Digitale Wahlhilfe: 11 Tools, die euch bei der Wahlentscheidung helfen

© Svenja Stamme

Wisst ihr schon, wo ihr eure Kreuze bei der Bundestagswahl am 26. September setzen wollt? Während uns die Kandidat*innen von Wahlplakaten zulächeln und bei Talkrunden schon angeregt diskutiert wird, helfen uns darüber hinaus aber auch ein paar kostenlose Online-Tools weiter, um im Wahlkampf Orientierung zu bekommen.

Neben dem Matador Wahl-O-Mat gibt es inzwischen viele Tools, die Fragen zu spezifischen Themen wie Klimaschutz, Agrarpolitik oder Feminismus unter die Lupe nehmen und Aufschluss über die Ausrichtung der Parteien geben. Die digitalen Wahllotsen gleichen die Parteiprogramme mit ihren aufgestellten Thesen ab und zeigen so auf, welche am ehesten unseren Vorstellungen entsprechen. Der Kandidierenden-Check verspricht Entscheidungshilfe für die Erststimme in eurem Wahlkreis, mit dem Tool DeineWal könnt ihr sogar die letzte Legislaturperiode noch einmal durchspielen.

Eines haben alle Entscheidungshilfen gemeinsam: Sie wollen euch unterstützen, damit ihr Ende September genau wisst, wem ihr eure Stimme geben möchtet.

1. Der Klassiker: Wahl-O-Mat

Seit 2002 gibt es die wohl populärste Entscheidungshilfe von der Bundeszentrale für politische Bildung. Knapp 16 Millionen Mal wurde der Wahl-O-Mat vor der letzten Bundestagswahl 2017 genutzt.

So funktioniert's: Den Wahl-O-Mat gibt es als App und als Online-Anwendung. Das Tool umfasst 38 Thesen, die von 39 der 40 Parteien, die zur Wahl antreten, beantwortet wurden. Ihr könnt diese Thesen mit"stimme zu", "stimme nicht zu", "neutral" oder "These überspringen" markieren und am Ende die wichtigsten Punkte stärker gewichten. Die Antworten werden anschließend abgeglichen, damit ihr seht, welche Partei eurer politischen Position am nächsten kommt. Wer bei den einzelnen Thesen tiefer ins Detail gehen will, kann die Erklärungen der Parteien im Tool nachlesen.

Wahl-O-Mat
© bpb

2. Parteien matchen mit dem WahlSwiper

Der gemeinnützige Verein "VoteSwiper" hat das Tinder für Parteien entwickelt und mit Spenden finanziert. Jede*r, der auf der Suche nach "DER Richtigen ist", kann das mit den WahlSwiper tun.

So funktioniert's: App downloaden oder Browser öffnen und los geht's. Jede*r, der im Tinder Game aktiv ist, weiß wie's läuft. 36 von 39 Parteien sind mit ihren Antworten dabei. Die insgesamt 36 Fragen könnt ihr mit einem "Ja" durch einen Swipe nach rechts oder einem "Nein" durch den Swipe nach links beantworten. Nutzer*innen können Fragen auch überspringen oder doppelt gewichten. Zu allen Fragen gibt es kurze Erklärvideos, die das entsprechende Thema erläutern. Zum Schluss wird eure Übereinstimmung mit den verschiedenen Parteien dargestellt.

 

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3. Mehrsprachig swipen mit wAlman

#wAlman ist eine Initiative der VielRespektStiftung, die Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte motiviert, in Deutschland wählen zu gehen. Als Herzstück fungiert dabei der multilinguale WahlSwiper.

So funktioniert's: Der Fragenkatalog ist eine Erweiterung des WahlSwipers (siehe oben) um die Sprachen Englisch, Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Farsi und Russisch.

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4. Die feministische Wahlhilfe Wahltraut

Welche Parteien setzen sich für Feminismus ein? Das könnt ihr durch das Tool Wahltraut herausfinden. Das ehrenamtliche Team von #stattblumen hat gemeinsam mit einem Expert*innengremium einen Fragenkatalog u.a. zu fairer Bezahlung, Barrierefreiheit, Inklusion, Antirassismus bis hin zum Thema Aufenthaltsrecht gestellt und die Antworten ins Tool eingegeben.

So funktioniert's: Fünf Parteien haben die 32 Fragen von Wahltraut beantwortet, die ihr im Online-Tool findet. Auch hier funktioniert das Prinzip: Zustimmen, nicht zustimmen, neutral bleiben oder Frage überspringen. Persönlich wichtige Thesen könnt ihr doppelt gewichten.

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5. Fakten prüfen mit dem Sozial-O-Mat

Die Standpunkte sozialpolitischer Themen wie Arbeit, Gesundheit, Familie und Kinder sowie Migration nimmt der Sozial-O-Mat unter die Lupe. Er ist ein Angebot von der Diakonie.

So funktioniert's: Die vier Schwerpunktthemen werden anhand von fünf Thesen und Fragen zu Themen wie Grundeinkommen, Pflegekosten und Kinderbetreuung abgefragt. Im Tool wird unter den jeweiligen Thesen durch kurze Geschichten erklärt, welche Auswirkungen die politischen Entscheidungen auf das Leben von einzelnen Menschen haben können. Berücksichtigt werden die aktuell im Bundestag vertretenen Parteien.

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6. Transparente Klimaziele mit dem Klimawahlcheck

Eines der Hauptthemen der diesjährigen Bundestagswahl sind die Klimaziele der Parteien. Für einen Durchblick beim Umgang mit der Klimakrise haben die Klima-Allianz Deutschland, GermanZero und der Naturschutzbund (Nabu) die Wahlprogramme von Union, SPD, Linke, Bündis 90/Die Grünen und FDP ausgewertet und im Klimawahlcheck zusammengefasst.

So funktioniert's: Das Online-Tool besteht aus 28 Fragen zu den Themen Energie, Mobilität, Industrie, Gebäude, Klimagerechtigkeit & Klimazielen sowie Landwirtschaft und Artenvielfalt. Die Hintergründe zu den einzelnen Thesen sind jeweils kurz erklärt. Die Antworten erfolgen über eine Farbskala von rot ("gar nicht") bis grün ("vollkommen"), über die eure Meinung mit der der Parteien abgeglichen wird.

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7. Die letzte Legislaturperiode nachspielen mit DeinWal

Das Quiz von DeinWal bedient sich nicht nur einem smarten Wortspiel, sondern den konkreten Entscheidungen der Parteien, die in der letzten Legislaturperiode von 2017 bis 2021 im Bundestag gefällt wurden. Die Abstimmungen könnt ihr nachspielen, fast so, als ob ihr dabei gewesen wärt.

So funktioniert's: Das Portal DeinWal nimmt als Grundlage für eure Wahl nicht die Parteiprogramme, sondern die vergangenen Abstimmungsergebnisse. Es beinhaltet also auch nur die Parteien, die zuletzt Sitze im Bundestag hatten. Euch werden dabei die Fragen gestellt, die in der aktuellen Wahlperiode debattiert wurden. In der Auswertung der 25 Fragen wird angezeigt, welche Parteien wie ihr abgestimmt haben.

Screenshot DeineWal

8. Parteien checken mit dem Wahl-Kompass

Der Wahl-Kompass wurde von der Uni Münster erstellt und leitet euch durch die Wahlprogramme. Er besteht aus 30 Thesen, zu denen ihr euch positionieren könnt. Das Besondere: Am Ende erhaltet ihr ein Diagramm, das bildlich zeigt, wo ihr euch in der Parteienlandschaft verorten könnt.

So funktioniert's: Um das Ergebnis zu verfeinern, basieren die Antworten im Tool auf einer fünfstufigen Skala von "stimme vollkommen zu" bis "stimme überhaupt nicht zu". Der Wahl-Kompass spuckt daraufhin einen Prozentwert aus, der angibt, wie sehr ihr mit den jeweiligen Parteien übereinstimmt. Für die Analytiker*innen unter euch wird am Ende ein Koordinatensystem angezeigt, das eure Position mit der Position der Parteien anzeigt.

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9. Wahlhilfe für die Erststimme mit dem Kandidierenden-Check

Hinter jeder Partei stehen Abgeordnete, die ihr mir eurer Erststimme wählt. Auf der Internetplattform abgeordnetenwatch.de können Politiker*innen zu verschiedenen Themen öffentlich befragt werden. Basierend auf dieser Idee wurde jetzt ein Wahlhelfer entwickelt. Mit dem Kandidierenden-Check könnt ihr Direktkandidierende aus eurem Wahlkreis durch verschiedene Thesen vergleichen.

So funktioniert's: Direktkandidierende für die Bundestagswahl haben die Möglichkeit, 24 Fragen zu Themen wie Gesellschaft, Umwelt sowie Verkehr zu beantworten, die dann durch einen Fragenkatalog mit euren Antworten abgeglichen werden. Über die Eingabe eurer Postleitzahl sind das die Kandidat*innen, die ihr tatsächlich auch wählen könnt. Geht aber nur mit Politiker*innen, die zu den Fragen auf der Seite Stellung bezogen haben.

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10. Demokratie wählen mit dem Wahl-O-Meter

DEMOCRACY ist ein gemeinnütziger und auf Spenden basierter Verein, der das Ziel hat, Politik transparenter zu machen. Mit dem Wahl-O-Meter könnt ihr Stellung nehmen zu Gesetzen und Anträgen des Bundestags und die Entscheidung der Fraktionen und Politiker*innen mit euren abgleichen.

So funktioniert's: Zuerst müsst ihr die App herunterladen. Dann könnt ihr Themen wie zum Beispiel Energiewende oder Digitalisierung auswählen und eure Entscheidungen dazu fällen. Daraufhin werden sowohl die Übereinstimmungen mit den Parteien als auch Politiker*innen angezeigt. Das Tool basiert auf den tatsächlichen Abstimmungsverhalten der Parteien und Politiker*innen mit den eigenen Stellungnahmen bei konkreten Gesetzen sowie Anträgen des Bundestags.

© DEMOCRACY Deutschland e.V.

11. Bauer (oder Bäuerin*) sucht Partei mit dem Agrar-O-Mat

Landwirtschaft geht alle an. Die Redakteur*innen von agrarheute haben deshalb aktuelle Thesen zur Agrarpolitik ausgearbeitet. Alle sechs im Bundestag vertretenen Parteien haben ihr Statement zu den Aussagen abgegeben.

So funktioniert's: Die Webanwendung funktioniert durch die Abgabe eurer Antworten zu den 24 Thesen wie zum Insektenschutz und Düngeverordnung. Auch hier könnt ihr Fragen überspringen oder doppelt gewichten. Am Ende gibt es die Übersicht der Antworten von CDU, SPD & Co.

© agrarheute
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