11 tolle Bars in Neukölln, die ihr kennen solltet

Sie ist das Herz des hippen Teil Neuköllns, geliebt wie verhasst zugleich und einer der Gründe, weshalb Menschen nach Neukölln ziehen – oder eben auch daraus weg: die Weserstraße. Ehedem noch Teil eines Problembezirks gewesen, florieren auf dem Neuköllner Catwalk mittlerweile Brotbackstuben, Bieryogastätten und Bars. Aus letzterer Kategorie hat Autorin Juliane ihre liebsten elf zusammengetragen – auf und jenseits der Weserstraße.

1

© Thelonius Bar Cocktails genau so bestellen, wie man will in der Thelonious Bar

In der Thelonious Bar geht es weniger aufgeregt, wenn auch nicht unhip zu. Ihrem Namensgeber, Thelonious Monk, hält die abendliche Playlist Treue und Betreiberin Laura Maria Marsueschke den Shaker in der Hand. Es gibt keine Karte und das ist gut so. Denn aus ihrem Shaker kommt ziemlich genau das, was man sich gewünscht hat. Zwischen 7,00€ und 10€ kostet ein Drink, die schönsten Plätze sind die am Fenster zur Weserstraße.

2

© Kerstin Musl Günstige Drinks und genug Platz für große Gruppen im Trude Ruth & Goldammer

Die Neuköllner Eckkneipe Trude Ruth & Goldammer hat einen schönen Namen und glänzt ansonsten nicht mit viel Schnickschnack. Sie ist dunkel, gemütlich und lädt zum Versacken ein – genau, wie es sich für eine richtige Berliner Kneipe gehört. Die Barleute sind sympathisch, die Getränkeauswahl ist groß. Zudem kann man zwischen “Marken-” und “Billigalkohol” entscheiden und wenn man lieb fragt, bekommt man ein Schälchen mit Nüsschen zum Snacken. Perfekt für einen schönen Tatortabend.

3

© Velvet | Facebook Rauchen und trinken im Velvet

„Velvet“ begegnet uns ständig. Ob als Blue oder als Underground, irgendwie hat es sich eingeschlichen in die Gemüter der Generation. Eine neue Variante davon befindet sich in der Ganghoferstraße Neuköllns, gleich neben dem sagenhaft sanierten Stadtbad. Es wird geraucht, nicht getanzt und getrunken wie zum Fin de Siècle: auf hohem Niveau und so, dass danach nicht mehr viel zu kommen braucht.

4

© Matthias Piket Feine Drinks in schummrigen Licht im TiER

Wohl die bekannteste Bar in Neukölln ist das TiER an der Ecke Weserstraße/Fuldastraße, das meistens immer pickepackevoll von szenigem Publikum bevölkert wird. Nicht zu unrecht, denn die Drinks sind super und die Musik irgendwo zwischen David Bowie und Johnny Cash. Wer es ein bisschen ruhiger und preiswerter mag, der geht einfach über die Straße rüber ins Ä.

5

© Muted Horn Bier-Tasting im Muted Horn

22 in die Betonwände eingelassene Holz-Zapfhähne, 33 Flaschenbiere, Whisky und Wein und am Wochenende sogar 50 weitere offene Flaschen: die Auswahl im Muted Horn ist reichlich. Dringend probieren sollte man auf jeden Fall das Tasting Tray für acht Euro: Das ist ein Holztablett mit vier unterschiedlichen Craft Biersorten, wie man sie mit Sicherheit noch nicht getrunken hat. Von Geschmäckern nach Grapefruit und Müsli, über Weihnachtsgebäck mit Malzbier, Kaffee und Schokolade bis hin zu in Laphroaig aufgelösten salzigen Heringen.

6

© Jungbusch Wein und außergewöhnliche Cocktails schlürfen im Jungbusch

Von außen herzlich unscheinbar, besticht das Jungbusch von innen nicht nur mit seinen gastfreundlichen Besitzern Mertol Akinci und Alfonso D'Angelo – was für ein Name! - sondern mit den Drinks, die sie und ihre Crew kredenzen. Wem weder nach Gin noch Tonic ist, der inspiziere die deutsch-italienische Weinkarte oder bestelle direkt den Sommer im Glas: einen Mezcal Mule aus Maracuja-Püree, Limettensaft, Gurke, Agavensirup, Ingwerbier und Chillipulver, bitteschön.

7

© Patrick Schopflin | Unsplash Polnische Trinkfestigkeit im Café Warschau

Nein, das Café Warschau ist kein Bordell. Doch wer dorthin geht, hat entweder schon einen langen Abend hinter sich oder Lust auf die volle Ladung Neukölln. Auf halbem Wege zwischen Reuterkiez und Klunkerkranich funkelt das Café Warschau gleich einem ausgestoßener Abendstern auf ein jeder Neuköllner Nachttour. Kristina Näslund betreibt den Laden seit 1990. Mit ihrer polnischen Tresenkraft sollte man es sich keinesfalls verscherzen, denn mit ihr steht und fällt der Abend: Randvoll mit Grasovka und den Geschichten, die er erzählt.

8

Leckere Drinks im Schloss Neuschweinsteiger genießen

In der wohlsortierte Bar mit fachkundigem Personal findet einmal im Monat eine Tastingreihe statt, die es sich anzusehen lohnt. In einer ausgesprochen schönen und ausführlichen Karte findet sich für wirklich jeden Menschen der passende Drink und gerade Highball-Fans kommen hier auf ihre Kosten. Vorher hieß die Bar übrigens „Helmut Kohl“. Der Altkanzler war damit aber gar nicht glücklich und bat somit um Namensänderung. Bastian Schweinsteiger scheint mit dem Namen bislang keine Probleme gehabt zu haben. Oder er hatte dort einen Drink und hat es vergessen; diese sind nämlich ausgezeichnet, aber stark. Wirklich stark.

9

© Damensalon Tatort schauen, kickern und Whiskey Sour trinken im Damensalon

Bei einem Damensalon stellt man sich einen mit Fliesen überzogenen Raum vor – einen Ort zum Wohlfühlen und an dem einem beinah alle Wünsche erfüllt werden. Wie eine Fleischerei, bloß ohne Eisengeruch und mit ein paar mehr floralen Ornamenten. Et voilà, das ist der Damensalon im Reuterkiez! Mit auffallend freundlichem Barpersonal ist es ziemlich einfach, im Damensalon einen entspannten Abend zu verbringen. Wer sich nicht zwischen Kneipenkicker, Tatort am Tresen oder Whisky Sour auf der Vintage-Couch entschieden kann, sollte genau hier sein. Und wer jemals geglaubt hat, dass er keine „Kurzen“ mag, muss zwingend den „Basili“ nach Damensalon-Hausrezept probieren. Ja, das ist Pesto-Schnaps!

10

© Peppi Guggenheim Trinken und tanzen im Peppi Guggenheim

Ähnlich wie das Café Warschau, ist auch das Peppi Guggenheim ein magischer Ort. So lange man dort auch sitzen mag, man wird nicht herausfinden, wie genau Räume dieser Natur funktionieren, wer sie findet und weshalb sie faszinieren. Vielleicht ist es das zwielichte Zusammentreffen trinkfester Tresensitzer neben Erasmusstudis und Erstsemestlern auf Erkundungsreise. Vielleicht ist es auch die grandiose Bardame, von einigen gar „Peppi“ genannt, die auf herzallerliebste Weise Berliner Weisheiten bereithält. Am Wochenende legen Djs Jazz, Swing, Gypsy oder Hip Hop auf und es wird gefeiert, bis „Peppi“ keine Lust mehr hat. Das kann allerdings dauern.

11

© Milena Zwerenz Saisonale Cocktails und Bier schlürfen im Nathanja und Heinrich

In Richtung Norden, zwischen Weserstraße und Weigandufer, liegt das Nathanja und Heinrich. Eine große Fensterfront umschließt den noch größeren Innenraum, und eine ausgesuchte Cocktailkarte lädt ein zu saisonalen Drinks. Wohingegen im Sommer beispielsweise der Gin Basil Smash eine ausgezeichnete Angelegenheit ist, winkt die Winterkarte mit Negroni-Variationen. Dem schlechten Ruf des scheinbar unaufmerksamen Barpersonals können wir nicht beipflichten. Und wem es im Winter schon dort gefällt, der weiß, wohin im Sommer. Mit Hausbier auf dem warmen Pflasterstein sitzen und sich freuen, dass man mit Hausbier auf dem warmen Pflasterstein sitzt.

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