11 Tipps, wie Aktivismus auch zu Hause funktioniert

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Die Corona-Krise hat gezeigt, wie schnell Hilfe, Unterstützung und Aufmerksamkeit für wichtige Themen möglich sind, wenn man nur will. Das ist super! Gleichzeitig treten aber auch viele wichtige Themen in den Hintergrund, für die vorher mehr Gesprächsraum war – allen voran die Klimakrise. Demonstrieren wird in Zeiten von Abstandsregelungen und Isolation schwer und auch die Organisation von aktivistischen Gruppen funktioniert im Moment nur online. Ihr wollt trotzdem nicht zu Hause rumsetzen, sondern euch für Themen, die euch am Herzen liegen, einsetzen? Dann haben wir 11 Tipps für euch, wie Aktivismus auch von zu Hause funktioniert

1. Petitionen unterschreiben

Online-Petitionen sind eine super Möglichkeit, viele Menschen gemeinsam, an einem Strang ziehen zu lassen. Auf Plattformen wie Change.org habt ihr die Möglichkeit, bestehende Petitionen zu unterschreiben oder selbst eine zu starten. Das Schöne: Hier finden alle Themen einen Platz! Tamponsteuer senken, Walfang stoppen, Bedingungsloses Grundeinkommen fordern, für bessere Arbeitnehmerrechte kämpfen, sich für Flüchtlinge einsetzen – Petitionsplattformen bringen alle Themen und vor allem viele Menschen zusammen.

2. Social Media nutzen

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Gerade jetzt zeigt sich das Internet mal wieder als treuer Begleiter – aber nicht nur für abendliche Netflix-Sessions sind wir dem Internet dankbar. Nein, über Social Media könnt ihr euch auch informieren, eure Meinung teilen, Projekte und Beiträge von anderen pushen und auf tolle Aktionen aufmerksam machen. 

3. Im Privaten diskutieren

Politischer Aktivismus fängt immer im eigenen Umkreis an. Und gerade jetzt, wo viele Fake News unterwegs sind und Menschen oft unfundierte Meinungen verbreiten, ist es besonders wichtig, zu diskutieren, für die eigene Meinung einzustehen und wichtige Themen nicht unter den Teppich zu kehren. Und wer weiß, vielleicht steckt ihr Freunde und Familie mit eurem Aktivismus an und ihr könnt gemeinsam mit anderen diese Ideen umsetzen.

4. Mit Plakaten und Kreide kreativ werden

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Eine einfache und dennoch wirkungsvolle Möglichkeit ist es, den öffentlichen Raum zu nutzen und so auf wichtige Themen aufmerksam zu machen: Sei es mit Plakaten, die ihr aus euren Fenstern hängt oder großen Kreidegemälden, die ihr auf den Straßen hinterlasst. In Zeiten von Social Media können sich solche Signale schnell wie ein Lauffeuer verbreiten und ihr zeigt damit auch anderen in eurer Stadt, dass der aktivistische Spirit noch da ist. 

5. Webinare und Onlinemeetings

Durch Social Distancing und Abstand halten haben wir unsere privaten Kontakte und beruflichen Meetings ins Internet verlegt – das gleiche gilt für Treffen aus dem Bereich des Aktivismus. Durch Online-Treffen könnt ihr immer noch neuen Gruppen beitreten und mitbekommen, welche Aktionen geplant werden. Extinction Rebellion starten beispielsweise regelmäßige Online-Onboarding-Events für neue Mitglieder, treffen sich aber genauso für andere Anliegen über Videokonferenzen. Informiert euch einfach bei den Organisationen, die euch am Herzen liegen.

6. Geld spenden oder Mitglied werden

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Geld spenden ist nicht der kreativste Weg, sich einzubringen und viele haben auch im Moment nicht die Mittel dafür. Wenn es euch aber finanziell gerade gut geht, schaut euch um, welche Projekte ihr unterstützen wollt. Ihr könnt zum Beispiel ganz gezielt Crowdfunding Kampagnen unterstützen, oder regelmäßig an Organisationen spenden, die sich für Menschen, Natur und Co. einsetzen. Oft funktioniert das auch über eine Mitgliedschaft, durch die ihr mehr Informationen bekommt oder an Informationstreffen teilnehmen könnt – natürlich erstmal nur digital.

7. Demonstrieren

Auch Demonstrationen wurden in den letzten Wochen ins Internet verlegt oder mit neuen Maßnahmen umgesetzt – Fridays For Future hat letzte Woche eine große digitale Demo mit Internet-Veranstaltung gestartet, es gab Demonstrationen für die Flüchtlinge in Griechenland und deutschlandweit hat die Gastronomie mit leeren Plätzen auf ihre dramatische Situation aufmerksam gemacht. Wir sehen: Demos funktionieren auch anders. Werdet kreativ und überlegt, wie man Demos gestalten kann, ohne dass sich dafür viele Menschen auf einem Platz versammeln müssen.

8. Die Zeit für Bildung nutzen

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Viele von uns haben gerade jede Menge Freizeit zur Verfügung – die kann man nutzen, um sich zu bilden und auf dem Laufenden zu bleiben, nicht nur was die Corona-Lage angeht. Achtet auch auf Nachrichten abseits der großen Schlagzeilen, lest Artikel im Internet, schaut euch Dokumentationen auf YouTube, Netflix und Co. an, lest Bücher, studiert Parteiprogramme oder informiert euch über unbekannte Projekte aus aller Welt – die Möglichkeiten sind vielfältig und so nutzt ihr eure Zeit auf interessante und sinnvolle Weise.

9. Briefe an Politiker*innen schreiben

Eine alt bewährte Methode, zu der auch in vielen Kampagnen immer wieder aufgerufen wird, ist, sich direkt mit einem Anliegen an Politiker*innen zu wenden – mit Briefen oder Mails. Checkt, wer zuständig ist, wie ihr die Person kontaktieren könnt und formuliert eure Wünsche in einem Text. Große Organisationen haben für ihre Anliegen auch oft vorformulierte Briefe, die ihr runterladen und verschicken könnt, um eure Unterstützung zu zeigen – wie z.B. Amnesty International.

10. Eigene Entscheidungen hinterfragen

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Mit unseren alltäglichen Handlungen entscheiden wir mit, wie sich unsere Welt verändert – Konsum ist dabei ein wichtiges Stichwort. Gerade bei Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel, Zero Waste und Co. ist es wichtig, den eigenen Konsum genau zu reflektieren. Wo kaufe ich ein? Welche Firmen unterstütze ich durch meine Käufe? Bin ich mit meinem Konsumverhalten zufrieden und könnte ich vielleicht andere Läden in meiner Stadt unterstützen, deren Konzepte ich gut und wirksam finde? Die ganze Welt macht gerade eine spannende Phase der Veränderung durch – warum also nicht auch wir persönlich.

11. Online Gleichgesinnte suchen

Aktivismus macht mehr Spaß, wenn man nicht alleine ist und andere Menschen trifft, mit denen man sich gemeinsam für eine Sache stark machen kann. Auch in Nicht-Corona-Zeiten gibt es deshalb jede Menge Online-Treffen, WhatsApp-Gruppen und virtuelle Orte, an denen sich Aktivisten austauschen und organisieren – die findet ihr meistens direkt auf den Webseiten oder Social Media-Profilen von Organisationen. Und so bekommt ihr während Social Distancing auch gleich noch ein paar neue Kontakte. 

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