11 tolle alte Berliner Kneipen, die ihr kennen solltet

Berlin ist immer in Bewegung, doch an manchem Tresen steht die Zeit still. Wenn ihr keine Lust auf Schischi habt, sondern ehrliche Drinks und echte Originale wollt, empfehlen wir euch die Berliner Eckkneipe! Wo die Luft nach Geschichte (und ein bisschen Bulette) riecht, klopft das Herz der Stadt am lautesten. Wir haben unser Best-of der urigsten Kneipen für euch zusammengetragen. Von West-Institutionen bis zu versteckten Ost-Perlen: Macht euch bereit für viel Schaum auf der Molle und noch mehr Charme. Prost, ihr Kneipenheld*innen!

1
Hausmannskost schlemmen in Charlottenburgs ältester Kneipe Wilhelm Hoeck 1892

Das Wilhelm Hoeck 1892 ist die Traditionskneipe schlechthin, oft sind hier schon Spielfilme und Fernsehserien entstanden. Zum Glück für Atmosphäre und Dekor abseits der üblichen Touri-Pfade. Einige Stammgäste kehren hier schon mehr als fünf Jahrzehnte ein! Das äußere Bild reicht von viel Holztäfelung über eine altehrwürdige kupferne Registrierkasse von Krupp sowie Schnapsfässern bis zur Fotowand. Deftig schmausen könnt ihr hier auch: Auf der Speisekarte stehen neben Berliner Originalen wie Currywurst und Buletten auch Eisbein mit Erbsenpüree, Sauerkraut und Kartoffeln, Königsberger Klopse mit Kapernsauce und roter Bete oder hausgemachte Sülze mit Bratkartoffeln. Besonders lecker finden wir den Berliner Kartoffelsalat!

*barrierefreier Eingang

© Henning Kreitel

2
Nachbarschaftlich trinken im Leuchtturm

Der Leuchtturm ist eine Institution im schönen Akazienkiez. Seit den frühen 60ern wird die Kneipe nach dem Prinzip "runder Tisch" betrieben – das heißt: Jede und jeder ist willkommen (außer "intolerante Hetzer" (Zitat Leuchtturm)) und man sitzt gemütlich beisammen wie in einem extra großen Wohnzimmer. Hier wird gekickert, Karten gespielt, gequatscht und getrunken. Für die Grundlage gibt es in der Kneipentradition gehaltene Kleinigkeiten.

3
Futtern wie bei Muttern im Zum Schusterjungen

Rustikalen Charme und deutsche Hausmannskost findet ihr hier an der belebten Ecke Danziger-/Lychener Straße mitten im Prenzlauer Berg. Zum Schusterjungen war früher mal eine Eckkneipe, wo malochende Arbeiter nach der Schicht mit Bier und günstigen, deftigen Gerichten versorgt wurden und genau dieses Gefühl gibt’s heute noch. Unbedingt probieren: „Zwei Schusterjungs“ – dunkle Brötchen mit Schmalz, sauren Gürkchen, Harzer Käse und Schinken. Klingt simpel, ist aber richtig gut. Inzwischen kehren hier sowohl Stammgäste, als auch Tourist*innen ein. Hier könnt ihr euch entweder draußen im Gewimmel oder drinnen im schummrig-gemütlichen Schankraum Klassiker wie Soljanka, Forelle nach Müllerin Art, Boulette mit Spiegelei, Steak "Au Four", oder einfach mal Pellkartoffeln mit Quark gönnen.

  • Zum Schusterjungen Danziger Straße 9, 10435 Berlin
  • Montag – Sonntag: 12–24 Uhr
  • Boulette mit Spiegelei: 14,40 Euro, Steak "Au Four": 19 Euro, Zwei Schusterjungs: 10,70 Euro
© Henning Kreitel

4
Gepflegte Gesprächskultur im Möve im Felsenkeller

In seinen hundert Jahren hatte die „Möve im Felsenkeller“ nur vier Wirte – das Klientel, vor allem gebildete Schöneberger im mittleren Lebensalter, schätzen das und die gepflegte Gesprächskultur. Die Möve verzichtet auf Musik, Raucher, Spielautomaten. In der langgezogenen Schlauchkneipe bündeln sich Holztäfelung und Krimskrams.

© Rea Mahrous | Tinanya Mendy

5
Altberliner Spezialitäten in uriger Atmosphäre in der Schöneberger Weltlaterne

Die Schöneberger Weltlaterne ist seit Jahrzehnten eine Kiezinstitution in der Motzstraße. In der verwinkelten Kneipe mit Esstischen geht es zwischen allerlei Nippes urig und gemütlich zu. Neben Frischgezapftem gibt es hier traditionelle Hausmannskost und Altberliner Spezialitäten: frischer Hackepeter, Buletten, Senfeier, Brathering und Kalbsleber, für Vegetarier*innen aber auch Kräutercrêpe oder Sellerieschnitzel und zum Nachtisch gibt's Omas Rote Grütze. Kommt unbedingt mittwochs vorbei und bringt viel Kohldampf mit, denn dann wird die berühmte Hausspezialität Riesenkohlroulade serviert!

*nicht barrierefrei (Stufe zum Eingang)

© Henning Kreitel

6
Rund um die Uhr Drinks im Schlawinchen

Im Schlawinchen ist es fast immer voll und laut: Die Bar hat rund um die Uhr geöffnet. Die Besucher*innen reizen die späte Öffnungszeit, das preisgünstige Bier (nur eine Sorte) und die überdrehte Atmosphäre bis zum Allerletzten aus. Überall steht Gedöns wie alte Grammophone auch geschnitzte Holzstatuen (die nebenbei nicht aus Westafrika stammen, sondern eher aus dem Grunewald) herum. Ein Ort, den man mögen muss. Ein Erlebnis ist es allemal. Prost!

© Henning Kreitel

7
Große Portionen in der Tiergartenquelle

Die Tiergartenquelle ist Kult über das Hansaviertel hinaus dank riesiger Portionen soliden Essens und den Gesprächen, die sich unter den Bögen des S-Bahnhofs Tiergarten leicht mit Tischnachbarn ergeben. Sie gehört einer Berliner Privatbrauerei, die (auch) dort ihr eigenes Bier anbietet. Der Ruf hat sich herumgesprochen – so kommen nun nicht nur Nachbarn und Studenten, sondern zunehmend auch Touristen, was die Atmosphäre verwässert und Wartezeiten verlängert hat.

© Walter Kreitel

8
Im Magendoktor ist immer Highlife

Solange es den Magendoktor im S-Bahnhof Wedding gibt, kann auf Reality-Shows und Daily Soaps getrost verzichtet werden. Im Doc, wie die Kneipe liebevoll genannt wird, wechseln Atmosphäre und Zusammensetzung des Publikums mindestens halbstündig: Sobald eine neue Truppe hoch motivierter Trinker*innen einfällt, verändert sich alles: der Lärmpegel, das musikalische Wunschprogramm aus der Jukebox und die Komplexität der Bestellungen.

© Insa Gruening

9
Kegeln bei Tante Lisbeth

Die Tante Lisbeth ist ein wahrer Allrounder, denn ihr könnt hier nicht nur Tatort schauen, gemütlich Kaffee trinken, sondern auch kegeln. Und das, wie es sich gehört, im holzvertäfelten 70er Jahre Keller, in dem gefühlt schon unsere Eltern gekegelt haben. Für 15 Euro pro Stunde mietet man quasi den gesamten Keller und hat so neben zwei Kegelbahnen auch noch einen gemütlichen Raum zum Sitzen. Und wer clever ist, bucht die Bahn bis 22 Uhr, denn danach ist Schluss und man kann noch ein bisschen sitzen, ohne etwas vom Trubel oben mitzubekommen.

© Henning Kreitel

10
Unter Berlinern trinken in Gittis Bierbar

Dem gängigen Klischee, dass man in seinen Kiezkneipen schön sortiert nach sozialen Schichten lieber unter sich trinkt, widerspricht die bunte Ansammlung von Pils-Suchern in "Gittis Bierbar". Seit 1907, damals unter anderen Namen und Inhaber, wird im Hochparterre der Brückenstraße vor dem soliden Rückbüfett kräftig gegen den Durst gekämpft. Nachbarn sitzen neben Gewerkschaftsfunktionären und Bundestagsabgeordneten, Mitarbeiter des Springer-Verlags neben ehemaligen DDR-Eishockey-Größen.

© Henning Kreitel

11
Ehrlich trinken im Willy Bresch

Sollte im "Willy Bresch" der Biernachschub doch mal etwas dauern, kann man sich an dem unerschrockenen Material-, Zeiten- und Stilmix wunderbar sattsehen. Tiffanylampen beleuchten alte Fenster, um den Tresen herum ermuntern flotte Sprüche á la "Freibier gibt's morgen" und "Trau keinem, der nicht trinkt", alte Werbetafeln und ein fröhliches Sammelsurium von aus der Mode gekommenen Gläsern. Hier treffen sich noch Kundendienstler mit ihren Dachdecker-Kumpel zum Feierabendbier.

Mehr Vergnügen!

Ehrliche Eckkneipen
Betritt man eine gute Kneipe, hat man jedoch das Gefühl, die Zeit wär stehen geblieben. Alles ist viel entspannter, weniger prätentiös und irgendwie familiär. Jeder wird geduzt, keiner wird mit Samthandschuhen angefasst, aber das ist auch gut so.
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Fußballkneipen
In Berlin gibt es viele Fußballkneipen zum gemeinsamen Jubeln, Leiden – und natürlich zum Trinken.
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