Berliner Clubs sollen endlich anerkannte Kulturstätten werden

© Wiebke Jann

Die Berliner Clubkultur ist legendär. Nicht nur in Berlin oder Deutschland, sondern über die Landesgrenzen hinweg. Allein das Berghain lockt jährlich tausende Tourist*innen in die Stadt. Das sorgt normalerweise nicht nur für gute Umsätze bei den Berliner Clubs, sondern ist generell auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für Berlin. Doch all das ist immer wieder in Gefahr. Was sich durch Verdrängung, neue Bebauungspläne und Co. bereits angebahnt hat, wird durch die Corona-Krise und die damit einhergehende dauerhafte Schließung vieler Clubs noch deutlicher: Das Berliner Clubsterben geht weiter.

Was das Clubsterben für einen herben Verlust für Berlin bedeutet, dass Clubs nicht einfach pure Vergnügungsstätten sind, sondern ein Kulturgut, das es zu schützen gilt, scheint jetzt zumindest der rot-rot-grüne Senat verstanden zu haben. Dieser hat nämlich einen Antrag gestellt, nach dem Berliner Clubs künftig als Anlagen für kulturelle Zwecke gelten sollen. Das würde Clubs mit Opernhäusern, Theatern und Ähnlichem gleichstellen und ihnen mehr Unterstützung sichern. So würden sie in zukünftigen Stadtplanung mehr berücksichtigt und Bauherren müssten selbst für Lärmschutz sorgen. Voraussetzung dafür, dass ein Club als Kulturstätte angesehen wird, sei laut des Antrags, dass sie "einen regelmäßigen Spielbetrieb und ein anerkanntes künstlerisches Profil aufweisen, das durch kuratiertes Programm, musikästhetischen Anspruch und ein raumgestalterisches Konzept gekennzeichnet ist".

Diese Änderung ist ein wichtiger Schritt seitens der Stadt, endlich anzuerkennen, dass die Berliner Clubs mehr als Hedonistenvereine sind, nämlich kulturelle Orte, die Berlin zu dem machen, was es heute ist. Außerdem überlegt der Senat gerade, wie er die Clubs, die vermutlich am längsten mit den Auswirkungen der Corona-Krise zu kämpfen haben werden, finanziell weiter unterstützen können. Wir halten euch über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden.

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