11 Orte in Berlin, die sich immer noch nach DDR anfühlen

In Berlin lässt sich an vielen Orten die Ära der DDR nachempfinden. Mach' eine Trabifahrt auf der Karl-Marx-Allee, steige die Leiter des DDR-Wachturms hinauf und erlebe die gleiche Aussicht wie die Grenzgänger oder genieße einfach eine Currywurst in der Volkskammer. Entdecke das tägliche Leben hinter beziehungsweise vor (eine Frage der Betrachtung wie so häufig) der Berliner Mauer! Hier hast Du schon mal einen kleinen Vorgeschmack.

© Anna Stolzke

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In der MOKKA*MILCH nostalgisch werden

Die Mokka-Milch-Eisbar war zu DDR-Zeiten eine echte Institution und ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt auf der Karl-Marx-Allee. Jetzt ist der ikonische Ort als MOKKA*MILCH zurück – mit neuem Konzept, aber jeder Menge Geschichte. Zwischen modernem Design und DDR-Charme bekommt ihr hier längst nicht mehr nur Kaffee und Eis, sondern auch Lunch, Dinner und am Wochenende Brunch. Perfekt für alle, die beim Essen ein bisschen in Erinnerungen schwelgen wollen.

Barrierefrei zugänglich 

© Matze Hielscher

2
Sozialistische Luft schnuppern in der Volksbühne

Die alte Volksbühne wurde während des Zweiten Weltkriegs fast vollständig zerstört und Anfang der 50er als hauptstädtisches Theater im puristischen Stil wieder aufgebaut. 1975 feierte hier "Die Schlacht" des subversiven Dramatikers Heiner Müller seine Premiere, das sich trotz lauter Kontroversen ganze 10 Jahre lang im Spielplan behaupten konnte. Auch heute noch findet ihr auch dem Spielplan vor allem gesellschaftskritische Stücke.

© Berta Berlin

3
Trinken in der Gaststätte W. Prassnik

Diese Gaststätte W. Prassnik ist eine authentische Eckkneipe in Berlin Mitte, die ein Gin Tonic für unter 5 Euro anbietet, ganz zu schweigen von echtem Bier. Hier findest Du den Charme einer deutschen Kneipe mit DDR-Flair; wer rauchen will, muss nicht mal mal rausgehen.

4
In Nostalgie schwelgen im DDR Museum Depot

Wer sich für DDR-Geschichte und echte Fundstücke aus vergangenen Zeiten interessiert, sollte einen Ausflug nach Marzahn machen. Dort lagert das DDR Museum Depot rund 400.000 Objekte, die zum Großteil durch Spenden zusammengekommen sind. Zwischen Trabis, Schwalben, Schulbüchern, FDJ-Hemden und einer riesigen Schrankwand voller Alltagsgegenstände gibt es hier einiges zu entdecken. Sogar ein Sessel, in dem einst Erich Honecker saß, gehört zur Sammlung. Wer selbst noch DDR-Relikte im Keller oder auf dem Dachboden findet, kann sich außerdem beim Museum melden und sie als Spende vorbeibringen. Besonders gefragt sind alte Erika-Schreibmaschinen, die für die Ausstellung im DDR Museum regelmäßig gebraucht werden.

*nicht barrierefrei zugänglich

  • DDR Museum Depot Pyramidenring 10 in Marzahn
  • Montag – Mittwoch: 9–17 Uhr, Donnerstag: 12–17 Uhr, Freitag: 9–17 Uhr, jeden 1. Sonntag im Monat: 11–16 Uhr
  • Eintritt Besichtigung: 3 Euro, Eintritt Führung: 6 Euro, Kinder unter 16 Jahren haben freien Eintritt
© Insa Grüning

5
60er-Jahre-Charme im Kino International

Im Kino International feierten seit den frühen 1960ern zahlreiche internationale Filme ihre DDR-Premiere. Zu Erstaufführungen von heimischen Filmproduktionen ließen sich auch Mitglieder des Politbüros blicken. Da es nur einen einzigen Kinosaal gibt, ist die Filmauswahl sehr begrenzt. Dafür lohnt sich ein Besuch allein schon, um bei einem Drink das 60er-Jahre-Flair des Foyers und die Aussicht durch die riesigen Panoramafenster zu genießen. Dank seiner Architektur wurde das Kino International auch schon selbst zum Drehort: In der erfolgreichen Netflix-Serie "The Queen's Gambit" diente die Panorama-Bar im oberen Stockwerk des Kinos als Restaurant in dem Hotel, in dem Protagonistin Beth bei ihrer Reise nach Moskau übernachtet. Ab Mai 2024 wird das Kino für circa 2 Jahre saniert und erstrahlt danach hoffentlich wieder im alten neuen Glanz.

Wohnzimmer Museumswohnung WBS 70
© STADT UND LAND

6
Die Museumswohnung WBS 70 besuchen

Von außen sehen Plattenbauten ziemlich bedrohlich aus, dabei können sie in ihrem Innern mitunter ganz gemütlich sein. Die Museumswohnung WBS 70 in Hellersdorf sieht noch genauso aus wie 1987. Alle Möbel und Einrichtungsgegenstände dieses sozialistischen Wohntraums stammen aus original DDR-Produktion, inklusive Spanplatten-Schrankwand, Spitzendeckchen und grüner Velours-Couchgarnitur.

7
In der Volkskammer wie in der DDR speisen

Über 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wird hier wie in der DDR gekocht. Neben dem authentischen Interieur finden sich kulinarische Highlights der DDR wie Würzfleisch mit Dresdner Worcestersoße, Jägerschnitzel mit Spirelli, Schweinesteak Letscho und natürlich Goldbroiler. Während ihr auf das Essen wartet, könnt ihr euch im Restaurant umschauen und Relikte aus vergangener Zeit bestaunen.

*barrierefrei

© Jörg Moser-Metius

8
Auf den DDR-Wachturm klettern

In der Nähe des Potsdamer Platzes befinden sich die letzten Relikte von über 400 Wachtürmen aus der DDR-Zeit. Einfach die Leiter hochklettern und den Standpunkt eines DDR-Grenzsoldaten einnehmen. Dieser Wachturm ist ein Berliner Geheimtipp.

© Tinanya Mendy

9
Wie früher Eis essen im Eiscafé Surprise

Seit 1979 gibt es diesen Eckladen in Weißensee, in dem man sich wie in der Zeit zurückversetzt fühlt. Denn alles sieht im Eiscafé Surprise noch so aus und vor allem schmeckt wie damals: handgemachte Torten, Eisbecher, Softeis und dekadente Windbeutel. Eierlikör und Sahne spielen hier eine große Rolle. Wer ein nostalgisches Kaffeekränzchen oder eine Eispause einlegen will, ist hier goldrichtig!

Nicht barrierefrei (Stufe am Eingang)

© Funkhaustour Berlin

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An einer Führung durch das ehemalige DDR-Funkhaus teilnehmen

Das Funkhaus Nalepastraße ist eines der spannendsten Gebäude Schöneweides. Von 1956 bis 1990 hatte der Rundfunk der DDR hier seinen Sitz, heute sind darin immer noch Studios, aber auch Ateliers. In den vergangenen Jahren wurden hier auch immer wieder Festivals veranstaltet – wie beispielsweise das zauberhafte People Festival des Michelberger Hotels. Auf einer geführten Tour könnt ihr euch die heiligen Hallen selbst anschauen, zum Beispiel den großen Sendesaal, den Pillensaal und die Milchbar.

© Insa Grüning

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Im Zeiss-Großplanetarium Hörspiele hören und Sterne gucken

Seit seiner Wiedereröffnung glänzt das Zeiss-Planetarium in Prenzlauer Berg mit einer 360°-Videoprojektorkuppel, die ein kuppelfüllendes Videobild des Sternenhimmels erzeugt und euch so dreidimensional durch das Universum reisen lässt. Verrückt! Zudem gibt's tolle Programme unterm Sternenhimmel, wie etwa "Die drei ???"-Abende. Auch Kinofilme stehen auf dem Programm: Passend zur Location laufen dort zum Beispiel Klassiker wie "E.T." und "Alien", aber auch aktuelle Streifen. Lohnt sich, wenn ihr mal Raum und Zeit vergessen wollt.

  • Zeiss-Großplanetarium Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin
  • Dienstag: 09–14 Uhr | Mittwoch & Donnerstag: 09–14 Uhr & 15–20 Uhr | Freitag: 09–12.30 Uhr & 15–22 Uhr | Samstag: 10.30–22 Uhr | Sonntag: 10–20 Uhr
  • Eintritt: ab 9,50 Euro, ermäßigt 7,50 Euro

Titelfoto: © Ilona Hartmann

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