40 DAYS OF EATING #34 – Wild & Root Supper Club

Supper Clubs, das sind temporäre Restaurants, in denen sich für einen Abend Menschen treffen und thematisch abgestimmtes Essen essen. Thema heute: Wo wird eigentlich das Gemüse angebaut, das wir täglich kaufen? Bei Spielchen und Vodka futtern die Zwillinge heute also viel Gesundes und Grünes.

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1. Maria, erzähl von deinem Tag.

Sophia hat dieses Jahr kein Glück mit ihrer Gesundheit: Die Arme hat mal wieder ihr Klo angebrüllt und ich habe, mit Mundschutz und Vitamintabletten bewaffnet, Haare aus dem Gesicht gehalten und Eiei gemacht. Dieses Projekt ist so viel mehr, als einfach nur lustig im Restaurant rumsitzen. 40 Tage Ausnahmezustand. Augen zu und durch. Oder Mund auf und Kauen.

2. Wo habt ihr heute gegessen?

Beim Wild & Root Supper Club.
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3. Was hast du bestellt und wie hat das geschmeckt?

Wir sind auf einem Supperclub für die Essbewussten unter uns. Es gibt vegan, das meiste sogar roh, und das Essen verdient man sich hier durch lustige Mitmach-Spielchen. Erst mal auflockern mit einer elegant dargereichten Vodkabowle. Die Tische sind voll mit Gemüse-Deko und der erste Gang ist mehr als interessant: Wir bekommen Würfel (oder wie wir sie nennen: Glibberbatzen) aus Gedöns (Gemüse) und müssen in einem Blindtest erraten, aus welchem Gemüse der jeweilige Würfel zusammengeschustert wurde. Die drei verschiedenen Tische des Abends treten gegeneinander an und es winkt ein Schnaps als Trophäe, wodurch unser Ansporn natürlich enorm ist. Wir gewinnen. Ist klar. Es folgt: ein Salat. Auch hier wieder megafancy: die Art, wie der Salat zu uns kommt. Die rote Beete müssen wir nämlich selbst aus einem kleinen Beet ausbuddeln (Achtung, Versandungsgefahr). Auch hier fällt wieder auf: Weniger ist mehr. Wenige Zutaten belassen den Fokus auf den eigentlichen Geschmäckern und das finde ich richtig gut. Danach sind wir im Tacco-Himmel.

4. Wie ist der Service dort?

Die sind ja süß! Die zwei Macherinnen mit dem Hang zum bewussten Essen und Umgang mit Lebensmitteln sehen Essen als ein Medium, um sich auszudrücken. Außerdem sind die beiden wirklich sehr nett. Wie aus Zucker gegossen.
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5. Was gefällt dir an dem Laden besonders, was nicht?

Das Umfeld ist total schön, in einem Hinterhof in Mitte, direkt neben dem Katz-Orange. Auch mag ich den Ansatz, sich bewusst mit natürlichen Zutaten auseinanderzusetzen und den Verzehr auf Herkunft und Anbauweise anzugleichen. Den Preis (39 Euro) plus Wein finde ich allerdings etwas happig (hihi, Wortspiel).

6. Wie würdest du die Menschen in dem Laden beschreiben?

Um uns herum sind lauter Menschen, die sich entweder kennen oder zumindest aus der gleichen Peer-Group kommen. Typ: Es geht mir gut, meiner Familie geht es gut, ich esse gutes Essen. Alle sehr freundlich und offen, und dank des Gewinnerschnaps hatten wir an unserem Tisch binnen zehn Minuten eine heftige Party mit den lustigen Schweden am Start.

7. Mit wem würdest du definitiv nicht hierherkommen und warum?

Mit einem Junggesellinninenabschied. Hier ist es eher ruhig und gediegen.
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8. Worüber habt ihr gesprochen?

Sophia und Tabea (heutige Fotografin) sind jetzt megabeste Freunde und schnattern die ganze Zeit. Ich bin nicht eifersüchtig, nöööö. Ich male Kornkreise in das Rotebeete-Beet und ziehe einen Flunsch.

9. Was hast du Neues über deine Schwester gelernt?

Sophia ist verdammt gut im Blind-Testing. Sie ist eben doch die Filigrane von uns beiden. Während ich eher grobmotorisch bin und Geschmäcker hauptsächlich durch Formen und Konsistenzen definiere, hat sie ausgeprägtere Geschmacksknospen und durchschaut jeden Batzen sofort. Heldin.

10. Das Beste an diesem Essen...

Kapernsalsa.

11. Möchtest du noch etwas sagen?

Maria: "Selleriewürfel oder Pastinakenwürfel? Ist alles irgendwie beige und schmeckt nach Gemüse."
Sophia: *augenroll* "Pastinaken... du Depp."

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1. Sophia, erzähl von deinem Tag.

Oh Schreck, was war das denn? Die letzte Nacht habe ich hauptsächlich damit verbracht, mich mal so richtig zu öffnen und endlich mal alles los zu werden. Motzen bringt allerdings nichts, die Show muss ja weiter gehen. Trotz all der Strapazen kann ich gar nicht glauben, dass schon bald alles vorbei sein soll. Nur noch sechs Tage? Echt jetzt!? Was mache ich denn dann mit meinem Leben? Ob mich meine Freunde noch erkennen? Und was ist, wenn die mit mir essen gehen wollen? Ich will nicht mehr essen gehen!

2. Wo habt ihr heute gegessen?

Der Tag scheint nicht mein Freund zu sein, denn jetzt muss ich auch noch auf einen Supperclub! Heute geht’s ins Contemporary Food Lab zu Wild and Root (ei känn Inglisch).
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3. Was hast du bestellt und wie hat das geschmeckt?

So, jetzt reden wir mal Tacheles: Ich mag keine Supper Clubs, aber diese Antihaltung wird heute bereits nach dem ersten Nipper am wohl besten Drink überhaupt weggewischt. Rosmarin trifft Grapefruit und mir werden die Knie weich. Heute gibt es Kraut und Rüben, denn wir bekommen ein 5-Gänge-Menü ganz im Zeichen von Pflanzenkraft, Kräutern und saisonalen Köstlichkeiten geboten. Das Menü kostet 65 Euro, ich erwarte also Großartiges! Das Menü stellt sich dann eher als kulinarische Spielwiese heraus: Wir erschmecken, graben, zermörsern, schnippeln, riechen und natürlich essen wir auch. Besonders toll finde ich die Zubereitung einer mysteriösen Salsa. Die nette schwedische Hotelfachfrau und ich schnippeln fleißig Gurke, Zwiebeln und zermatschen Kapern. Dann bekommen wir viele Teller mit Füllungen und Tacos, die wir nach Lust und Laune selbst befüllen dürfen. Das ist spaßig und man bekommt genau das, worauf man Bock hat! Schon wieder bin ich Fan vom Schokodessert.

4. Wie ist der Service dort?

Ich hab ja erst einmal Angst und verstecke mich in der Ecke. Das scheint die beiden Initiatorinnen allerdings wenig zu stören. Ganz offen und freundlich werden wir begrüßt und mit dem besten Drink der Welt abgefüllt. Die Fröhlichkeit der Mädels ist echt ansteckend. Moment, wieso sind die so gut drauf? Orgastress? Scheint für Linda und Carlotta kein Problem zu sein.
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5. Was gefällt dir an dem Laden besonders, was nicht?

Linda und Carlotta haben sich während des Design-Studiums kennengelernt. Dementsprechend hübsch ist hier alles gestaltet. Von der Decke hängen Karotten, die Tische sind üppig mit Obst und Gemüse dekoriert. Jedes noch so kleine Zettelchen ist selbst gestaltet. Der Supper Club ist ein Herzprojekt und das merkt der Gast zu jedem Zeitpunkt des Abends.

6. Wie würdest du die Menschen in dem Laden beschreiben?

Ich habe mal eine Frage: Geht man grundsätzlich nur in großen Gruppen zu einem Supper Club oder lernen die sich alle binnen zwei Sekunden dort kennen und sind sofort beste Freunde? Jedenfalls haben wir ziemlich Glück mit unseren Tischgenossen: Das muntere Grüppchen schwedischer Hotelfachleute mag Schnaps, Ratespiele und noch mehr Schnaps.

7. Mit wem würdest du definitiv nicht hierherkommen und warum?

Keine Ahnung, aber: Für die Tante/Mama/Oma, die denkt, dass veganes Essen nicht glamourös und witzig sein kann, ist so ein Abend bei Wild & Root perfekt!
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8. Worüber habt ihr gesprochen?

Nach 34 Tagen haben Maria und ich uns nicht mehr viel zu sagen, also rede ich hauptsächlich mit Fotografin Tabea über Mädchenkram und Essen.

9. Was hast du Neues über deine Schwester gelernt?

Maria lebt frei nach dem Motto: Viel hilft viel! Wenn viele unterschiedliche Füllungen in einen Taco passen, dann kommen die da auch rein!

10. Das Beste an diesem Essen...

Schokodessert.

11. Möchtest du noch etwas sagen?

Maria, Tabea, gehen wir mal zu einem Supper Club, wenn 40 Days of Eating vorbei ist?

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Beim letzten Mal waren die Zwillinge im Cicciolina essen. Alle Folgen 40 DAYS OF EATING gibt es hier.


Location: Wild & Root Supperclub, wechselnde Location
Fotos: Tabea Mathern
Text: Maria und Sophia Giesecke

Mit freundlicher Unterstützung von Fissler

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