Vegan kann jede*r? Ich habe mich zwei Wochen vegan ernährt – und so war's

© Daliah Hoffmann

Wer in Berlin nicht zumindest eine Besonderheit im Essensplan hat, ist fast schon eine Seltenheit. Fast jede*r ernährt sich entweder laktose-, gluten- oder zuckerfrei, vegetarisch, vegan oder in einer Kombination aus irgendwie allem. Bei uns im Büro ist es inzwischen so weit, dass wir bei unserer wöchentlichen Kantine pauschal alles vegan und glutenfrei kochen. Denn das ist bei einer Veganerin, jeweils zwei Laktose- und Glutenintolleranten und sechs Vegetarier*innen tatsächlich der einfachste Weg.

Ich selbst ernähre mich seitdem ich denken kann "nur" vegetarisch und da kommen die Jungs und Mädels von Oatly ins Spiel, denn die haben mir im Zuge ihrer "It’s like milk but made for humans"-Kampagne die Aufgabe gestellt, mich zwei Wochen lang vegan zu ernähren. Das Ziel der Kampagne ist es, auf einen notwendigen Wandel hin zu einer eher pflanzenbasierten Ernährung hinzuweisen, weil wir uns so nicht nur selbst etwas Gutes tun, sondern auch unserer Umwelt und dem Planeten. "Kein Problem für mich", denke ich, denn wir trinken zu Hause ohnehin Oatly Haferdrink, Eier esse ich auch super selten und meine Stulle bestreiche ich meistens mit pflanzlichen Aufstrichen. Aber dann fällt mir ein: "Meine Lieblings-Comfy-Essen sind Käsespätzle und Lasagne." Und bei beiden Gerichten ist Käse eigentlich die wichtigste Zutat.

Berlin ist ein Mekka für Veganer*innen

Ich verabschiede mich gedanklich für die nächsten zwei Wochen von Spätzle und Käse und starte in die veganen Wochen mit einem Cappuccino mit Haferdrink, der übrigens fantastisch schmeckt und mir definitiv keine Probleme bereitet, mich zwei Wochen vegan zu ernähren. Auch bei der Mittagspause ist alles easy, schließlich sind wir hier in Berlin und ein Restaurant, das keine vegane Alternative auf der Karte hat, ist ja sowas von 2010. Vor allem die vietnamesische Küche macht es mir leicht, denn hier sind die meisten Gerichte mit Tofu wählbar und ohnehin vegan, weil hier mit Kokos- statt Kuhmilch gekocht wird. Außerdem haben in Berlin in den vergangenen Jahren so viele vegan-vegetarische vietnamesische Restaurants aufgemacht, dass ich mich nicht nur über Tofu und Seitan, sondern auch vegane Ente und Hähnchen freuen kann, yummy! Das Gefühl von Verzicht? Fehlanzeige.

Vegane Ente mit Curry im veganen Restaurant Mom's Creation. © Wiebke Jann

Berlin ist aber nicht nur beim Auswärtsessen eine sichere Bank für Veganer*innen, denn inzwischen gibt es so viele Berliner Blogs und Insta-Accounts, die sich mit dem veganen Lebensstil auseinandersetzen, sodass auch das Kochen zu Hause super easy ist. Mein Lieblingsblog ist Zucker und Jagdwurst von Isa und Julia. Die beiden Berliner*innen leben seit Jahren vegan und lieben Comfy-Food. Weil in meinem Kopf als Vegan-Frischling das Wort "Verzicht" immer noch eine Rolle spielt, sind die Rezepte von Isa und Julia perfekt, denn hier gibt's von veganem Butter Chicken über Pancakes bis hin zu Kroketten mit Schnitzel und Käsespätzle alles – und zwar vegan.

Comfy-Food statt Verzicht

Also gehe ich erstmal vegan einkaufen. Und nennt mich naiv, aber ich dachte, das hübsche "Vegan"-Logo sei inzwischen angekommen und würde einem das ewige Zutatenlistenlesen ersparen. Dem ist nicht so, denn selbst wenn Produkte vegan sind, bedeutet das nicht, dass sie gekennzeichnet sind. Mein Einkauf dauert also fast doppelt so lange, denn auch wenn die Auswahl in Berliner Supermärkten groß ist, kostet es einfach Zeit, sich alles durchzulesen. Hungrig einkaufen wird so definitiv zur Qual.

Als erstes koche ich das vegane Butter Chicken, bei dem Sojaschnitzel, vegane Butter und Hafer Cuisine die tierischen Zutaten ersetzen. Herauskommt ein wirklich fabelhaft leckeres Essen. Verzicht? Diese Frage stellt sich bei mir zumindest nicht mehr, denn mit den richtigen Zutaten fehlt es einem tatsächlich an nichts. Euphorisch über das ganze leckere vegane Essen, probiere ich mich natürlich auch an meinem Lieblingsessen aus: Lasagne. Und die hat meinem Vegan-Hype einen kleinen Dämpfer verpasst, denn ehrlich gesagt schmeckt veganer Käse ziemlich scheiße. Zumindest der, den ich ausprobiert habe. Zwar war die vegane Bollo und die Béchamel-Soße super, aber ohne die knackige Käsekruste ist es eben doch nicht die ganze Lasagne-Experience, schade.

Fazit nach zwei Wochen: vegan kann jede*r!

Zugegeben, bei jedem neuen Produkt auf die Rückseite schauen zu müssen, ob es auch wirklich frei von tierischen Inhaltsstoffen ist, nervt. Und es war wohl naiv, zu denken, dass es genau dafür das kleine gelbe "Vegan"-Logo gibt, um den Leuten die Leserei zu ersparen. Dennoch finde ich in jedem halbwegs gut sortierten Supermarkt viele vegane Alternativen, tolle Aufstriche und Haferdrinks, der absolute Gewinner meiner zwei Wochen Vegansein, denn ich liebe Haferdrink. Bei uns zu Hause haben wir längst auf die pflanzliche Alternative umgestellt, die schmeckt im Kaffee nämlich viel besser und die Barista-Edition von Oatly schäumt sogar richtig (das Beste: sie flockt im Kaffee auch nicht, wie einige pflanzliche Alternativen).

In den letzten zwei Wochen habe ich noch einmal viel bewusster gemerkt, dass Berlin das absolute Mekka für Veganer*innen ist. In jedem Restaurant gibt es vegane Gerichte und auch beim Eis – zumindest bei den hippen Eisdielen – sind immer ein paar vegane Sorten dabei, die dem klassischen Milcheis in nichts nachstehen. Vielleicht werde ich mich nicht rein vegan ernähren, dafür vermisse ich die Käsekruste auf meiner Lasagne einfach doch zu sehr (oder ich habe noch nicht den richtigen veganen Schmelz für mich entdeckt), trotzdem werde ich auch künftig viele Molkereiprodukte durch pflanzliche Alternativen ersetzen und versuchen, mich bewusst vegan zu ernähren.

Dieser Beitrag ist bezahlt von Oatly.

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