40 DAYS OF EATING #11 – Momos

Kleine Teigtaschen, kleiner Laden, kleine Stühle und ein paar große Jungs. Das alles inklusive Tofutierchen, ganz viel Sex und einer Verbimmelung gibt es heute in unserer Food Soap mit Maria & Sophia. Let's eat.


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Maria, erzähl uns von deinem Tag.

Tag 11. Wir versuchen, euch bei Laune zu halten und Spannung in das Projekt zu bringen, auch weil es hier nicht wie beim Original 40daysofdating Geschlechtsverkehr und große Gefühle gibt. Obwohl: Mit großen Gefühlen können wir dienen... Voller Vorfreude mache ich mich auf den Weg nach Mitte ins Momos (klingt zumindest fast wie ein weibliches Geschlechtsorgan, damit hätten wir Punkt 1 der Liste zumindest teilweise erfüllt). Aus dem miesen Sommertag wurde aus irgendwelchen Gründen ein schrecklicher Wintertag. Der Nieselregen bepeitscht (Sex!) mich von allen Seiten und versucht in Ohren und Nase zu kriechen (Sex!). Boah, ich bin spät dran. Hastig tippe ich eine SMS in mein Streichelphone (Sex!), wobei es mir dank des schlechten Wetters fast aus den Händen flutscht. Als ich den kleinen Racker wieder eingefangen habe, sehe ich voller Entsetzen die Nachricht von Sophia: "Was, wie, wo bist du? Ich sitze auf dem Sofa und lackiere mir die Nägel." Zeitgleich kommt SMS von Fotografin Nora: "Bin schon da, bestelle schon mal Tee." Na super.

Wo habt ihr heute gegessen?

Nass wie ein Lappen komme ich in der Fehrbelliner Straße im Momos an und werde von unserer wunderbaren Fotografin aufs Herzlichste begrüßt. Auch Marc und Martin sind schon da. Marc und Martin? Denen gehört der Laden. Deswegen sind sie da. Macht Sinn. Die zwei richtig netten Typen lassen uns erst mal rein und wir kommen ins Schnattern. "Ja, ist ja schon recht versteckt hier eurer Laden, wa? Nicht viel Laufkundschaft hier, wa? Also, WAS genau ist das hier eigentlich? Wa?"

Was hast du bestellt und wie hat das geschmeckt?

Momos sind das nepalesische Pendant zu japanischen Dumplings, schwäbischen Maultaschen und polnischen Piroggi und sollen sich noch als sehr leckerer erweisen. Marc und Martin essen zwar beide auch Fleisch, jedoch habe sie sich aufgrund eigener Ernährungsgsvorlieben und einer eindeutigen Marktlücke in Mitte für die vorwiegend vegane Variante dieser kleinen Köstlichekeiten entschieden, die hier auch frisch hergestellt und zubereitet werden. Gereicht werden sie in drei verschiedenen Menüs S (12 Momos für 4,50 Euro), Menü M (20 Momos für 6,50 Euro) und Menü L (27 Momos für 9 Euro) mit vier verschiedenen Sorten Momos und drei Dips. Alles, wirklich alles wird hier frisch und selbst hergestellt. Bis auf einen Dip und eine Dumplingsorte ist alles vegan, was nach dem übermäßigem Fleischverzehr der letzten zehn Tage eine willkommene Abwechslung darstellt. Wir haben neben dem Menü L mit allen veganen Varianten in jeweils gebraten und gedämpft die beiden veganen Dips, die Momo Soup und eine Kürbissuppe bestellt. Auf Empfehlung des Hauses, versteht sich. Was soll ich sagen? Es war köstlich. Die Füllungen waren super, wobei die mit Ingwer-Karotten-Momos mir am besten geschmeckt haben. Dazu die leicht scharfe Salsa. Perfekt. Die Momo-Soup hat mich an eine asiatische Form der Maultaschensuppe erinnert gespickt mit Dumplings à la Himalaya. Fusion at its best. Als Dessert gab es nochmal Dumplings, nämlich in süß - gefüllt mit Banane, angebraten mit viel Butter und zugedeckt mit Ahornsirup.

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Wie ist der Service?

Nun ja, wir waren zwei Stunden freiwillig in einem Imbiss. Marc und Martin sind nicht nur nett, sie sind auch noch wahnsinnig lustig und aufmerksam. Sehr gerne kümmern sie sich um Extrawünsche und erklären jede Füllung, Herstellungsweise und Zubereitungsart, bis man es auch wirklich, wirklich, wirklich verstanden hat. Die beiden sind viel gereist und unter anderem drei Wochen durch Nepal getingelt, um alle Momos zu probieren, die das Land so hergibt. Sieht man ihnen nicht an, schmeckt man aber.

Was gefällt dir an dem Laden besonders, was nicht?

Der Laden ist baugleich zu Mercosy und Schillerburger. Imbissgroß, keine Toilette, helle Spanplatten, eine Wand mit Tafelfarbe lackiert, um das Menü zu präsentieren. Viel Platz gibt es hier nicht. Jedoch kann man zur busy Mittagszeit die Momos auch mit ins Büro nehmen. Die gibt es dann aber nur gebraten, denn sonst kleben sie aneinander und das will ja niemand.

Wie würdest du die Menschen im Restaurant beschreiben?

Wir waren leider allein. Der Laden existiert seit April letzten Jahres und spricht sich komischerweise nur langsam rum. Dafür sprechen wir umso mehr.

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Mit wem würdest du definitiv nicht hierher kommen?

Da das Ambiente eher dem eines Imbisses gleicht, würde ich hier kein romantisches Dinner planen. Aber für ein kurzes Lunchdate? Klaro.

Worüber habt ihr gesprochen?

Über Momos. Ich habe alles brav an euch weitergegeben.

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Was hast du Neues über Sophia gelernt?

Sophia kennt sich mit diversen Tofusorten aus und konnte mit Martin und Nora über die verschiedenen Marken fachsimpeln. Ich saß ein bisschen erstaunt daneben und habe mir nichts merken können. Macht nix. Hab lieber gegessen.

Das Beste an diesem Essen...

Dass man vergisst, dass man in einem Imbiss isst (Ich Reimemonster). Ich bin so verdammt froh, dass es nur drei Minuten Fußmarsch zu meinem Büro sind und ich künftig meine Lunchdumplings hier abholen kann.

Möchtest du noch etwas sagen?

Die Dumplings werden bald ein wenig an Füllung und Umfang zulegen, dafür wird sich in den Menüs wohl die Anzahl verringern. Das Teig-Füllung-Verhältnis wird also zugunsten der Füllung-Lover ausfallen. Wenn ich groß bin, werde ich Dumplingprofi.


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Sophia, erzähl uns von deinem Tag.

Okay, heute ist es also passiert: Ich habe unser heutiges Dinner vergessen. Ich bin gerade dabei, mich auf dem Sofa einzumuckeln, im TV läuft Trash, als ich eine SMS bekomme: "Sorry, hab die Zeit total verpeilt. Bin gleich da, geh' schon mal rein." Bitte, was?! Ich habe doch noch Stunden Zeit bis zu unserem heutigen Treffen. Wie "- geh schon mal rein"? Ich trage nicht mal 'ne Hose! Oder Schminke! Hastig suche ich meine Klamotten zusammen, renne ins Bad und versuche mir ein Gesicht aufzumalen und mich gleichzeitig anzuziehen. Mist, keine Zeit mehr für Make Up, muss also auch so gehen. Bisschen Mascara vielleicht? Jetzt hab ich mir vor lauter Aufregung ins Auge gepiekst. Dann heute also ungeschminkt und mit angematschtem Auge, is ja auch irgendwie 'n Look. Vier Minuten, nachdem mich besagte SMS aufgeschreckt hat, verlasse ich überstürzt die Wohnung und renne zur U-Bahn. Nieselregen prasselt mir ins Gesicht, hinter mir explodieren Dinge in Zeitlupe, aber ich blicke nicht zurück und renne unbeirrt weiter. Mein einziger Gedanke: "Hoffentlich haben die nicht schon ohne mich angefangen zu futtern." Als ich den kleinen Imbiss betrete, grinst mich eine tiptop gestylte Maria selbstzufrieden an und mümmelt etwas aus einer winzigen Schale.

Wo habt ihr heute gegessen?

Im Momos in Mitte.

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Was hast du bestellt und wie hat das geschmeckt?

Momos (hihi) sind kleine Teigtaschen gefüllt mit Zeug. Wir sind neugierig und wie immer bestellen wir vor allem eines: VIEL! Wir bekommen drei verschiedene Sorten Dumplings in der gebratenen und der gedämpften Variante, dazu gibt es Momosuppe (Momosuppe! Bin ich die einzige, die das witzig findet?) und Kürbissuppe. Ich mag die gebratenen Momos (hihi) und die Kürbissuppe besonders gern, aber eigentlich ist hier wirklich alles sehr lecker. Wir bestellen bewusst nur die veganen Momos (hihi), um zu checken, was die Jungs in Sachen veganer Küche so drauf haben. Sicher ist: Sie haben es drauf. Für Leute, die es gerne etwas schärfer mögen: Momos (hihi) mit Kartoffel-Ingwer-Füllung. Noms!

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Wie ist der Service?

Die Jungs sind sehr nett und erklären uns ihre Produkte und den Laden sehr genau. Sehr, sehr genau. Jetzt wissen wir sogar, wieso die Stufe da am Eingang Geräusche macht, wenn man drauf tritt. Das ist nämlich so 'ne Art Warnung für die Gäste: Achtung, da ist 'ne Stufe. Muss man auch erstmal drauf kommen, clevere Momo(hihi)-Burschen. Wir sind entzückt von so viel Leidenschaft und Engagement.

Was gefällt dir an dem Laden besonders, was nicht?

Ich mag es, dass die Jungs mit so viel Herzblut bei der Sache sind. Der Laden ist klein, aber gut durchdacht, die Karte übersichtlich gestaltet. Der perfekte Ort für eine schnelle Mittagspause. Wir bleiben trotzdem zwei Stunden hier.

Wie würdest du die Menschen in dem Restaurant beschreiben?

Es ist spät, die Büros in der Gegend sind schon leer, die Mittagspause längst vorbei. Wir sind also die einzigen Gäste hier. Aber wir haben uns sagen lassen, dass Lisa von nun an oft hier abhängt. Absitzt. Abliegt. Nun ja.

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Mit wem würdest du definitiv nicht hierher kommen?

Mit passionierten Fleischfressern.

Worüber habt ihr gesprochen?

Über Tofu und Tofutiere (sehr freundlich und handzahm.). Da kann man schon mal 'ne Weile drüber reden. Über Veganismus, Tiere essen und vegane Kindererziehung.

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Was hast du Neues über Maria gelernt?

Maria weiß ja echt nix über Tofu.

Das Beste an diesem Essen...

Marc und Martin, die zwei netten Jungs vom Momos, und die Kürbissuppe.

Möchtest du noch etwas sagen?

Wie viele Blogger braucht man, um ein Foto zu machen? Drei. Es kann nämlich bei solchen Treffen zu sehr skurrilen Situationen kommen: Die Fotografin steht auf einem Hocker, Maria steht auf einem anderen Hocker und fummelt an der Deckenbeleuchtung, ich rücke an den Tellern herum und versuche alles nett zu drappieren. Sieht fast nicht albern aus.


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Gestern waren die beiden im Michelberger Hotel. Alle Folgen 40 DAYS OF EATING gibt es hier.

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Location: Momos, Fehrbelliner Straße 5, 10119 Berlin

Fotos: Nora Tabel

Text: Maria und Sophia Giesecke

Anfragen: [email protected]

Titelfoto: Franziska Taffelt

Logo & Artwork: Frau Grau

Produktion: Mit Vergnügen

(Ja, "40 Days of Eating" ist eine Adaption von "40 Days of Dating".)

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