Fr, 27.08. Platte von "Hurts" kaufen - Im Plattenladen
Heute erscheint sie endlich, die Debütplatte von Hurts und um mich herum scharren alle Damen ordentlich mit den Stiefeln. Für alle die diese Band noch nicht kennen: "Hurts" ist ein Popmonster, geschaffen von Martin L. Gore und Helmut Newton. Oder so.
Das Album beginnt mit dem gewaltigen "Silver Lining" und rettet gleich mit dem zweiten Song - "Wonderful Life" - Leben. Kleinen Brötchen backen stand nicht auf dem Plan - auf "Happiness" wird geschworen, geliebt und verlassen. Opernsänger wechseln sich mit Streicherflächen und Harfen ab, die Drums klingen satt und grossartig, so als hätte sich Allen Wilder heimlich ins Studio geschlichen. In "Devotion" darf wie selbstverständlich Kylie als Duettpartnerin ran. Auch hier die perfekte Wahl. Kylie die 80iger Popikone, die heute immer noch tanzt. "Hurts" wissen zu verknüpfen und im richtigen Moment auszubremsen und ganz am Ende, bei "Water" das Olympiastadion im Handylichtermeer erstrahlen zu lassen. So muss es sein, wenn man ein grosses Popalbum machen möchte.
Ich frage mich, ob Theo Hutchcraft und Adam Anderson jemals an sich gezweifelt haben. Diese Platte ist so geradlinig, so zielorientiert, jeder Ton, jeder Sound, jedes Wort ist da wo es hingehört - sitzt perfekt wie ihre Anzüge und ihre Frisur. Dass es ihnen gelungen ist, zwischen all den guten Ratschlägen, den massiven Schulterklopfern und der panischen Angst ihrer Plattenfirma so ein Werk zu erschaffen ist wirklich beängstigend.
Es besteht kein Zweifel: Hurts sind die ersten neuen Popstars dieses Jahrzehnts.
Matze Hielscher 