11 historische Dokus über das Leben in Berlin

© Hella Wittenberg

Vor einiger Zeit haben wir euch 11 Berlin-Dokus vorgestellt, die ihr euch unbedingt ansehen solltet. Eine kleine, feine Liste, die euch einen Einblick in die vielfältigen Facetten unserer heiß geliebten Stadt bieten soll: mal nachdenklich, mal lustig, mit viel Musik und Typen, die so (wahrscheinlich) nur in Berlin anzutreffen sind. Im deutschen Sprachgebrauch gibt es dafür den schönen Begriff "Lokalkolorit".

Weshalb es nun eine neue Liste gibt, ist schnell erklärt: Berlin ist gerade aus geschichtlicher Sicht so vielfältig, dass sich weitere Blicke in die Vergangenheit lohnen – man denke nur an die von vielen als so frei und anarchisch beschriebene Zeit nach der Wende.

1. Eine Stippvisite am S-Bahnhof Oranienburg zur Nachwendezeit.

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Beginnen wir gleich mit einem Highlight und der Doku, die den Ausschlag für diesen Artikel gegeben hat: In der 1995 erschienenen Doku "Alles aussteigen...! Ein S-Bahnhof und die Wende" besuchen wir den S-Bahnhof Oranienburg, der bis zur Wiedervereinigung Teil einer wichtigen Verkehrsachse für Reisen in den Norden Richtung Stralsund oder Rostock, aber auch quer durch Ost-Berlin bis zum Flughafen Schönefeld bildete.

In knapp 45 Minuten lernen wir in "Alles aussteigen...!" einige Protagonist*innen der damaligen Zeit kennen, für die der Bahnhof weit mehr als einen reinen Umstieg bedeutete. Menschen, die ihren Lebens- oder Arbeitsmittelpunkt um, manchmal sogar im Bahnhof hatten und deren Geschichten uns verdeutlichen, welche Folgen die Wende für manch Lebensmodell hatte. Super interessant!

2. Sozialer Brennpunkt Gropiusstadt Anfang der 1990er.

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Ein paar Jahre früher, aber ebenfalls schon nach der Wende entstand die 1990 gedrehte, alleine durch den Titel schon vielsagende Doku "Ist alles Kacke hier: Bandenkrieg in Berlin-Gropiusstadt". Der als Trabantenstadt angelegte Teil Neuköllns sollte eigentlich die Wohnungsnot West-Berlins lindern und entwickelte sich schon in den 1980er Jahren zum sozialen Brennpunkt.

Ein Zustand, der sich Anfang der 90er Jahre weiter zuspitzte: 90% Sozialbau, dazu eine wilde Mischung an Kulturen, die meistens nur eines vereinte: Armut. Gropiusstadt war Melting Pot, als es diesen Begriff bei uns noch gar nicht gab. Voller Probleme, denen man auf Grund der Bauweise nur schwer aus dem Weg gehen konnte, wie auch die Doku zeigt.

3. Kreuzbergs Lebensader: Die U1 in den 80er Jahren.

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Öffentliche Verkehrsmittel waren und sind wichtige Lebensadern einer Stadt. Kein Wunder also, dass sie in Dokus fast schon überproportional vertreten sind. Wie sonst lernt man eine Stadt und ihre Bewohner*innen kennen, als durch ihre öffentlichen Verkehrsmittel, oder?

So denken nicht nur wir, sondern offensichtlich auch Redakteur*innen von Radio Bremen, die 1986 einen eigenen Bericht zur uns so wohlvertrauten U1 produziert haben. "Endstation Schlesien – Eine Reise mit der Berliner U-Bahn Linie 1" ist ein tolles Zeitdokument über die bis heute bestehende Hauptverkehrsstrecke quer durch Kreuzberg.

4. Eine Zeitreise mit der S-Bahn.

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Keine Doku im eigentlichen Sinne, dafür umso sehenswerter ist ein Projekt der Stiftung Stadtmuseum Berlin von 2015, die dank der Arbeit des 1992 verstorbenen Fotografen Harry Croner entstanden ist.

Der aus Wilmersdorf stammende Croner begleitete und dokumentierte unglaubliche 40 Jahre lang die Entwicklung und das Stadtleben West-Berlins, knappe 100.000 Schwarz-Weiß-Fotografien sowie mehr als 1,3 Millionen Negative(!!!) umfasst sein Nachlass. Im Rahmen der Ausstellung wurde aus einigen der besten Aufnahmen eine interaktive Tour entlang der S-Bahn-Stammstrecke. Leider ohne Bewegtbild, dafür mit tollen Einblicken in eine längst vergangene Zeit.

5. Christiane F: Sinnbild für das Versagen des Sozialstaats.

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Wie jede Großstadt hat auch Berlin seine Schattenseiten und das Bild der armen, kaltherzigen Hauptstadt mit ihrem hohen Anteil an sozial schwachen und gesellschaftlich gescheiterten Menschen wird wohl für immer mit einem Namen verbunden sein: Christiane F.

Über 40 Jahre ist es schon her, dass ein kleines, drogensüchtiges Mädchen zum Sinnbild des Sündenpfuhls wurde. Die Doku, die wir euch hier empfehlen, entstand nur wenige Jahre später und zeigt die eher dreckigeren, harten Seiten, die unsere Stadt eben auch hat. Sehenswert!

6. Lotterleben in den 1920ern.

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Wo wir schon beim Thema Sündenpfuhl sind: Diesen Ruf hat Berlin sich schon lange vor Christiane F. hart erarbeitet. Gerade die 1920er Jahre gelten immer als Sinnbild für das verruchte, gefährliche Berlin.

Die Doku "Sündenbabel Berlin: Drogen, Sex und schwere Jungs" mag nicht die beste Nacherzählung der damaligen Zeit sein – dafür ist sie zu sensationsheischend und zu hochglanzpoliert. Gleichzeitig nimmt sie einen aber detailreich mit in eine Zeit, die abgesehen von der überaus erfolgreichen Serie "Babylon Berlin" bislang wenig in unserem Bewusstsein verankert ist.

7. Eine getrennte Nation.

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Auch wenn wir denken, ein gewisses Geschichtsbewusstsein zu haben: Heutzutage ist es schwer vorstellbar, dass diese Stadt einmal zweigeteilt war. Verschiedene Gesellschaften und Lebensmodelle, getrennt durch mehrere Meter hohe Betonklötze mit Stacheldraht, Selbstschussanlagen und Brachfläche – zum Glück haben wir diese Zeit hinter uns.

Welche Einflüsse eine soziale Trennung über mehrere Jahre auf die Gesellschaft hat, können wir zum Beispiel in der Doku "Ost-Berlin 1978" nacherleben. Wir bekommen Einblicke in einen Staat, der nach außen hin funktional erschien, sich aber selbst von innen aufgefressen hat. Sehr interessant!

8. Stress auf der Straße.

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Ähnlich wie der Bericht über Gropiusstadt beschäftigt sich auch "Kämpfen lernste auf der Straße" von 1991 mit Jugendlichen in sozialen Brennpunkten quer über Berlin verteilt. Ein wichtiger Punkt ist dabei das Thema Rassismus: Die Zugehörigkeit zu einer Gang war oft der gemeinsamen Herkunft oder der der Eltern geschuldet, auch der entsprechende Wohnbezirk spielte eine Rolle.

Was erstaunlich ist, ist die Redebereitschaft der Protagonist*innen: Viele der Jugendlichen erzählen bereitwillig aus ihrem Alltag und den kleinen und großen Problemen, die sie beschäftigen.

9. Ein Klassiker der Filmwissenschaften.

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Ganz ohne Ton, dafür umso bildgewaltiger sind die 1927 entstandenen Aufnahmen aus "Berlin - Symphonie einer Großstadt". Der Stummfilm gilt heutzutage als einmaliges Zeitdokument, wegen seiner Bildsprache und Machart ist er zudem auch unter Filmwissenschaftler*innen beliebt.

Allerdings gibt es auch Kritikpunkte: Die Aufnahmen reihen sich teilweise wahllos aneinander, bei manchen Motiven würde man sich eine detailreiche Nahaufnahme wünschen, während andere wiederum zu nah am Geschehen sind – hier fehlt der Überblick. Alle Kritik perlt allerdings ab, wenn wir uns das Entstehungsjahr vor Augen führen.

10. Das Stadtbild im Wandel der Zeit.

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Unsere Gesellschaft unterzieht sich einem stetigen Wandel und wie könnte man den besser miterleben, als durch Veränderungen im Stadtbild? Die Dokumentation "Berliner Straßen damals und heute" ist quasi durch ihren Titel selbsterklärend und zeigt uns eben unsere liebsten Kieze in einem zeitlichen Vergleich.

Was sofort auffällt ist, wie stark das Stadtbild vom Einzelhandel geprägt war: In fast jedem Haus waren kleine Geschäfte und spezielle Dienstleister ansässig. Schade, dass gerade solche Läden heutzutage immer mehr aus dem Alltag verschwinden.

11. Ein Blick von oben.

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Und zum Schluss kommen wir noch zu einem kleinen Rundflug über die Sehenswürdigkeiten West-Berlins in den 1970er Jahren. Der Blick von ganz weit oben mag leicht verwackelt sein, informativ ist der nette kleine Streifen allemal.

 

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