Autumn is okay: 11 schöne Herbstspaziergänge in Berlin

Der Herbst gehört für uns zur schönsten Zeit des Jahres. Die Straßen Berlins verwandeln sich in bunte Blättermeere, in den Wäldern duftet es nach Moos und Rinde und an den Wochenenden ist Müßiggang und Chillen auf der Couch ohne schlechtes Gewissen Programm. In diesem Herbst wohl noch mehr als sonst. Trotzdem: Bewegung und frische Luft dürfen nicht fehlen, denn das hält gesund und fit. Also wickelt euch in Schal und Mütze ein und vertretet euch auf einem der 11 schönen Herbstspaziergänge quer durch Berlin, die wir euch empfehlen, die Beine und atmet mindestens zehn Mal – Pardon, wir meinten natürlich 11 Mal – tief ein und aus.

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© Wiebke Jann Spazieren gehen auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee

Frische Luft tut gut. Schöne Spazierstrecken gibt es in Berlin zuhauf, darum ist es manchmal ganz gut, eine Empfehlung an die Hand zu bekommen. Also los: Besonders schön läuft es sich über den Jüdischen Friedhof in Weißensee, der mit über 115.000 Grabstellen einer der größten jüdischen Friedhöfe Europas ist. Wer noch mehr Frischluft braucht, kann im Anschluss noch eine Runde um den Weißensee drehen.

  • Jüdischer Friedhof
  • Herbert-Baum-Straße 45, 13088
  • Winteröffnungszeiten (bis 31.03.) Monntag bis Donnerstag 7:30–16:00 Uhr, Freitag 7:30–14:30 Uhr, Sonntag 8:00–16:00 Uhr, Schabbat (Samstag) und Feiertage geschlossen
2

© Marit Blossey Am Kanal spazieren und die bunten Blätter bestaunen

Never gets old: Ein schöner Herbstspaziergang am Landwehrkanal. Mit dem Partner, der besten Freundin oder dem Hund stundenlang am Ufer entlang schlendern, während die bunten Blätter von den Bäumen rieseln – ein Träumchen. Egal, ob ihr am Pavillon am Park Waffeln naschen, am Paul-Lincke-Ufer eine Runde Boule spielen oder euch einfach nur entspannen wollt – zur Zeit kann man sich sogar noch bedenkenlos für eine kleine Pause am Wasser niederlassen, ohne zu erfrieren.

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© Brae Talon Zwischen Bahnrelikten, Graffitis und Dschungel im Natur-Park-Südgelände spazieren

Dschungelartige Naturlandschaft, verwilderte Bahnrelikte und Graffiti-Kunst: Eine perfekte Mischung für alle, die Stadtkinder und Naturliebhaber gleichermaßen sind. Auf dem Bereich des ehemaligen Rangierbahnhofs in Berlin-Tempelhof befindet sich mit dem Natur-Park Schöneberger Südgelände ein einzigartiges und zugleich vielfältiges Gebiet, das zum Spazierengehen und Entdecken einlädt. Der Wasserturm und die original Dampflok sind nur zwei der vielen Highlights.

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Waldlehrpfad Hermsdorf

© b0b, CC0, Pixabay Den Wald auf dem Waldlehrpfad Hermsdorf besser kennenlernen

"Die vielen Bäume und die wenigen Menschen – die machen den Wald so schön", hat ein schlauer Mensch mal gesagt. Dem können wir uns nur anschließen. Wenn ihr auch so gerne in den Wald geht wie wir und nebenbei auch noch etwas mehr über das Ökosystem erfahren wollt, empfehlen wir euch den Waldlehrpfad durch den Hermsdorfer Wald. Auf der 2,5 Kilometer langen Tour kommt ihr immer wieder an Info-Tafeln vorbei, auf denen ihr mehr über den Wald und seine tierischen Bewohner*innen erfahrt. Es gibt dort auch eine Aussichtsplattform für 'ne kurze Pause, von der aus ihr einen fantastischen Blick über das angrenzende Damwildgehege bekommt.

5

© Felix Kayser An der größten Open-Air-Galerie der Welt entlang spazieren

Berlin ist eine Hochburg, wenn es um Kunst im öffentlichen Raum geht. Die East Side Gallery gehört mit ihren 1,3 Kilometern zu den längsten Open-Air-Galerien der Welt und erinnert zugleich an die bewegte Geschichte des geteilten Berlins. Auf den Mauerresten haben sich ab 1990 Künstler*innen mit verschiedenen Motiven verewigt, die an "die Überwindung des eisernen Vorhangs in Europa" und die Freude über eine friedliche Revolution und den Mauerfall von 1989 erinnern sollen. 2009 wurde die East Side Gallery saniert. Mittlerweile befinden sich wieder über 100 großformatige Murals an der Mauer, die jedes Jahr mehr als drei Millionen Tourist*innenen anzieht. Seit 2018 steht die East Side Gallery auch unter Denkmalschutz.

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© Insa Grüning Durch die Großwohnsiedlung Siemensstadt in Charlottenburg und Spandau laufen

Die Siemensstadt im Berliner Westen ist im Prinzip ein eigener Ort mit allem, was man zum Leben braucht. Das Viertel ist ein Mix aus Industriebauten sowie groß angelegten Wohnsiedlungen, was der Gegend in Charlottenburg-Nord und Spandau einen ganz eigenen und speziell anmutenden Charme verleiht. Die Ursprungsidee hinter dem groß angelegten Bauprogramm war, den Siemensarbeitern kostengünstige Wohnungen (die im Schnitt 54 qm groß waren) ganz in der Nähe ihrer Arbeit zur Verfügung zu stellen. Der Gesamtbebauungsplan stammt von Architekt Hans Scharoun, die einzelnen Siedlungen wurden jedoch auch von anderen Mitgliedern der Architekturgemeinschaft "Der Ring" geplant, zwischen 1929 und 1931 gebaut und gehören heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Wer sich für Architekturgeschichte interessiert, der sollte die Kamera einpacken und unbedingt einen Spaziergang durch die Siemensstadt machen.

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@ Daliah Hoffmann Vom Neuen See bis zur Siegessäule durch den Tiergarten laufen

München hat den Englischen Garten, wir haben den Tiergarten. Der liegt nicht nur inmitten der Stadt, er ist ein echtes Naherholungsgebiet. Unser Spaziergang beginnt an der S-Bahnstation Tiergarten. Von hier aus passieren wir die Tiergarten-Quelle, die Unterschleuse im Landwehrkanal und kommen am Gaslaternen-Freilichtmuseum Berlin an. Wem nicht nach Kultur zumute ist, kann direkt weiter zum Neuen See spazieren, eine kleine Oase, die ihr gesehen haben müsst. Sehr empfehlenswert ist das Café am Neuen See, wo ihr eine gemütliche Pause direkt am Wasser einlegen könnt. Danach geht's vorbei am Roon-Denkmal bis zur Siegessäule, dem Ziel unserer Tour. Zurück zum Ausgangspunkt schlendert ihr parallel zur Straße des 17. Juni entlang. Ohne Pause solltet ihr für den Walk ungefähr eine Stunde Zeit einplanen.

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Tegeler Fließ, Berlin, Spaziergänge, spazieren gehen, Ausflug, Natur

© Insa Grüning Durchs Moor und Sumpflandschaften im Tegeler Fließ wandern

Der Tegeler Fließ schlängelt sich durch ein wunderschönes, mooriges Landschaft- und Naturschutzgebiet in Reinickendorf, das Lebensraum für viele gefährdete Tierarten geworden ist. Auf einem Spaziergang könnt ihr mit etwas Glück zum Beispiel Biber, Fischotter, Eisvögel, Rohrweiher oder zahlreiche Kröten und Frösche entdecken. Gerade mit euren Kids ist ein Ausflug zum Tegeler Fließ ein tolles Wochenendprogramm, weil man die Stadt für einen Moment völlig vergisst. Besonders eindrucksvoll ist das Areal, wenn es frisch geregnet hat, denn dann sind große Teile der Wiesen überschwemmt. Klasse auch, wenn ihr Lust habt, tolle Fotos zu schießen. Ach ja, und Wasserbüffel gibt es hier übrigens auch. Etwas östlicher gelegen gibt es einen Steg, der direkt durch den Bach führt und von dem aus ihr euch die Sumpflandschaft aus nächster Nähe anschauen könnt.

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© Wiebke Jann Gemütlich im Volkspark Rehberge spazieren

Ungestört spazieren und picknicken könnt ihr im Volkspark Rehberge. Das Gelände ist so riesig und unterteilt in verwunschene Wald-, Wiesen-, Hügel- und Seenlandschaften, dass es hier nie wirklich voll ist. Wer zwischendurch vor lauter Erholung noch nicht eingeschlafen ist, der kann den Abend im Sommer normalerweise im Freiluftkino Rehberge ausklingen lassen oder sich im nahegelegenen Freibad Plötzensee abkühlen. Mal sehen, was und ob das in diesem Sommer möglich sein wird. Zum Spazierengehen braucht es aber nicht viel mehr als bequemes Schuhwerk und eine Sonnenbrille.

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© Kerstin Musl Romantischer Spaziergang am Schlachtensee mit Einkehr in der Fischerhütte

Wer Fan ist von langen Spaziergängen und den Stadttrubel hinter sich lassen will, der ist am Schlachtensee genau richtig. 5,5 Kilometer Uferweg sorgen für viel Ruhe und Raum für tolle Gespräche. Händchenhaltend kann man hier ungestört rumlaufen und wem anschließend der Magen knurrt, für den gibt es in der Fischerhütte klassische Kost. Wer nach dem Essen noch Lust auf eine Verlängerung des Dates hat, dem ist die Einkehr nebenan in die Weinhandlung sehr zu empfehlen. 

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© Bruno D'Amicis/Stadtentwicklung Berlin Um den Hundekehle- und den Grunewaldsee spazieren

Wenn ihr Lust habt, einen Ausflug in die City West zu machen, um euch die Beine zu vertreten, dann möchten wir euch einen Spaziergang im Grunewald ans Herz legen. Den S-Bahnhof Grunewald erreicht ihr super mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, von da aus geht es entlang des Hundekehlesees zum wunderschönen Grunewaldsee. Unterwegs kommt ihr zunächst an der Badestelle Bullenwinkel vorbei, am Forsthaus Paulsborn und dann könnt ihr das wunderschöne Jagdschloss Grunewald bestaunen, um anschließend den See weiter zu umrunden. Etwa zwei Stunden und sieben Kilometer später kommt ihr wieder am Bahnhof Grunewald an. Ein ausgiebiger Spaziergang, der sich wirklich lohnt und ihr vergesst garantiert für einen Moment, dass ihr eigentlich in Berlin seid.

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