40 DAYS OF EATING 2015 #24 – Hafenküche

Berlin liegt zwar leider nicht am Meer, dafür gibt es die Rummelsburger Bucht, zu der man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Stadtzentrum dermaßen weit rausfahren muss, dass es sich schon fast wie Urlaub am Meer anfühlt. Außerdem gibt's die Hafenküche und das derbe leckere Essen dort.

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1. Maria, erzähl von deinem Tag.

Heute gibt es Luxus. Unser Fotograf, der berühmte Ölf Kolasse, holt Sophia und mich bei mir Zuhause ab. Natürlich muss er auf uns warten, denn ich renne hysterisch durch die Wohnung, habe ich doch mal wieder nix anzuziehen (#firstworldproblems). Die total beknackte Aktion von mir selbst durchschauend gebe ich irgendwann auf und gehe runter. Im Schlitten wartet schon der nasenlose Hund, der hiermit sein Debüt in der aktuellen Staffel gibt – es wurde ja auch schon von mehreren Seiten danach gefragt. Nasenloser Hund wohnt gerade bei Ölf Kolasse, denn Sophia ist mörderbusy und in meinem Zuhause herrscht eine Katze. Die Stimmung ist super, Sophia und Ölf quatschen ausgelassen, hinten auf der Rückbank fusselt mich die Töle voll und ab und zu lässt sie einen Pups. Alles beim Alten.

2. Wo habt ihr heute gegessen?

Matze und Pierre haben ein Liebesnest in Rummelsburg: Wenn sie ungestört Schnitzelberge verdrücken möchten und sich dabei liebevolle Blicke zuwerfen wollen, so tun sie das am liebsten in der "Hafenküche".
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3. Was hast du bestellt und wie hat das geschmeckt?

Im ARD-Buffet habe ich gerade gelernt, dass man ein gutes Schnitzel ordentlich verkloppen muss, damit es richtig gut wird und die Panade souffliert, sprich, Wellen schmeißt. Offensichtlich haut der Koch hier gerne mal deftiger zu, denn mein Schnitzel ist perfekt und treibt mir vor Entzücken die Tränen in die Augen. Ölf hat ein Tatar bestellt. Da ich ja inzwischen absoluter Tatar-Pro bin und quasi aus Tatar eine Tatarkarte von Berlin zeichnen kann, lasse ich auch dieses mal ein Portion Tatar in meinen Mund verschwinden. Und bin begeistert. Berlin kann da inzwischen echt was! Nach dem Panadenwellenbad und dem rohen Fleisch muss dringend Zucker ran: Wir bekommen Zitrone in allen Konsistenzen und einen Topfenstrudel. Noms.

4. Wie ist der Service dort?

Unfassbar nett. Der Service ist so aufmerksam und mütterlich, ich überlege, ob sie eventuell Bock haben, mich ins Bett zu bringen und mir eine Gutenachtgeschichte vorzulesen. Wir fühlen uns sowas von wohl, der Hund bekommt Streicheleinheiten und Wasser, bedankt sich mit einem Pups (ganz die Mama) und wir schnattern nach dem Essen noch mit Küche und Restaurantleitung. Einfach so.
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5. Was gefällt dir an dem Restaurant besonders, was nicht?

Hier ist es total gemütlich, das Licht ist angenehm, die Formen klar, aber nicht zu steril und die Küche ist wirklich atemberaubend gut. Also wirklich gut. Sehr, sehr gut. Kann ich uneingeschränkt empfehlen. Ich habe keine Ahnung, wie die Anbindung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist, wir hatten ja ein Auto. War aber auch kalt. Im Sommer gibt es hier auch Gegrille – am Wasser und mit vielen Booten. Hübsch.

6. Wie würdest du die Menschen in dem Restaurant beschreiben?

Alle, die mal gepflegt einen Abschnitzeln wollen. Anwohner, Familien, generationsübergreifender Genus an allen Tischen. Es gibt sogar eine Spieleecke für Kinder.

7. Mit wem würdest du definitiv nicht hierherkommen und warum?

Ich verstehe die Frage bei dieser Folge nicht.
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8. Worüber habt ihr gesprochen?

Ölf hat ziemlich viel aus seinem glamourösen Leben als Starfotograf erzählt.

9. Was hast du Neues über deine Schwester gelernt?

Sophia liebt "Himmel und Erde" und kennt sich da auch tierisch aus. Ich habe keine Ahnung, wovon sie spricht.

10. Das Beste an diesem Essen...

Zitronenbaiser (ey Leute, ihr wisst schon, was "Baiser" auf französisch heißt, oder? Gnihi. #GV #coladose) und das Schnitzel.

11. Möchtest du noch etwas sagen?

Ich hole gleich meine Quetschkommode raus. Und jetzt noch schnell ins Beuster – nur ganz kurz...

Hafenküche, Ölf Colasse, 40 Days

1. Sophia, erzähl von deinem Tag.

Auf der To-Do-Liste heute: absolut gar nichts! Mal davon abgesehen, dass ich natürlich Punkt 7 Uhr putzmunter bin, verläuft der Tag aber wirklich sehr entspannt. Da kann ich ein einziges Mal ausschlafen und ich habe nichts Besseres zu tun, als in aller Herrgottsfrühe durch die Wohnung zu stromern. Nachdem ich mich eine Runde ausgeruht habe, mache ich noch ein Nickerchen. Das ist so ermüdend, dass ich eine Runde chillen muss. Vom Chillen bekomme ich aber irgendwie Hunger. Also muss ich irgendwann doch aufstehen und zu Maria watscheln. Draußen ist es schon wieder dunkel und ich frage mich ernsthaft, wieso schöne Tage immer so schnell vorbei gehen und doofe Tage ewig dauern.

2. Wo habt ihr heute gegessen?

Wir haben Bock auf Meer, also geht es in die Hafenküche.
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3. Was hast du bestellt und wie hat das geschmeckt?

Vielleicht habt ihr es schon gemerkt: Mit Entscheidungen tun wir uns im Allgemeinen eher schwer. Das ist in der Hafenküche aber kein Problem, denn für die entscheidungsschwache Food-Bloggerin gibt es eine gemischte Vorspeisenplatte "mit alles". Auf dem dekorativen Holzbrett finden sich Wurstspezialitäten, Fisch und Eingelegtes sowie Pumpernickel mit Käse. Highlight hier: Blutwurstpraline. Und auch, wenn fast alles auf der Karte vielversprechend klingt, so MUSS ich einfach die "Benser"-Blutwurst bestellen, denn "Himmel und Erde" ist mein absolutes Lieblingsessen. Das ist Kartoffelstampf (Erde) mit Äpfeln oder Apfelsoße (Himmel) und gerösteten Zwiebeln (Erde). Wahlweise gibt es entweder Blutwurst oder Leber dazu. Die Blutwurst ist perfekt angebraten und in die Kartoffel-Pampe will ich mich reinlegen, so gut ist die. Lieblingsessen bleibt halt Lieblingsessen. Zum Dessert gibt es einen Topfenstrudel mit Blaubeersorbet und ich lerne, das sich sowohl Strudelfan, als auch Liebhaberin von Blaubeersorbet bin.

4. Wie ist der Service dort?

Lieb, schön, aufmerksam, lustig, top informiert und herrlich auf dem Boden geblieben.
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5. Was gefällt dir an dem Restaurant besonders, was nicht?

Von Mama haben wir nicht nur die zarten Handgelenke, sondern auch den ausgeprägten Lampenfimmel geerbt. Offensichtlich teilt die Person, welche für die Inneneinrichtung zuständig war, diese Vorliebe und so kommt es, dass die Decke mit tollen, alten Industrielampen überseht ist. Diese bilden einen super Kontrast zur sonst eher modernen Einrichtung.

6. Wie würdest du die Menschen in dem Restaurant beschreiben?

Hier kann man Boote gucken, am Wasser spazieren gehen, für die lieben Kleinen gibt es eine Spieleecke und außerdem ist es urgemütlich. Kein Wunder also, dass die Hafenküche ganz offensichtlich der heiße Scheiß bei Familien ist.

7. Mit wem würdest du definitiv nicht hierherkommen und warum?

Ich bin mir ehrlich gesagt unsicher darüber, ob es hier auch ein veganes Angebot gibt. Die Küche ist traditionell-rustikal und daher würde ich eher davon abraten, mit Veganern hierher zu kommen. Für alle anderen ist die Hafenküche allerdings super. Volle Empfehlung! Mit Sternchen!
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8. Worüber habt ihr gesprochen?

Wir beschuldigen uns die ganze Zeit gegenseitig, gepupst zu haben. War aber doch nur der Hund.

9. Was hast du Neues über deine Schwester gelernt?

Maria hält zwar nichts vom Bergsteigen, ein Gebirge aus Schnitzel erklimmt sie aber mit Freude.

10. Das Beste an diesem Essen...

Mein Lieblingsessen. Immer und immer wieder. Gibt es vielleicht einen Lieferservice?

11. Möchtest du noch etwas sagen?

Maria pennt zwar im Auto ein, jedoch muss ich am nächsten Morgen auf Instagram sehen, dass diese Müdigkeit offensichtlich nur simuliert war. Frau Partygranate war noch feiern.

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Beim letzten Mal waren die Zwillinge im Vom Einfachen das Gute essen. Alle Folgen 40 DAYS OF EATING gibt es hier.


Location: Hafenküche, Zur Alten Flussbadeanstalt 5, 10317 Berlin
Fotos: Ölf Colasse
Text: Maria und Sophia Giesecke

Mit freundlicher Unterstützung von Fissler

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