11 gute Orte zum Pilzesammeln in und um Berlin

Zum Herbst gehören buntes Laub, leckerer Tee, heiße Suppen und Pilzesammeln. Ich liebe es, durch den Wald zu stapfen und Pilze zu suchen, sie dann zu putzen und zu kochen. Nur essen tu ich sie komischerweise nicht. Damit bin ich wahrscheinlich eher die Ausnahme. Ob man es nun mag, einfach zu suchen, oder sie auch gern isst – sogar in und um Berlin gibt es gute Orte für die Pilzsuche.

Allgemein sind Mischwälder die besten Anlaufstellen, aber auch auf großen Wiesen wachsen Pilze. Am besten schaut ihr im niedrigen Gras und Moos, in den Übergangszonen zwischen Laub- und Nadelwald und möglichst nicht zu nah an Parkplätzen. Aber Vorsicht, verlauft euch nicht! Damit ihr nicht völlig ohne Plan loszieht, haben wir für euch ein paar gute Orte zum Pilzesuchen in und um Berlin zusammengetragen. Mitbringen solltet ihr ein Messer, einen Korb (keine Plastiktüte!) und viel Geduld.

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© Mit Vergnügen Pilze sammeln im Grunewald

Obwohl Pilze theoretisch das ganze Jahr über gesammelt werden können, bringt der Herbst die schönste Atmosphäre zum Pilze sammeln und essen mit sich. Ganz blauäugig sollte man allerdings nicht losziehen – nehmt ein gutes Pilz-Bestimmungsbuch und informiert euch vorher. In Deutschland gibt es etwa 1200 Pilzsorten, von denen sind 90 Prozent essbar, davon schmecken aber wiederum nur etwa ein Viertel. Wenn ihr sicher gehen wollt, dass am Ende nur Gutes in der Pfanne landet, lasst auf dem Wochenmarkt einen netten Pilzverkäufer eure Funde inspizieren.

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© Wenni Zhou | Unsplash Den Naturpfad zwischen Bredower Forst und Falkensee zu Fuß oder auf dem Rad entdecken

Westlich von Berlin im Landkreis Havelland in Brandenburg könnt ihr in Falkensee wunderbar spazieren gehen oder die Gegen mit dem Rad erkunden. Besonders schön ist der Naturlehrpfad zwischen Falkensee und dem Bredower Forst, der bereits in den 30er Jahren angelegt wurde. Es gibt viele schöne Radwege, also steht eurem Sonntagsausflug nichts mehr im Weg.

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Elijah O'Donell | Unsplash Burgen bestaunen und Pilze mitnehmen im Naturpark Hoher Fläming

Auch im Naturpark Hoher Fläming gibt's pilztechnisch einiges zu holen. Gelegen im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg, südwestlich von Berlin, wartet der Naturpark mit Sehenswürdigkeiten wie der Burg Rabenstein, dem Schloss Wiesenburg, der Bischofsresidenz Burg Ziesar oder dem angrenzenden Kurort Bad Belzig auf euch und eure Sammel-Körbchen.

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© Dan Stark | Unsplash Champignons direkt aus dem Tiergarten? Ohja!

Gute Nachrichten für alle, die gern ein paar Pilze sammeln möchten, sich aber dann doch nicht ganz so weit aus ihrer herbstlichen Komfortzone heraus bewegen wollen: Auch mitten in der Stadt könnt ihr fündig werden! Im Tiergarten, der grünen Lunge der Hauptstadt, könnt ihr mit etwas Glück (und Fleiß) Pilze finden. Besonders auf den Wiesen zwischen der Spanischen Botschaft und dem Großer Stern sollen sich tatsächlich einige Pilzsorten auftreiben lassen.

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© Berlin-Brandenburg Echtes Wildlife-Feeling in der Schorfheide um Joachimsthal

Im Landkreis Barnim in Brandenburg, nordöstlich von Berlin, liegt die Schorfheide. In dem großen Waldgebiet gibt es nicht nur einen Kletterwald und einen Wildpark mit Hirschen, Wildschweinen, und – haltet euch fest – Wolfsbabys, sondern auch jede Menge leckere Pilze. Und das alles nur knapp eine Stunde Autofahrt von Berlin entfernt!

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© Florian Möllers/Stadtentwicklung Berlin Pilzwanderung durch die Müggelberge

Noch eine Pilz-Anlaufstelle, für die ihr wirklich nicht so weit rausfahren müsst: die Müggelberge im Köpenicker Stadtforst, südöstlich im Bezirk Treptow-Köpenick. Hier gibt's schöne Seen, knorrige, alte Bäume und sogar ein kleines Hochmoor. Ihr könnt also fleißig Pilze sammeln und nebenbei den Großen Müggelsee und den Teufelssee umwandern, das Moor bestaunen und Berlins höchsten Berg, den Müggelberg, besteigen.

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© Nathan Riley | Unsplash Auf die Steinpilze, fertig, los in Ludwigsfelde und Umgebung

Auch im Umkreis von Ludwigsfelde südlich von Berlin sprießen die Pilze aus dem Boden. Also schnappt euch euer Körbchen, eure besten Freunde oder die Familie und los geht's! Die Gegend hier hat außerdem noch ein paar Sehenswürdigkeiten auf Lager: Wenn ihr schon mal dort seid, schaut doch mal beim Schloss Blankensee oder im Bauernmuseum vorbei.

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© Florian Möllers/Stadtentwicklung Berlin Pilze sammeln an Berlins kältestem Ort, dem Eiskeller im Spandauer Forst

Es gibt eben doch ab und zu gute Gründe, nach Spandau zu fahren. Zum Beispiel, um in den sogenannten Eiskeller zu gelangen, der sich in Berlins Nordwesten im Spandauer Forst befindet. Wo sich früher ein kalter, in die Erde gemauerter Speicher für Lebensmittelvorräte befand, ist heute ein Landschaftsschutzgebiet. Tatsächlich ist es hier im Winter oft rund 10 Grad kälter als in der Berliner Innenstadt. Wer sich trotzdem hintraut, findet hier jede Menge Pilze!

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© Wenni Zhou | Unsplash Maronen und Co. aus dem Ruppiner Land

Nicht umsonst setzte Theodor Fontane dem Ruppiner Land mit seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg ein literarisches Denkmal. Im Ruppiner Land könnt ihr wirklich wunderbar wandern und Pilzsammler kommen voll auf ihre Kosten. Zwischen Neuruppin, Wittstock und Kyritz finden sich Steinpilze, Maronen und jede Menge andere Sorten.

  • Ruppiner Land zwischen Neuruppin, Wittstock und Kyritz
  • Neuruppin
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© Karsten Fischer | Naturfotografen Forum Waldluft schnuppern und Pilze sammeln im Tegeler Forst

Im Norden Berlins liegt der wunderschöne Tegeler Forst, ein dichtes Waldgebiet, das besonders für Familien und Kinder ein ideales Ausflugsziel darstellt. Auf den verschiedenen Wanderwegen könnt ihr durch das Dickicht stapfen und die "Dicke Marie", den über 900 Jahre alten und damit ältesten Baum Berlins, besuchen. Bei einem Spaziergang könnt ihr außerdem Rothirsche und Wildschweine im Wildtiergehege beobachten, außerdem gibt es eine Voliere mit interessanten Vogelarten. Zur Pilzsaison im Herbst könnt ihr hier riesige Steinpilze, Pfifferlinge und andere leckere essbare Pilze sammeln. Anschließend könnt ihr die klassizistische Architektur des Humboldt-Schloss bewundern oder einen Spaziergang um den Tegeler See machen. Natur pur!

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© Libellengarten/Wordpress Eine Pilzexkursion in die Märkische Schweiz um Buckow machen

In der Märkischen Schweiz um Buckow könnt ihr geführte Pilz- und pflanzenkundliche Exkursionen in das Naturschutzgebiet Stobbertal machen. Dort wachsen viele Pilzsorten, die aufgrund der unterschiedlichen Bodenbeschaffenheit in den meisten Regionen Brandenburgs sonst nicht vorkommen. Habt ihr zum Beispiel schon mal einen Specht-Tintling gefunden?

Wichtig zu wissen:

Solltet ihr euch nicht sicher sein, ob ein Pilz essbar ist, sucht unbedingt jemanden auf, der mehr Ahnung hat. In Berlin gibt es kostenlose Pilzberatungsstellen in Dahlem, Prenzlauer Berg, Schöneberg und Köpenick. Ansonsten kann euch auch sicherlich der Pilzhändler auf dem nächsten Wochenmarkt helfen. Der BUND bietet Pilzexkursionen an, bei denen ihr in einer Gruppe und in Begleitung von Experten durch die Wälder zieht. Also dann, happy Pilzesammeln!

Titelfoto: © Pree Bissessur | Unsplash

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