"Rede darüber": Clueso, Curse und viele andere sprechen über Suizid

© Freunde fürs Leben

Jährlich setzen in Deutschland fast 10.000 Menschen ihrem Leben ein Ende. Die Zahl ist höher als die der Opfer von Verkehrsunfällen, Aids und Drogenmissbrauch zusammengenommen. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 60 Prozent dieser 10.000 Menschen unter Depression litten – einer Krankheit, von der wir mittlerweile wohl alle wissen, dass sie so unsichtbar wie verbreitet ist.

Der Verein "Freunde fürs Leben" leistet seit Jahren tolle Aufklärungsarbeit zum Thema Suizid und Depressionen und schafft immer wieder Aufmerksamkeit für eine Sache, die zwar wahnsinnig viele Menschen betrifft, aber noch immer zu den Themen gehört, über die in unserer Gesellschaft viel zu wenig gesprochen wird. Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September haben sie in diesem Jahr wieder einmal viele bekannte Stimmen versammelt, die zu etwas aufrufen, das ganz einfach klingt, es aber eben leider viel zu oft nicht ist: Darüber reden.

Kann ich jemanden konkret fragen, ob er oder sie plant, sich das Leben zu nehmen?

Berührungsängste, Vorurteile, Unverständnis: Über psychische Erkrankungen zu sprechen, ist generell nicht das Leichteste der Welt, weder für Betroffene, noch für deren Umfeld. Wenn es konkret um Suizid geht, gilt dies wohl umso mehr. Einer der größten Irrglauben rund um das Thema Suizid ist jedoch der, dass es falsch ist, einen Menschen, dem es gerade nicht gut geht, ganz direkt darauf anzusprechen. Kann ich jemanden konkret fragen, ob er oder sie plant, sich das Leben zu nehmen? Bringe ich die betroffene Person damit nicht am Ende überhaupt erst auf die Idee, diesen Schritt in Erwägung zu ziehen? Tatsächlich ist es so, dass ein Gespräch mit dem*der Betroffenen wahnsinnig helfen kann. Direktes Nachfragen signalisiert, dass der Raum da ist, sich jemandem anzuvertrauen, sich mit der akuten Situationen auseinanderzusetzen und gemeinsam nach Hilfsmöglichkeiten zu suchen. Über Suizid sprechen, das sollten deshalb nicht (oder nicht nur) diejenigen, die sich selbst gerade in einer Krise befinden – sondern wir alle.

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Wenn ihr selbst oder jemand aus eurem Umfeld sich gerade in einer Krise befindet, findet ihr hier Adressen von Beratungsstellen in eurer Nähe. In akuten Fällen: Sucht die nächstgelegene psychiatrische Klinik auf, meldet euch bei der Telefonseelsorge unter 0800 - 1110111 oder 0800 - 1110222 oder sucht nach Beratungsstellen des Krisendienstes bei der Deutschen Depressionshilfe.