11 Typen, die euch in Berlin beim Spaziergang begegnen

© Marit Blossey

Die einen haben es auch den Winter über knallhart durchgezogen, die anderen gesellen sich beim ersten Sonnenstrahl wieder dazu: Das Spazierengehen avancierte im vergangenen Jahr zum neuen deutschen Volkssport. Seit einem Jahr wird herumspaziert, was das Zeug hält, wir alle kennen den eigenen Kiez inzwischen wohl besser als die sprichwörtliche Westentasche und jetzt ist Zeit für eine Bilanz: Diese 11 Typen sind uns in den letzten Monaten auf unseren täglichen Streifzügen begegnet. Ihr kennt sie garantiert alle.

1. Die Snack-Fraktion

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Spaziergang ist für sie auch nur ein anderes Wort für "Ich unterstütze gern die Gastronomie in meinem Kiez und nehme das Takeaway-Angebot wahr". Diese Spaziergänger*innen planen ihre Route nicht danach, wo es am schönsten, angenehm leer oder architektonisch spannend ist – sondern nach Snack-Optionen. Schnell ein Coffee to go vom Café unten am Haus, dann natürlich ein Stopp bei Brammibal's, und auf dem Rückweg ist auch noch ein Eis drin. Holen wir morgen Pizza?

2. Die Raver

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Wir alle vermissen die Tage, an denen sich Berlins Straßen in eine einzige Party verwandelten und die größten Sorgen darin bestanden, wo man gleich mal dringend auf Toilette gehen kann und im Anschluss den nächsten Drink herbekommt. Das fällt gerade aus. Trotzdem gibt es mehr als genug Berliner*innen, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Soundsystem auspacken, um einen Dancefloor mit mehr oder weniger Abstand zu initiieren – und wenn das der zugefrorene Landwehrkanal ist, dann ist das der zugefrorene Landwehrkanal. Leute, wartet mit dem Feiern noch ein wenig, wollen wir ihnen zurufen, und freuen uns insgeheim doch selbst ein bisschen über den scheppernden Bass.

3. Die Trinkenden

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Sie sind gewissermaßen eine Mischform aus Typ 1 und Typ 2: Diejenigen, die auf der Straße eigentlich immer nur mit einem Bier (austauschbar durch Aperol Spritz, Weinschorle oder andere alkoholische Spaßgetränke) gesichtet werden. Seit Beginn der Krise ist die gute alte Tradition des Wegbiers in ihrer ursprünglichen Form zwar ausgestorben, schließlich impliziert schon der Name, dass es etwas geben müsste, für das man sich tatsächlich auf den WEG macht. Nein, im Lockdown ist der Weg das Ziel und der macht mit einem Drink in der Hand einfach mehr Spaß. Wäre da nur nicht das wiederkehrende Problem, dass man nirgendwo die Toilette benutzen kann...

4. Die Gassi-Geher*innen

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Erklärt sich von selbst. Dass in Berlin jede*r einen Hund hat, aber keinen zum Reden, das hat Peter Fox schon vor mehr als zehn Jahren auf den Punkt gebracht. Eine Vorstellung, die in der Corona-Krise wohl noch ein bisschen trauriger ist. Über die plötzliche Spaziergangswut der restlichen Berliner*innen können die Hundebesitzer*innen jedoch nur müde lächeln: Schließlich waren sie schon vorher hier im Park. Jeden Morgen, noch vor dem ersten Kaffee.

5. Die Outdoor-Fraktion

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Sie sind das Gegenstück zu all den Schönwetterspaziergänger*innen, die das Maybach- und Paul-Lincke-Ufer seit März 2020 bevölkern. Sie tragen ihre Fleece-Pullover von Patagonia oder The North Face mit Stolz und haben ihr wasserdichtes Schuhwerk schneller geschnürt, als eure Mutti "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung" sagen könnte. Während im Frühling und Sommer das Spazierengehen zum Trend-Hobby für die breite Masse wurde, blieben mit den sinkenden Temperaturen nur diejenigen übrig, die es wirklich ernst meinen. Ihr größter Vorteil: Beim Spaziergang mit Minusgraden bleibt das Bier länger kalt.

6. Die Overachiever-Sportler*innen

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Ja, wir haben verstanden: Eine globale Pandemie ist für euch eine große Chance, euch vollends der Selbstoptimierung zu widmen und endlich mal ein paar Zielen auf eurer Bucket List näher zu kommen: Zum Beispiel einen Marathon zu laufen. Merkmale dieses "Spaziergangs"-Typus, der den Namen im eigentlichen Sinne nicht verdient hat: Besitzt mindestens drei verschiedene Paar Laufschuhe, wirft den Durchschnitts-Spaziergänger*innen hier und da verächtliche Blicke zu und ist nicht selten laut fluchend anzutreffen, weil ihm*ihr im Eifer des Gefechts einer seiner AirPods in den Dreck gefallen ist.

7. Die Amateur-Sportler*innen

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Dieser Typus ist uns grundsätzlich sympathischer. Im ersten Lockdown gab es diesen großen Tatendrang, etwas Neues auszuprobieren. Nachdem die Motivation in der kälteren Jahreszeit ein wenig eingeschlafen ist, sind sie so langsam wieder zurück: Alle, die sich die Zeit damit vertreiben, ein neues Hobby beziehungsweise einen neuen Sport für sich zu entdecken. You go, girls and boys! Aber hey, der Wille zählt, und deshalb ist es auch voll okay, wenn ihr euch nach eurer ersten Laufrunde erstmal zur Belohnung ein Croissant gönnt und den Heimweg im gemütlichen Spaziertempo zurücklegt.

8. Die, die gesehen werden wollen

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Sehen und gesehen werden – weil alle Occasions, auf denen das sonst passiert, wegfallen, ist der Sonntagsspaziergang die einzige Gelegenheit, all die schicken neuen Teile auszuführen, die ihr aus purer Langeweile im Internet bestellt habt? Neulich habt ihr für den Gang zum Supermarkt Lippenstift aufgetragen, um einfach mal wieder irgendwas zu fühlen? All good, ihr seid nicht die einzigen. Das Gegenteil dieser Gruppe sind übrigens diejenigen, die gar nicht wirklich spazieren gehen wollen, sondern eigentlich nur aus Versehen draußen gelandet sind und sich deshalb nicht mal dazu bequemt haben, Drinnen-Jogger gegen Draußen-Jogger zu tauschen.

9. Das Tinder-Date

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Wie lernt man sich heute kennen? Beim Spazier-Date auf Abstand. Klar, Safety first: In Zeiten, in denen "Netflix & Chill" ausnahmsweise wirklich mal genau das – und nur das – bedeutet, wildes Rumknutschen im Club oder Versacken in der Kneipe sowieso schlichtweg unmöglich ist, bleibt einem auch nicht viel anderes übrig. Vor allem, bevor nicht wenigstens die Basics der Dating-Neuzeit abgecheckt wurden ("Und wie viele Kontakte gehören so zu deiner Kernfamilie?"). Anhand des Abstands zwischen den beiden lässt sich übrigens erkennen, ob es das erste, zweite oder vielleicht schon dritte Date ist.

10. Die Lustlosen

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Ja, es soll sie geben, diejenigen unter uns, die auch nach einem Jahr und trotz des absoluten Mangels an Alternativen noch immer keinen Gefallen am Spazierengehen gefunden haben. Egal, ob die Sonne scheint oder bei der besten Eisdiele ausnahmsweise mal keine Schlange ist: Den griesgrämigen Anti-Spaziergänger*innen sieht man von Weitem an, dass sie so überhaupt nicht verstehen, warum zur Hölle sie sich gerade außerhalb ihrer vier Wände und somit weit entfernt von Kühlschrank, Fernseher und Couch wiederfinden. Das Besondere an dieser Spezies: Sie wird so gut wie nie allein gesichtet, sondern stets in Begleitung eines anderen Spaziergang-Typs – logisch, sonst wäre er*sie ja auch niemals draußen.

11. Die Querdenker*innen

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Ja, leider treffen wir auch die öfter, als uns allen lieb ist: Menschen, die weder Abstand halten noch begreifen, dass das Wort "Maskenpflicht" auch sie und ihre Nase mit einschließt. Um es mit den wunderschönen Worten von Christoph Waltz zu sagen: "Diese Leute, die sich Querdenker nennen, denken entlang des Brettes, das sie vorm Kopf haben." Also tut uns doch allen den Gefallen und hört wenigstens auf, immer wieder mit dem Späti-Verkäufer oder Supermarktpersonal zu diskutieren.

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