11 Möglichkeiten, wie ihr euch jetzt ehrenamtlich engagieren könnt

© Unsplash | Nina Strehl

Solidarität sollte immer wichtig sein, jetzt gerade ist sie es mehr denn je. Wenn ihr nicht zur Risikogruppe gehört und wegen des verschobenen Unistarts oder weil eure Jobs gerade ausfallen mehr Zeit als sonst habt, dann könnt ihr diese Zeit hervorragend nutzen und euch ehrenamtlich engagieren. Wir haben euch 11 Möglichkeiten zusammengestellt und versucht alle Bereiche, in denen durch die Coronakrise akut Hilfe besteht, abzudecken. Von digitaler Nachhilfe für Kinder bis Hilfe bei der Tafel und im Frauenhaus: Lasst euch inspirieren und haltet zusammen. Gemeinsam lässt sich alles schaffen!

1. Solidarität in der Nachbarschaft zeigen

Wenn ihr in eurer Nachbarschaft helfen wollt oder selbst Hilfe braucht, könnt ihr auf Wir gegen Corona ganz easy einen Fragebogen ausfüllen und anschließend ausgedruckt bei euch im Treppenhaus aufhängen! Neben Einkäufe erledigen und Medikamente besorgen könnt ihr auch anbieten zuzuhören, Müll wegzubringen, Gassi zu gehen oder Briefe einzuwerfen. Lasst uns jetzt einfach mal alle zeigen, wie schön eine solidarische Nachbarschaft sein kann. Ähnlich funktionieren QuarantäneheldenSolidaritäter, nebenan.de und Wir helfen (hier könnt ihr auch angeben, dass ihr Dinge teilt).

Außerdem gibt es die Seite CoronaPort, die sich als erweiterte Nachbarschaftshilfe versteht. Neben den obigen Möglichkeiten zu helfen, wird außerdem die Kategorie "Hilfsgüterverteilung" angeboten. Das kann für Hilfsorganisationen sehr wichtig sein, denn oftmals haben sie gerade keine Kapazitäten externe Bedürftige mit Essen, Kleidung und Medikamenten zu versorgen. Für jede Stadt soll es Regionalkoordinator*innen geben. Bisher gibt es die Seite nur in Berlin, aber wenn ihr euch als Orga-Held*in seht, dann bringt CoronaPort doch in eure Stadt! Gesucht werden außerdem Freelancer für Webdesign, Fotografie, Rechtsberatung, Marketing, Film und Autor*innen.

2. Unterstützt eure lokalen Krankenhäuser

Krankenhaus Artz
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Wegen der Coronakrise sind momentan alle medizinischen Einrichtungen stark überlastet, deshalb werden Medizinstudierende und andere Auszubildende im medizinischen Bereich darum gebeten sich bei den Krankenhäusern in ihrer Umgebung zu melden.

Aber auch wenn ihr kaum oder gar keine medizinische Vorkenntnis habt, könnt ihr euch engagieren! Denn es werden außerdem dringend Mundschutz-Masken benötigt, weil diese oft gewechselt werden müssen. Wenn ihr also eine Nähmaschine habt und helfen wollt, dann lest euch diese Anleitung durch und macht euch ans Werk. Bitte achtet darauf Baumwollstoffe zu verwenden, die bei mindestens 60 Grad gewaschen werden können und vernäht sie in drei Lagen. Viele Krankenhäuser haben Aufrufe gestartet, erkundigt euch doch bei dem nächstgelegenen nach der richtigen Ansprechperson für Mundschutz-Masken!

3. Der Tafel helfen Menschen mit Essen zu versorgen

Markt Tafel
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Während wir uns um die letzte Rolle Klopapier zanken, gibt es viele Menschen, die gar nicht erst in den Supermarkt gehen, weil sie es sich finanziell nicht leisten können. Diese Menschen versorgt die Tafel in Berlin, Hamburg, München und Köln mit Essen. Da aber viele der Ehrenamtlichen zur Risikogruppe gehören, brauchen die Tafeln gerade verstärkt eure Hilfe! Wenn ihr Zeit habt, nutzt sie doch um beim Abholen der Lebensmittel als Fahrer*in oder Beifahrer*in, oder bei der Ausgabe mitzuhelfen. Bitte meldet euch aber nur, wenn ihr mindestens sechs Stunden zur Verfügung stehen könnt.

Bei der Tafel helfen | Kontakt München | Kontakt Berlin | Kontakt Hamburg | Kontakt Köln | Mehr Info

4. Über Vostel & Let's Act Sachspendengesuche finden & Hilfe anbieten

Vostel ist eine Übersichtsplattform, auf der ihr euch registrieren könnt, um Hilfe oder Sachspenden anzubieten, oder nach diesen zu suchen. Momentan empfiehlt die Seite sich online bei den Projekten zu engagieren. Was ihr aber sehr gut von zuhause machen könnt, ist, dazu beizutragen Sachspenden zu organisieren. Zum Beispiel könnt ihr dort sehen, dass die Berliner Obdachlosenhilfe gerade dringend Einweggeschirr sucht, um ihre Gäste vor der Ansteckung zu bewahren. Oder, dass die Berliner Quinoa-Schule Laptops sucht, um ihre sozial schwächer gestellten Schüler*innen weiterhin unterrichten zu können. Vostel gibt es für Berlin, Hamburg, Köln und in der Region München. Sie haben gerade außerdem gerade eine Kampagne gestartet, bei der sie unter dem #supportduringcorona auf gute Projekte aufmerksam machen!

Bei Let's Act könnt ihr euch von überall aus anmelden und dann sehen welche Organisationen in eurer Umgebung Unterstützung brauchen. Auf ihrer Seite gibt es jetzt eine extra Seite für Corona, auf der ihr ähnlich wie bei den Nachbarschaftsseiten, angeben könnt, dass ihr Hilfe braucht oder Hilfe geben könnt. Wenn ihr also gerade mehr Zeit als gewöhnlich habt, dann ladet euch einfach die App runter, schaut was es zu tun gibt und helft.

5. Senior*innen etwas Gutes tun

Alte Menschen Großeltern Altenheim Seniorenheim
© Unsplash | Elien Dumon

Wer zuhause ist und gerne auf eine kreative Art Gutes tun möchte, kann Post an Alten- und Pflegeheime schicken! Die Bewohner*innen dürfen zu ihrem eigenen Schutz gerade keinen Besuch mehr empfangen und sind deshalb oft einsam. Schreibt ein Gedicht, malt ein Bild mit Bob Ross, presst Blütenblätter – tobt euch aus oder schreibt einen ganz simplen lieben Gruß. Ein Brief oder eine Postkarte kostet euch nicht viel Zeit und kann einsamen Senior*innen und Pflegebedürftigen den Tag retten!

Oder ihr meldet euch bei silbernetz.org, einer Plattform die Senior*innen telefonisch mit Ehrenamtlichen verbinden, damit sie jemanden zum quatschen haben. Wenn ihr mithelfen wollt, werdet ihr vom Silbernetz Team geschult und könnt dann zu bestimmten Zeiten für Telefonate bereitstehen. Alle Infos gibt es hier. Hilfreich ist es auch, wenn ihr ältere Menschen in eurem Umfeld auf die Organisation hinweist! Viele von ihnen haben kein Internet und bekommen diese tolle Aktion nur über Flyer mit, die ihr hier findet.

6. Den Schutz vor häuslicher Gewalt unterstützen

Nachbarn Nebenan Tür
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Wir alle sollen gerade so viel Zeit zuhause wie möglich verbringen. Das mag für die meisten von uns eine willkommene Abwechslung sein. Aber es gibt leider viele Menschen, für die das Zuhause kein schöner Ort ist. Gerade jetzt ist es also wichtig, dass es Organisationen und Anlaufstellen gibt, an die sich Betroffene von häuslicher Gewalt wenden können. Diese Stellen brauchen gerade mehr denn je unsere Unterstützung durch Sach- und Geldspenden.

Aber auch wenn ihr nichts spenden könnt, gibt es Engagement, das wir alle zeigen können, indem wir aufmerksam sind. Achtet auf die Menschen in eurem Umfeld, seid für eure Nachbar*innen und deren Kinder da – klingelt einfach mal und fragt nach Salz, wenn ihr den nächsten Streit mitbekommt. Bringt der alten Frau, die nie aus ihrer Wohnung kommt, Kekse vorbei und fragt, ob alles okay ist. Für Betroffene kann schon das Gefühl wertvoll sein, dass da jemand ist, der hinschaut, der mithört, der im Zweifelsfall helfen wird. Sprecht das Thema häusliche Gewalt an, macht auf die Notfallnummern aufmerksam.

7. Etwas zur Hilfe für Geflüchtete beitragen

Geflüchtete Refugee
© Unsplash | Markus Spiske

Viele Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren gehören zur Risikogruppe und können deshalb gerade ihre wichtige Arbeit nicht mehr tun. Das gilt für die Tafel, genau wie für die Arbeit mit Geflüchteten. Auch hier müssen die Unterkünfte spontan auf die aktuelle Situation reagieren und freuen sich über Sach- und Geldspenden. Engagieren könnt ihr euch aber auch persönlich. Auf dieser Seite findet ihr eine Übersicht der Hilfsorganisationen.

Wenn es euch am Herzen liegt, dass wir als eine Gesellschaft durch diese Krise kommen, dann könnte außerdem diese Petition interessant für euch sein: "#LeaveNoOneBehind: Jetzt die Corona-Katastrophe verhindern - auch an den Außengrenzen!" Es geht darum den Menschen an der türkischen bzw. griechischen Grenze Hilfe zukommen zu lassen, vor allem auf der griechischen Insel Lesbos, wo momentan 20.000 Menschen dicht gedrängt zusammen leben müssen. Zur Petition geht es hier. Um sich zu engagieren reicht manchmal schon eine Unterschrift.

8. Digital und ehrenamtlich Nachhilfe geben

Schule
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Alle Schulen sind geschlossen, alle Kinder zuhause. Das ist eine extreme Herausforderung an die Kinder und Jugendlichen und auch an ihre Eltern. Gerade Kinder, die zuhause wenig Unterstützung bekommen, könnt ihr als Ehrenamtliche mit Nachhilfeunterricht unterstützen. Registrieren könnt ihr euch unter Studenten bilden Schüler. Normalerweise trefft ihr euch dann persönlich vor Ort, aber da die meisten von uns ja Digital Natives sind (oder zumindest die Nachhilfe Suchenden im passenden Alter sein dürften), sollte eine Verbindung über ein Videochat Programm kein Problem sein. Diese Organisation gibt es schon in München, Berlin und vielen anderen Städten – sollte eure Stadt nicht dabei sein, dann könnt ihr auch einen neuen Standort gründen.

9. Kinder betreuen

Kinderbetreuung Kinder
© Unsplash | Ben Wicks

Während alle Kinder zuhause bleiben sollen, weil Kitas und Schulen geschlossen sind, können nicht alle Eltern im Homeoffice arbeiten. Wenn ihr dringend Betreuung für eure Kinder sucht, könnt ihr euch auf Coronamami anmelden. Oder ihr meldet euch dort, wenn ihr gerade Kapazitäten habt auf Kinder aufzupassen. Auf einer Statistik der Seite könnt ihr sehen wie viele Kinder schon betreut werden: Momentan sind es 15.000! In manchen Gebieten Deutschlands wurde die Ausgangsbeschränkung verhängt, das bedeutet für die Kinderbetreuung, dass zwar nicht empfohlen wird die Kinder von anderen Menschen betreuen zu lassen (um den Ansteckungskreis zu minimieren). Es heißt aber auch, dass es im Notfall erlaubt ist. Nähere Infos gibt es hier.

10. Erntehelfer*in werden

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Ja richtig gelesen, nicht nur in eurer Nachbarschaft, oder im sozialen Bereich wird gerade Hilfe gesucht! Viele Erntehelfer*innen fallen momentan aus, weil sie aus Osteuropa oder Afrika kommen und nicht mehr über die Grenze reisen dürfen. Gerade fängt aber zum Beispiel die Spargelzeit an und die Landwirt*innen sind auf die Hilfe angewiesen. Wenn ihr also gerade frei habt, weil eure Unikurse verschoben wurden, oder eure Jobs gerade auf Eis liegen, dann könnt ihr euch als Erntehelfer*in bewerben. Natürlich nicht ehrenamtlich, sondern bezahlt. Infos dazu gibt es auf verschiedenen Seiten, denn betroffen sind viele Regionen. Ihr könnt euch bei Solidaritaeter anmelden, bei Lettau Personal Dienst, oder bei Cleverackern, und mehr Infos gibt es hier.

11. Im Tierheim aushelfen

Hund Tierheim
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Leider sind mit der Coronakrise sehr viele Tiere in Heimen abgegeben worden. Viele Tierheime müssen sich jetzt um extrem viele Tiere kümmern und brauchen dabei Hilfe. Ihr könnt euch direkt in den Tierheimen in eurer Umgebung melden, oder über die Maltäser eine Stelle suchen. Auch hier gilt es zu beachten, dass in den Bereichen Deutschlands, in denen die Ausgangsbeschränkung eingeführt wurde eventuell spezielle Regelungen gelten, obwohl es zum Beispiel erlaubt ist mit dem Hund Gassi zu gehen. Sprecht das am Besten mit dem Tierheim vor Ort ab!

Titelbild: © Unsplash | Nina Strehl

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