Es soll weiter getanzt werden: Die Griessmuehle macht offenbar an einem anderen Standort weiter

© Griessmuehle | YouTube Screenshot

Update, 23.01.2020: Nachdem bekannt geworden war, dass der Mietvertrag der Griessmuehle Ende dieses Monats ausläuft, ging es die vergangenen Tage ziemlich rund in Berlin. Über 40.000 Unterschriften wurden im Rahmen einer Petition für den Erhalt des Clubareals an der Sonnenallee gesammelt, eine Demonstration in Neukölln, organisiert von der Berliner Clubmission, sorgte ebenfalls für Aufruhr und gestern Abend schaffte es die bedrohte Griessmuehle dann auch noch in die Tagesschau. Das alles führte dazu, dass nicht nur die Räumung zunächst auf Mitte Februar vertagt wurde (bis dahin darf weiter gefeiert werden!), sondern dass nun offenbar auch eine Zwischenlösung für das Fortbestehen des Clubs an einem anderen Standort ab Mitte Februar in Aussicht steht. Darüber hinaus haben inzwischen wohl Gespräche mit dem Eigentümer des Geländes stattgefunden und auch der Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses hat sich für den Erhalt des Technoclubs ausgesprochen, berichtet die taz. Auch wenn noch nichts sicher ist, der Druck der Öffentlichkeit scheint zumindest Dynamik in die ganze Angelegenheit zu bringen und generiert die nötige Aufmerksamkeit für derzeit gleich mehrere bedrohte Kulturstandorte in der Stadt.

Es ist ja nichts Neues: Immer wieder müssen die Berliner*innen ihren Lieblingsclubs Lebewohl sagen. Mal sind Lärmbeschwerden der Grund für die Schließung, hier wird der Mietvertrag gekündigt, dort das Grundstück verkauft. Erst vor wenigen Wochen wurde bekanntgegeben, dass das KitKat im Sommer 2020 seine Türen schließen muss. Noch besteht Hoffnung, dass es an anderer Stelle weitergeht – wann und wo, das ist jedoch unklar. Und nun, pünktlich zum Jahreswechsel, machen die Betreiber*innen der Griessmuehle deutlich, wie ernst die Lage für sie in diesem Jahr werden könnte.

Schon länger wurde über eine drohende Schließung des Clubs am S-Bahnhof Sonnenallee gemunkelt – nun ruft die Griessmuehle selbst aktiv um Hilfe. Am 30. Dezember wurde auf Facebook sowie auf einer eigens dafür angelegten Website ein Video geteilt, in dem auf 1:40 Minuten komprimierte Drohnen-Aufnahmen die Griessmuehle bei Nacht zeigen. "Save Our Spaces", ist in Großbuchstaben auf dem Dach des Industriegebäudes zu lesen.

Berlin, Don't Break Our Hearts

"Berlin, Don't Break Our Hearts", fordern die Griessmuehlen-Betreiber*innen. Dieses könnte das letzte Silvester in der Griessmuehle gewesen sein, so war es im Post zum Video zu lesen. Es sei endlich Zeit, die Berliner Clubs für das zu respektieren, was sie sind: Orte der Entfaltung, die Platz für alternative Lebensentwürfe bieten und einen kulturellen Beitrag leisten. Menschen aus aller Welt kommen nach Berlin, weil sie genau diese Freiheit der hiesigen Clubkultur schätzen. Und die Griessmuehle ist eines der besten Beispiele dafür: Hier finden nicht nur ausgedehnte Partys statt, sondern auch regelmäßig Vorstellungen des Mobile-Kinos, der Muehlenmarkt-Flohmarkt und sogar sportliche Aktivitäten wie Ping-Pong-Turniere oder HIIT-Workouts.

Viel mehr als dieser Ruf nach Solidarität ist auf der Seite bisher nicht zu lesen; weitere Informationen sollen aber bald folgen. Bis dahin könnt ihr auf der Website einen Newsletter abonnieren, um neue Entwicklungen sofort mitzubekommen. Wir sind gespannt, was da noch kommt – und hoffen, dass 2020 nicht unser letztes Jahr mit der Griessmuehle sein wird.

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