FFP3, selbst genäht, Einweg oder Bandana: Das sagt deine Maske über dich aus

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Hätte uns 2019 jemand gesagt, dass wir zu Zeiten einer weltweiten Pandemie leben werden, hätten wir vermutlich gelacht. Jetzt neigt sich das Jahr 2020 allerdings langsam dem Ende zu und was sollen wir sagen: Den Großteil des Jahres bewegen wir uns schon in einer fucking weltweiten Pandemie. Wir umarmen uns nicht mehr, schütteln uns nicht mehr die Hand und tragen an öffentlichen Orten immer häufiger Behelfsmasken. Und wie mit so vielem, ist es natürlich auch im Bereich der Masken nicht nur im Kit Kat, sondern auch im Alltag der Fall, dass jede*r von uns seine*ihre ganz eigenen Vorlieben entwickelt hat. Wir haben wieder fleißig analysiert, Feldstudien betrieben und großzügig in der Klischeekiste gewühlt und verraten euch, was die Wahl eurer Maske über euch aussagt. Enjoy!

1. Die schnelle Nummer: Einwegmasken

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Die Einwegmaske ist der VW Golf unter den Masken. Schlicht, funktional und günstig – mit anderen Worten, stinklangweilig. Das ist dir allerdings egal, denn du möchtest dich gar nicht so lange damit befassen, geschweige denn regelmäßig an das Waschen denken, sondern dich einfach an die Regeln halten. Amazon Prime macht's möglich, denn dort hast du dich direkt zur Anfangszeit von Corona mit 1000 Einwegmasken eingedeckt – das Thema ist damit erledigt. Wie lange genau du diese Einwegmaske aus der linken Jackentasche deiner Regenjacke eigentlich schon trägst, weißt du zwar nicht mehr so genau, aber dafür hast du sie zumindest immer griffbereit.

2. Lieber nachhaltig: Die Selbstgenähte

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Seit März sitzt du regelmäßig an der heimischen Nähmaschine und nähst bunte lustige Masken zusammen – mal mit Spitze als Band, mal gepunktet, kariert oder mit kleinen Hunden darauf. Dass sie leider ein bisschen schief ist und deswegen die ganze Zeit durch deinen warmen Atem deine Brille beim Einkaufen anläuft, trägst du mit Fassung, es geht hier schließlich um das Allgemeinwohl und das ist dir verdammt wichtig. Deswegen hast du als vorbildliche*r Bürger*in auch gleich noch einen ganzen Karton für die Nachbarschaft und die Obdachlosenhilfe mit genäht – Chapeau, davon könnten wir uns alle ein Scheibchen abschneiden.

3. Safety first: FFP3-Masken ohne Ventil

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Menschen, die FFP3-Masken tragen, kaufen auch das extraweiche, 5-lagige Klopapier. Du hast nämlich keine Lust, dass deine Ohren vom zu knapp genähten Gummibund weh tun, oder dass dich der Stoff an der Nase kitzelt. Deswegen setzt du auch auf die FFP3-Masken mit weicher Schaumstoff-Dichtlippe an der Innenseite sowie flexiblen Nasenflügeln für hohen Tragekomfort. Komfort steht bei dir an oberster Stelle und genauso wenig, wie du möchtest, dass durch das recycelte Klopapier dein Popo wund wird, willst du auch kein rotes Näschen von Einwegmasken.

4. Safety for me: FFP3-Masken mit Ventil

Dir ist Sicherheit schon wirklich sehr wichtig. Zuallererst aber natürlich deine eigene. Und deswegen trägst du auch die FFP3-Maske mit Ventil, durch die kann man nämlich viel besser atmen. Schade, dass sie lediglich dich und nicht deine Mitmenschen schützt. Überlassen wir diese Masken doch lieber denjenigen, die sie wirklich brauchen: Menschen, die zur Risikogruppe gehören und dem Klinikpersonal.

5. Too cool for school: Das Bandana

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Als du gehört hast, dass in Deutschland die Maskenpflicht eingeführt wird, stand für dich schon fest: no fucking way. So eine Einwegmaske passt eben gar nicht zu deiner Wachsjacke, deinem kurzen Beanie und deinem Vollbart. Und deswegen hast du dich für die Street-Variante entschieden, ahmst die legendären und gefährlichen Gangs Bloods und Crips nach und trägst Bandana. Schade, dass du damit leider maximal als Mitglied der Pfefferkörner durchgehst.

 

6. Never not Partnerlook: Das Masken-Couple

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Was 2017 noch die Jack-Wolfskin-Regenjacke war, sind 2020 definitiv Matching Masken. Egal ob selbst genähte aus dem gleichen Stoff oder gekaufte Masken vom Schneider um die Ecke: Für dich, oder soll ich besser sagen für euch, ist die Maske nur ein weiteres Matching Accessoire. Ist ja auch praktisch, wenn man Schatzi direkt an der Maske erkennt – nicht, dass es, weil die Masken zu viel vom Gesicht verdecken, zu Verwechslungen kommt.

7. Das Face Shield

Halb Mensch, halb Schild: Mit einem Stück Stoff über dem Gesicht fühlst du die nicht wohl, du willst frei atmen und nimmst dafür in Kauf, dass du dich nicht ganz so frei bewegen kannst, denn das fancy klingende Face Shield ist eigentlich nichts weiter als ein Stück Plastik, das du dir vors Gesicht schnallst. Dass du jedes Mal mit dem Schild auf deiner Brust aufkommst, wenn du auf dein Handy schaust, hältst du locker aus und auch die Abdrücke auf der Stirn lächelst du müde weg – immerhin sieht man dein Lächeln während der Pandemie noch.

8. Schal, T-Shirt oder Jutebeutel: Die Vergesslichen

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Handy? Check. Schlüssel? Check. Geldbeutel? Check. Maske? Vergessen. So oder so ähnlich geht es dir wohl immer – egal ob du vorm Supermarkt, dem Fitnessstudio oder der vor deinen Augen wegfahrenden U-Bahn stehst. Statt dich wie ein Ingo zu benehmen und ohne Maske weiterzumachen und deine Mitmenschen zu gefährden (Just don't), bist du aber immerhin kreativ genug, um das Beste aus der Situation zu machen. Und so werden auch mal der Schal, der Jutebeutel, der eigentlich zum Einkaufen gedacht war, oder auch das T-Shirt deines Sohnes, das er in der Kita mit Bollo eingesaut hat, kurzerhand zur Mund-Nasen-Bedeckung umfunktioniert.

9. Die Statement-Maske

Unsere eigene Feldstudie hat ergeben: Menschen, die Shirts mit flotten Sprüchen tragen, greifen auch zur Maske mit Statement – ist ja vor allem zur kälteren Jahreszeit, wenn die Jacke eigentlich das Prachtstück versteckt, auch ziemlich genial. Von "Ehrlich, ich lächle" über "Ich hab mich umgesehen, ich bin mit Abstand der Geilste hier" bis hin zu Klassikern á la "Dortmund", wie wir sie auch vom Ballermann-Tourismus kennen, wird hier jede*r Humorbefreite zufrieden gestellt.

10. Hauptsache teuer: Markenmasken

Du setzt auf Qualität und das in allen Bereichen, wieso sollte dieses Kredo also auf einmal bei der Behelfsmaske aufhören? Eben. Deswegen kurbelst du die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft da an, wo es wirklich nicht nötig ist – bei Louis Vuitton, Yves Saint Laurent, Prada und Hermes. Aber was würden auch deine Freund*innen an der Champagner-Bar im sechsten Stock des KaDeWe nur sagen, wenn du plötzlich mit einer Einwegmaske auftauchen würdest? Dir etwa gleich den Rotkäppchen reichen? Das kann nun wirklich niemand wollen.

11. Der Depp: gar keine

Es ist traurig genug, dass wir diesen Typus hier überhaupt aufnehmen müssen – eingehende Feldstudien in Supermärkten und den öffentlichen Verkehrsmitteln haben allerdings gezeigt, dass es ihn leider doch ziemlich häufig gibt. Deswegen hier nur ein Satz: Solltest du zu dieser Gruppe gehören, solltest du dich schämen, dir ganz schnell einen Schal über Mund und Nase binden und dir endlich eine adäquate Maske kaufen. It's time, wir stecken hier immer noch in einer fucking weltweiten Pandemie!

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