Tag der Clubkultur: Clubs und Kollektive setzen ein Zeichen

© Ritter Butzke

Der dritte Oktober ist in diesem Jahr nicht nur der Tag der Deutschen Einheit, er ist auch ein Feiertag – und zwar in mehrerer Hinsicht. Am Tag der Clubkultur öffnen mehr als 40 Clubs und Kollektive ihre Türen und Tore. Nicht etwa, um einfach zur Normalität überzugehen, sondern um ein Zeichen zu setzen.

Die Pandemie und die dadurch notwendigen Einschränkungen haben nicht wenige Kulturräume vor existentielle Probleme gestellt. Fehlende Einnahmen bedrohen den Weiterbestand vieler Locations und Aktionsgruppen. Neben dem Verlust kultureller Vielfalt bringt das auch die Belegschaft in Schwierigkeiten. Barkeeper*innen, Booker*innen oder auch Künstler*innen und Aktivist*innen, alle müssen um ihre geliebten Jobs fürchten.

Zusammen mit dem Senat für Kultur hat die Berliner Clubkommission aus ebendiesen Gründen den Tag der Clubkultur ins Leben gerufen, bei dem die beteiligten Clubs und Kollektive für ihre jahrelange Arbeit ausgezeichnet und jeweils eine Förderung von 10.000 € erhalten werden.

© Kerstin Musl

Sowohl bei der Besetzung der Jury, als auch bei den ausgewählten Preisträgern, wurde großen Wert auf Diversität gelegt. Das Ziel war es, die weltbekannte kulturelle Vielfalt der Stadt in den Mittelpunkt zu stellen und nicht allein nach Beliebtheit oder Größe zu entscheiden.

Dementsprechend abwechslungsreich gestaltet sich auch das Teilnehmerfeld: Bekannte Clubs und Konzert-Venues wie das ://about blank, der Club der Visionäre oder der Schokoladen sind ebenso vertreten wie das weibliche DJ-Kollektiv Frauengedeck, DICE, das jungen, aufstrebenden Musiker*innen abseits der großen Major-Label eine Stimme gibt oder auch das seit vielen Jahren afrikanische Vibes in die Clubs bringende Kollektiv Freak de l’Afrique.

Der Tag der Clubkultur soll eben jedem*r Besucher*in etwas bieten. Und natürlich soll so auch gezeigt werden, wie wichtig kulturelle Vielfalt in dieser Stadt ist. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings: Die ebenfalls teilnehmende Pampa auf dem Gelände des Holzmarkts feiert gleichzeitig seinen Abschied. Nach sieben Jahren schließt die beliebte Location für immer seine Türen. Ein Abschied, der sicher schmerzt, aber auch Raum für neue Ideen schafft. Alles Gute, bleibt gesund!

© Wiebke Jann

Apropos Gesundheit. Ein ganz wichtiger Punkt ist natürlich das Thema Hygiene. Die gerade im Senat beschlossene Regulierung privater Feiern wie Hochzeiten oder Geburtstage mit der Beschränkung von 50 Personen in Außenbereichen beziehungsweise 25 Teilnehmern bei Veranstaltungen drinnen, muss am Tag der Clubkultur in Absprache mit den Behörden von den beteiligten Clubs und Kollektiven nicht umgesetzt werden.

Fast alle Events werden in den Außenbereichen der Locations stattfinden, zudem musste im Vorfeld ein schlüssiges, den aktuellen Corona-Richtlinien entsprechendes Konzept vorgelegt werden. Es ist davon auszugehen, dass diese rigoros umgesetzt werden.

Trotz dieser Einschränkungen beweist die Stadt mit der Aktion, dass sie die vielen zehntausend Menschen in Kulturbetrieben, die diese Stadt erst zu dem gemacht haben, was sie ist, nicht vergessen hat. Ein tolles und auch wichtiges Zeichen!

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