemünde sind es mit dem Zug oder Bus zwei Stunden bis in die Landeshauptstadt. Dass hier das Geld von Mecklenburg-Vorpommern wohnt, sieht man in allen Ecken und Hausfassaden. Die Stadt ist so furchtbar hübsch mit ihren Altbauten, dem Schloss samt Schlosspark und den vielen Seen, dass man sich nicht sicher ist, ob man hierhin ziehen oder direkt wieder flüchten will, weil man so viel Schönheit auf einmal nicht erträgt.

Vielen Dank an das Dock Inn Hostel für die Einladung!

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