11 Dinge, die sich in Berlin 2022 zum Positiven verbessern

© Marina Beuerle

Einer der Klassiker, die wir am Neujahr sicherlich nicht nur einmal gehört haben, war die Floskel "Es kann nur besser werden". Und auch wenn dagegen tatsächlich nicht viel einzuwenden ist, wurden 2021 wichtige Entscheidungen getroffen, durch die sich in Berlin dieses Jahr einige Dinge zum Positiven verändern. Diese Veränderungen sorgen für ein klimafreundlicheres und bunteres Berlin, in dem wir dieses Jahr hoffentlich gerne und noch besser leben.

1. Neue Verbindungen mit der Bahn

Auch wenn wir Berlin heiß und innig lieben, sind wir auch gerne unterwegs. Dank der Deutschen Bahn können wir bei innerdeutschen Strecken bald auf schnellere Verbindungen zwischen Berlin und München sowie Berlin und Köln setzen. Wenn wir also das nächste Mal unsere Kolleg*innen in diesen Städten besuchen wollen, müssen wir dafür nicht mehr in ein Flugzeug oder Auto steigen. Zudem soll es mehrere neue Nachtzüge, etwa nach Zagreb, Graz oder Brüssel geben, mit denen wir entspannt und klimafreundlich verreisen können.

2. Mehr Flexibilität für Pendler*innen

Auch innerhalb Berlins wird am Mobilitätsangebot gebastelt. Das neue FlexTicket des VBB bietet mehr Flexibilität bei Pendler*innen, die vermehrt aus dem Homeoffice arbeiten und nicht mehr so oft mit Bus und Bahn unterwegs sind. Mit 44 Euro ist das Ticket eine attraktive und kostengünstigere Alternative zum Abo. Es beinhaltet acht Fahrausweise für den Tarifbereich AB, die jeweils 24 Stunden lang gültig sind und innerhalb von 30 Tagen eingelöst werden müssen.

© Kerstin Musl

3. Ein bunteres Berlin

Im vergangenen März hat das Europaparlament die EU zur "LGBTQI+ Freedom Zone" erklärt und will damit die Rechte queerer Menschen stärken. Bis 2025 will die EU-Kommission die EU zu einer "Union of Equality" entwickeln. Berlin hat nachgezogen und die "Regenbogenhauptstadt" zur Freiheitszone für LGBTQI+* ernannt. Als Zeichen der Akzeptanz wurde am "Internationalen Tag gegen Homo, Bi-, Trans- und Interfeindlichkeit" am 17. Mai erneut die Regenbogenflagge vor dem Berliner Abgeordnetenhaus gehisst. Ein kleiner Schritt zu einem bunteren Berlin zeigte sich auch bei den Bundestagswahlen im Herbst, bei der 22 offen queere Abgeordnete ins Parlament einziehen konnten.

4. Weniger Plastik beim Einkaufen

Um Müll zu vermeiden, wird die Pfandpflicht auf Frucht- und Gemüsesäfte in Plastikflaschen erweitert. Nachdem Plastiktüten im Handel bereits auf freiwilliger Basis in den letzten Jahren immer mehr verschwanden, gilt seit dem 01. Januar ein generelles Verbot von Plastiktüten in Supermärkten und Shops. Ausgenommen sind besonders stabile Mehrwegtüten und sehr dünne Plastikbeutel, die ihr weiterhin am Obst- und Gemüsestand finden könnt. Speaking off Umweltschutz beim Einkaufen: Wir empfehlen euch wiederverwendbare Stoffbeutel und den Einkauf in Unverpackt-Läden, die ihr in Berlin beinahe in jedem Kiez findet.

© Original Unverpackt

6. Weniger Einwegmüll

Jede*r, der im Sommer in der Stadt unterwegs war, hat sie gesehen: die völlig überfüllten Mülleimer. Um die Müllberge zu verkleinern, sind Wegwerfprodukte aus Kunststoff (Strohhalme etc.), für die es sinnvolle Alternativen gibt, seit letztem Sommer in Deutschland verboten. Dazu gehören etwa Trinkhalme, To-go-Becher und Styroporboxen. Für euren nächsten Kaffee auf die Hand könnt ihr euch mit schicken Pfandbechern ausstatten und die Bestellung beim Imbiss ums Eck in der Mehrwegschüssel anfragen. Dafür werdet ihr mit sauberen Wegen und grünen Wiesen belohnt.

7. Mehr Vielfalt bei Straßennamen

Moabit bekommt einen George-Floyd-Sportplatz, der nördliche Teil der Manteuffelstraße heißt jetzt Audre-Lorde-Straße (benannt nach einer amerikanischen Dichterin, die sich an der Freien Universität für die Rechte afro-deutscher Frauen einsetzte) und über die M*straße wird weiterhin diskutiert. Wenn uns jemand dazu fragt: Wir freuen uns definitiv über mehr Vielfalt bei der Benennung von Straßen und Plätzen der Hauptstadt.

© Kerstin Musl

8. Mehr Raum für Clubs

Schmerzlich vermissen wir gerade mal wieder die Clubs der Stadt. Und während wir am Wochenende zu Hause sitzen, können wir nur hoffen, dass sie ihre Türen mit sinkenden Inzidenzen balad wieder öffnen dürfen. Weil Clubs dank der Bundestagsentscheidung vom 07. Mai 2021 offiziell als Kulturgut gelten, werden zumindest ihre Rechte gestärkt. Deswegen bleibt die Hoffnung, dass wir in unseren liebsten Tanztempeln bald wieder die Tanzflächen stürmen können und neue Bars und Clubs eröffnen.

9. Neue Impfangebote

Nachdem ein Impftermin im Frühjahr vergangenen Jahres noch einem Lottogewinn geglichen hat, findet man sie jetzt wirklich an jeder Ecke – wir sagen nur Impfzüge. Mit den neuen Angeboten im Osten (Karlshorst, Marzahn, Ringcenter an der Frankfurter Allee) und den Impfzentren Tegel, ICC und Messe Berlin ist Berlin bestens für die Booster-Impfung und alle weiteren Impfungen (mögen sie denn kommen) gewappnet. Zudem starten immer mehr private Anbieter wie der Klunkerkranich oder das ://aboutblank Impfaktionen, bei denen ihr euch ohne großen Aufwand einen Pieks abholen könnt.

© Marit Blossey

10. Klimafreundlicheres Essen in den Mensen

Dank der Klimaziele der Hochschulen, sollen Fleisch und Fisch in den Mensen bald nur noch vier Prozent des Speiseplans ausmachen. Ansonsten landen vegetarische oder vegane Speisen auf den Tellern, die sich durch einen besonders geringen CO2-Fußabdruck auszeichnen. Dank der Initiative Kantine Zukunft werden zudem Köch*innen der Hauptstadt dazu motiviert, das Essen für viele klimafreundlicher, saisonaler und regionaler zu gestalten. Davon profitieren alle, die regelmäßig in den Kantinen und Mensen schmausen.

11. Alles für das Klima

Talking about the Klima: Auch wenn wir gerade noch auf die politischen Entscheidungen für die Erreichung des 1,5-Grad-Limits des Pariser Klimaabkommens warten, konnte mit dem Klimastreik am 22. Oktober 2021 ein deutliches Zeichen von Berliner*innen für einen Wandel gesetzt werden. Da der Großteil der Parteien, die im neuen Abgeordnetenhaus vertreten sind, Klimaschutz als Hauptpunkt in ihren Parteiprogrammen verankert haben, können wir nur hoffen, dass in diesem Jahr noch einige Entscheidungen für den Kampf gegen den Klimawandel getroffen werden.

 

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