Was es mit der neuen Clubhouse-App auf sich hat – und wieso der Hype an mir vorbeigeht

© Vista Wei | Unsplash

Wer das vergangene Wochenende im Wald, im absoluten Netflix-Marathon oder unter einem Stein verbracht hat, hat vermutlich noch nie etwas von Clubhouse gehört. Denn erst seit ein paar Tagen scheint es im Internet-Kosmos kein anderes Thema mehr zu geben. Grund genug für uns, euch zu erklären, was es mit der neuen App auf sich hat – und wieso nicht alle von dem Hype begeistert sind. 

Zunächst einmal: Was ist überhaupt Clubhouse? Clubhouse ist eine „Audio only“-App: In geschlossenen oder offenen Räumen könnt ihr bei Talks zuhören, ihr könnt euch selbst zu Wort melden, ihr könnt eigene Räume öffnen und eigene Talks starten und euch wie auf anderen sozialen Plattformen mit anderen Menschen vernetzen. Keine Likes, keine Storys – nur Live-Talks und direkter Austausch. Quasi eine Art Twitch, nur ohne Bild. 

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Wieso wir euch überhaupt von dieser neuen App berichten, liegt auf der Hand. Denn obwohl die App schon im Frühling 2020 von einem Start-Up aus San Francisco auf den Markt gebracht wurde, hat sie in den letzten Tagen in Deutschland einen plötzlichen Hype erfahren. Ob Christian Lindner, Luisa Neubauer oder Joko Winterscheidt – spätestens am Sonntag waren sie alle bei Clubhouse zu finden und manchen konnten die User*innen im Live-Talk sogar schon in Echtzeit zuhören. 

Die deutschen Clubhouse-Speaker*innen der ersten Stunde haben in Windeseile Talks organisiert, zu Politik, zu Nachhaltigkeit, zur Klimakrise – eben zu allem, worüber sonst im Internet auch gesprochen wird. Und: Sie haben euch ganz nebenbei mitgeteilt, dass sie ein iPhone besitzen. Denn nur der auserwählte Kreis der iOS-Nutzer*innen kann sich an dieser neuen App erfreuen, während Android-Fans in die Röhre gucken müssen.

Was ist dran am Clubhouse-Hype?

Während die einen sich im größten Hype seit MySpace befinden, wird von anderer Seite schon Kritik laut. Denn eine tolle, neue App für alle ist Clubhouse nicht. Zugang gibt es nur über ein Einladungssystem – sich die App einfach runterzuladen, reicht also nicht, zusätzlich braucht ihr eine Einladung. Davon kann jede*r Clubhouse-User*in zwei verschicken. Ein exklusiver Kreis soll also zunächst zur Plattform Zugang haben – auch wenn dieser Kreis gerade rasant zu wachsen scheint. 

Außerdem wäre da das eben erwähnte iPhone-Problem: Denn wenn ihr – wie ich – bisher geglaubt habt, dass Apple eine überbewertete Geldmaschine ist und ihr mit eurem Android-Phone genauso gut durchs Leben kommt, steht ihr bei diesem Internet-Event leider (noch) nicht auf der Gästeliste. Während sich manche Influencer*innen schon öffentlich fragen, ob wohl endlich alle bei Clubhouse angekommen sind, können wir Android-Urgesteine uns entspannt zurücklehnen und die Antwort darauf geben: nein. 

Denn während die einen sich über Businessgründung und Politik unterhalten, soll es in geschlossenen Räumen oft zu Hatespeech, antisemitischen, homophoben und rassistischen Äußerungen kommen.

Für „Medienmenschen“ ist das natürlich ein ganz schöner Hammer: Denn gerade jetzt, wo wir in Coronazeiten das letzte Fünkchen FOMO abgeschüttelt haben, sehen wir in jeder Instastory, auf welcher Party wir gerade nicht mitreden können. Auf anderen Plattformen, vor allem auf Instagram, wird nämlich fleißig geteilt, präsentiert und abgehyped, was das Zeug hält. Das ist nicht nur nervig, sondern bei der Masse an spannenden Gesprächen, die jetzt schon auf Clubhouse stattfinden, auch ziemlich schade und elitär – schließlich sind nur etwa 20 Prozent der deutschen Smartphone-Besitzer*innen in der Lage, dabei zu sein.

Probleme gibt es aber – wie bei den meisten Apps – auch in Sachen Datenschutz. Die Gespräche können mitgeschnitten werden, sobald nur ein Verstoß gegen die Richtlinien der App erfolgt. Wie diese Richtlinien überhaupt eingehalten werden, ist bisher fraglich: Denn während die einen sich über Businessgründung und Politik unterhalten, soll es in geschlossenen Räumen oft zu Hatespeech, antisemitischen, homophoben und rassistischen Äußerungen kommen.

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Das ist zwar kein wirklich neues Problem, schließlich schlagen wir uns auch auf Telegram mit einer Menge Schwurbler*innen rum – besser macht das die Sache aber auch nicht.  Schon vor Monaten gab es scharfe Kritik an der App – nun sollen mehr Moderator*innen eingeschaltet werden, die in der App aufräumen.

Wie das bisher funktioniert und was es mit dem Hype wirklich auf sich hat, davon macht ihr euch am besten ein eigenes Bild. Oder eben nicht – wenn ihr diesen Artikel gerade auf eurem schicken, neuen Samsung-Phone lest. Wenn ihr trotzdem mitreden wollt, gibt es „The good, the bad and the ugly“ hier nochmal in aller Kürze zusammengefasst. 

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