11 Wege, wie ihr die Kunst- und Kulturszene jetzt supporten könnt

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Und schon wieder sind Kunst, Musik, Theater und gemeinsames Leben gecancelt. Bei allem Verständnis für die harten Maßnahmen und die Notwendigkeit dieses zweiten Lockdowns, wird die Luft insbesondere für die Kunst- und Kulturbranche aber immer knapper. Seit März bleiben Clubs komplett geschlossen. Konzerte fanden in diesem Jahr kaum statt. Kinos konnten nicht voll besetzt werden – jetzt sind sie schon wieder zu. Theater ebenfalls. Und die Ausstellungshäuser haben auch enorme Einbußen. Ganz zu schweigen von den Künstler*innen, die seit Monaten nicht mehr auf die Bühne dürfen und keinen Cent mit ihren Auftritten verdienen.

Die Situation ist, gelinde gesagt, dramatisch. Doch was können wir tun, um zu helfen? Wenn man sich mal ein bisschen genauer umsieht, eine ganze Menge. Und zwar wir alle, egal ob großer oder kleiner Geldbeutel. Manchmal ist auch einfach unsere Stimme wichtig, um politisch mehr Druck zu machen. Wir zeigen euch 11 Wege, wie ihr die Kunst- und Kulturszene jetzt supporten könnt.

1. Kulturelle Erzeugnisse wie Musik, Bücher und Kunst kaufen

Die wohl einfachste Möglichkeit, eure*n Lieblingskünstler*in in dieser schwierigen Situation zu unterstützen, ist, weiterhin ihre*seine Produkte zu kaufen. Platten, Bücher, Kunst, you name it. Weil dieses Jahr kaum Veranstaltungen stattgefunden haben, aktuell wieder gar nichts geht und die Aussichten für das nächste Jahr auch noch nicht besonders rosig sind, müssen viele Musiker*innen und Autor*innen momentan ohne ihre Honorare auskommen. Deshalb: Schätzt den Wert ihrer Arbeit, kauft ein Buch, eine Platte oder Kunst von ihnen.

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2. Ticketgeld für abgesagte Veranstaltungen nicht zurückfordern

Ihr habt schon lange im Voraus Konzerttickets für eure Lieblingsband gekauft? Oder eine Theatervorstellung gebucht? Klar, es ist schade, dass ihr nicht in den unverwechselbaren Genuss einer Liveshow kommen könnt, weil diese nun mal vorerst nicht stattfinden. Aber wenn es nicht unbedingt sein muss und ihr es euch irgendwie leisten könnt, fordert das Geld nicht zurück. So bleibt zumindest ein Teil des Geldes bei der*dem Künstler*in und der Rest kommt der Veranstaltungsbranche zugute, die es – by the way – auch ziemlich schwer hat seit März. Tut was für euer Karma!

3. In eine Jahreskarte fürs Museum investieren

Auch die Kunstlandschaft ist stark von Corona betroffen. In allererste Linie die Künstler*innen selbst, aber eben auch die Ausstellungshäuser, Galerien und Museen, die 2020 über weite Strecken geschlossen bleiben mussten. Im Gegensatz zu vielen Firmen aus der Wirtschaft, wurden Kulturinstitutionen aber nicht zu gleichen Maßen unterstützt. Wir wäre es daher, wenn ihr im neuen Jahr (momentan ist der Verkauf ausgesetzt) direkt eine Jahreskarte für die Museen unserer Stadt kauft? Ihr tut damit nicht nur den Ausstellungshäusern Gutes, sondern euch selbst ebenfalls. Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt wahnsinnig auf den nächsten Ausstellungsbesuch.

4. Kinofilme zu Hause schauen

Wenn diese Krise irgendetwas Gutes hat, dann, dass man hoffentlich ein bisschen mehr Zeit für Dinge findet, die man sonst nicht schafft oder schon viel zu lange auf seiner Liste hat. Zum Beispiel gute Filme schauen. Da Kinos derzeit dicht sind und in den vergangenen Monaten auch nicht voll ausgelastet sein durften, sind Plattformen wie Grandfilm oder Behind the tree eine tolle Sache, denn dort könnt ihr tolle Indie-Filme und aktuelle Kinofilme gegen einen fairen Obolus streamen. Die Einnahmen werden mit kleinen Programmkinos und den Filmemacher*innen geteilt, die derzeit ums Überleben kämpfen. Das Programm wird permanent erweitert. Großartige Idee, finden wir.

© Jiří Wagner | Unsplash

5. Show some virtual love

Mal ganz ehrlich: Wir hängen ja eh alle 24/7 an unseren Handys und in sämtlichen Social Networks rum, posten fleißig Storys von unseren unzähligen Spaziergängen, laden irgendwelche Schnappschüsse hoch oder fotografieren schöne Orte. Wie wär's, wenn wir unser Online-Dasein stattdessen einfach mal nutzen, um auf die existenzbedrohende Lage des Nachbarkinos um die Ecke hinzuweisen, die wunderbaren Sets eures Lieblings-DJs rauszuhauen oder die wahnsinnig guten Arbeiten einer*s Künstler*in zu zeigen, die*der euch so begeistert. Das sorgt für Sichtbarkeit, damit die Kunst oder der Laden nicht in Vergessenheit gerät. Show some love, kids!

6. Streaming-Plattformen nutzen und spenden

Als wir im März dieses Jahres in den ersten Lockdown gegangen sind, hat der Livestream eine Renaissance erfahren. Und was für eine. Vielleicht war er auch vorher noch nie so recht da. Naja, egal. Ohne ihn wären wir jedenfalls vor lauter Langeweile eingegangen. Das Tolle ist, dass viele Musiker*innen weltweit (zumeist ohne Gage) für uns weitergemacht haben, uns mit toller Mucke abgelenkt, unterhalten und bei Laune gehalten haben. Danke Igor Levit an dieser Stelle. Um das zu honorieren, gibt es eigentlich auf den meisten Plattformen die Gelegenheit zu spenden. Jetzt, im zweiten Lockdown-Light sind die Livestreams zurück. Schaut doch mal wieder bei Berlin Alive oder United We Stream vorbei und lasst ein paar Taler für eure Held*innen da.

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7. Das kulturelle Angebot wieder wahrnehmen

Ihr kennt doch Erich Kästners Spruch: "Es gibt nicht Gutes. Außer man tut es." Egal ob Theater, Kino, Konzert oder Oper – sobald das alles wieder möglich ist, tut es. Stürzt euch ins kulturelle Leben – natürlich unter Einhaltung aller Hygieneregeln –, zieht euch nicht zurück, denn ohne uns, das Publikum, kommen die Institutionen nicht wieder auf die Beine. Unser Plan: Eine To-Do-Liste schreiben und jeden Monat, wenn es der Geldbeutel hergibt, vielleicht auch jede Woche einen Kulturabend einlegen. Abgemacht?

8. Tickets und Abos fürs Theater kaufen

Wer sich gern regelmäßig anschaut, was auf Berlins Bühnen passiert, kann sich ein Spielzeit-Abo gönnen. Das bekommt ihr online zum Beispiel bei den Berlin Bühnen oder in den jeweiligen Theatern und Konzerthäusern vor Ort. Wenn ihr Freund*innen oder Familie kennt, die Theater lieben, dann ist ein Ticket oder Gutschein für einen gemeinsamen Abend irgendwann im nächsten Jahr eine tolle Geschenkoption, hilft den momentan leeren Bühnen aber jetzt in diesen schwierigen Monaten über die Runden. Tageskassen haben vielerorts geöffnet, checkt das aber am besten vorher noch einmal, damit ihr den Weg nicht umsonst antretet.

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9. Beim Buchhändler um die Ecke kaufen

Wenn man im Netz mal wieder die Spiegel Bestseller durchschaut und natürlich (mal wieder!) fündig wird, ist die Versuchung oft groß, mal eben mit ein paar Klicks beim Onlineriesen zu bestellen. Aber halt, Stopp! Wir und ihr wisst, dass das alles andere als nachhaltig ist und der Einzelhandel enorm darunter leidet. Besser ist es, wenn ihr im Buchladen um die Ecke bestellt und kauft, damit es diesen auch nach Corona noch gibt. Der Service ist ohnehin besser. Auf Plattformen wie Genial Lokal könnt ihr übrigens nachschauen, wo sich die nächste Buchhandlung in eurem Kiez befindet. Und naja, was sollen wir sagen: Bücher kaufen ist sowieso immer eine gute Idee.

10. Crowdfundings supporten

Corwdfunding ist eine tolle Sache und hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr durchgesetzt. Auf Plattformen wie Startnext oder Kickstarter findet ihr momentan auch viele Aufrufe von denen, die die Krise womöglich nicht ohne ein Crowdfunding schaffen. Dazu gehören Clubs, Pragrammkinos, kleine Bars und viele mehr. Zum Beispiel läuft gerade die Kampagne Save Cassiopeia, denn der Club- und Konzertraum für Subkultur auf dem RAW-Gelände in Friedrichshain fürchtet, dass er die Krise ohne Unterstützung nicht übersteht. Wer ein bisschen was übrig hat, kann helfen, das Funding-Ziel zu erreichen. Und ihr werdet garantiert (leider!) noch eine Menge mehr Projekte finden, die Support brauchen.

© Kerstin Musl

11. Fleißig Petitionen unterschreiben

Zu guter Letzt geht es in einer Krise wie jetzt auch immer darum, politisch Druck zu machen, damit die Kunst- und Kulturszene weiter so lebhaft und vielfältig wie bisher bleibt. Am größten sind die Chancen auf Veränderungen immer dann, wenn möglichst viele Menschen sich mit ihrer Unterschrift für eine Petition einsetzen. Kommen genug Unterschriften zusammen, muss das Anliegen im Bundestag nämlich mindestens angehört und besprochen werden. Also, schaut zum Beispiel mal bei Change.org vorbei, wo ihr auch in Sachen Kunst- und Kulturrettung immer mal wieder die Möglichkeit habt, mit euer Unterschrift, beziehungsweise eurem Klick, etwas zu bewegen. Tut gar nicht weh, hilft aber! Aktuell spannend ist diese Petition, die ein bedingungsloses Grundeinkommen fordert, um die Krise zu meistern.

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