11 Drehorte aus "The Queen's Gambit" in Berlin, die ihr besuchen könnt

Die Netflix-Miniserie "The Queen's Gambit" hat in diesem Herbst alle Rekorde gebrochen. 62 Millionen Haushalte schauten die Serie in den ersten 28 Tagen nach ihrem Start, sodass sie prompt in 92 Ländern in die Netflix-Top 10 katapultiert wurde. Damit ist "The Queen's Gambit" Netflix' erfolgreichste Limited Scripted Series aller Zeiten. Und nicht nur das: Seit dem Release im Oktober gab es einen riesigen Anstieg an Suchanfragen zu "How to play chess" bei Google, bei eBay stieg die Nachfrage nach Schachsets um rund 250 Prozent und Walter Tevis' gleichnamiger Roman von 1983, auf dem die Serie basiert, kletterte 37 Jahre nach seiner Veröffentlichung auf die Bestsellerliste der New York Times.

Die Serie erzählt die Geschichte von Beth Harmon, die in den 50er Jahren in einem Mädchenwaisenhaus aufwächst und dort den Hausmeister dazu überredet, ihr Schach beizubringen. Schnell entpuppt sich Beth als wahres Wunderkind und wir begleiten sie zu den größten Schachturnieren der Welt, wo sie sich als einzige junge Frau in einem von Männern dominierten Sport wiederfindet. Dabei reist Beth von ihrer Heimat in Kentucky mal nach Mexiko, mal nach Paris oder Moskau. Gedreht wurde jedoch oft nicht an den Originalschauplätzen, sondern, guess what: in Berlin! Tatsächlich, wenn man genau hinsieht, fällt einem auf, dass Moskaus Straßenzüge in "The Queen's Gambit" der Karl-Marx-Allee doch ganz schön ähnlich sehen – und ist diese Pariser Hotellobby nicht eigentlich das Café Grosz? Wir haben für euch 11 Drehorte aus "The Queen's Gambit" aufgelistet, die ihr in Berlin besuchen könnt. Viel Spaß bei der Spurensuche!

1

© Netflix Media Centre Secondhand-Kleidung kaufen bei Humana am Frankfurter Tor

In der zweiten Folge macht Beth mit ihrer Adoptivmutter Alma einen Ausflug in das Bekleidungsgeschäft Ben Snyder's, damit sie nach der Zeit im Heim endlich neue Kleidung bekommt. Die Außenaufnahmen des Gebäudes wurden in Toronto gedreht, aber drinnen sieht es doch verdächtig nach dem Humana am Frankfurter Tor aus, oder? Strike: Genau hier wurde die Szene gedreht. Witzig, dieselbe Humana-Filiale diente übrigens auch schon als Drehort in der Serie "Unorthodox": Hier kauft die Protagonistin Esty ihre allererste Hose ever, als chassidische Jüdin auf jeden Fall ein großer Schritt.

2

© Daliah Hoffmann Pariser Bohème, mitten in Berlin: Die Hotelszene im Grosz Geschlossen

Ganz zu Beginn von „The Queen’s Gambit“ treffen wir Beth Harmon in einem Pariser Hotel – gedreht wurde jedoch nicht in Paris, sondern in Berlin. Und zwar im Grandhotel Haus Cumberland am Ku’damm, genauer gesagt, im ehemaligen Café Grosz. Das Hotel wurde in den 1920er Jahren erbaut, und im Grosz fühlt man sich dank verspiegelter Wände, alter Bilderrahmen und Brasserie-Atmosphäre sofort, als befände man sich mitten in der Pariser Bohème.

3

© Max-Taut-Schule Amerikanische Highschool meets Berlin-Rummelsburg: Die Max-Taut-Schule

Selbst für amerikanische Highschools lässt sich in Berlin der passende Drehort finden: Bei der Henry-Clay-Highschool, in der Beth an ihrem allerersten Schachturnier teilnimmt, handelt es sich eigentlich um die Max-Taut-Schule in Rummelsburg. Die Schule wurde in den 1920ern erbaut und war damals Deutschlands größter Schulgebäudekomplex, der drei verschiedene Schultypen beherbergte: eine Berufsschule für Metallarbeiter, eine Mittel- und Volksschule und ein Gymnasium für Mädchen. Neben den drei Schulen gab es hier Turnhallen und sogar ein Kino, da die Anlage auch als Kultur- und Bildungszentrum für die Anwohner*innen funktionieren sollte.

4

© Theo Rio Ab nach Spandau: Das Cincinnati Hotel

In der dritten Folge geht es richtig los mit Beths Touren zu den größten Schachturnieren. Nach ihrem ersten Sieg beim Turnier in der Schule reist sie nun gemeinsam mit ihrer Adoptivmutter nach Cincinnati zur Chess Open. Das Hotel, in dem die Szenen gedreht wurden, befindet sich jedoch nicht wirklich in Cincinnati, es ist auch eigentlich gar kein Hotel: Die Aufnahmen entstanden im Rathaus Spandau.

5

© Phil Bray | Netflix Auch nicht Cincinnati, sondern Kreuzberg: Der Musiksaal an der Köthener Straße

Die Szenen bei den Chess Open in Cincinnati wurden teilweise im Rathaus Spandau und teilweise im Meistersaal, einem alten Musiksaal an der Köthener Straße in Kreuzberg, gedreht. Hier befinden sich seit 1965 die legendären Hansa Tonstudios, in denen schon David Bowie und Iggy Pop zu ihren Berlin-Zeiten ihre Alben aufnahmen.

6

© Palais am Funkturm Ab in den Westen: Das Hotel Mariposa ist das Palais am Funkturm

Nach Cincinnati geht es für Beth weiter zu den US Open in Las Vegas. Auch hier wurden Szenen in Berlin gedreht: Das Hotel Mariposa ist tatsächlich das Palais am Funkturm im Berliner Westen, hier befindet sich der größte Ballsaal Berlins aus den 1950ern. Die imposante Eingangshalle, die riesigen Treppen, die Kronleuchter – das alles fühlt sich wirklich ein bisschen nach Vegas an.

7

© Ken Woroner | Netflix Die US-Meisterschaft in Ohio: Drehort Zehlendorf

Fünfte Folge, wir begleiten Beth zur US-Meisterschaft nach Ohio, wo sie das Schach-Wunderkind Benny Watts besiegt und schließlich von ihm nach New York eingeladen wird, um für das große Turnier in Paris zu trainieren. Die Szenen rund um die Meisterschaft in Ohio wurden in Zehlendorf gedreht: auf dem Gelände der Evangelischen Hochschule Berlin. Wie das in der Serie aussieht, seht ihr auch hier.

8

© Friedrichstadtpalast | Presse Mexiko oder Mitte: Schach im Friedrichstadtpalast

In der vierten Episode reist Beth nach Mexiko-City und tritt dort gegen mehrere internationale Schachspieler an, zum Beispiel gegen den russischen Schachmeister Georgi Girev. Das Innere des Hotel Aztec Palace in Mexiko ist eigentlich das Foyer des Friedrichstadtpalastes an der Friedrichstraße, in dem normalerweise eher weniger Schachturniere stattfinden, dafür Zirkus, Schauspiel oder Varieté-Vorstellungen.

9
Bode Museum

© David von Becker Back to Paris: Spaziergang über die Museumsinsel

In der vorletzten Folge von „Queen’s Gambit“ reisen wir mit Beth noch einmal nach Paris, und hier ist euch vielleicht aufgefallen, dass Paris auch dieses Mal verdächtig an Berlin erinnert – genauer gesagt an die Museumsinsel. Wir befinden uns nämlich im Bode-Museum: Die Szene in dem Pariser Restaurant wurde in der Eingangshalle des Museums gedreht. Das Bode-Museum hat aufgrund der Corona-Pandemie zwar gerade geschlossen, aber vielleicht unternehmt ihr mal wieder einen Spaziergang über die Museumsinsel – und träumt ein bisschen von Paris.

10

© Kino International 60er Jahre Charme im Kino International

Im Kino International feierten seit den frühen 60ern zahlreiche internationale Filme ihre DDR-Premiere. Zu Erstaufführungen von heimischen Filmproduktionen ließen sich auch Mitglieder des Politbüros blicken. Da es nur einen einzigen Kinosaal gibt, ist die Filmauswahl sehr begrenzt. Dafür lohnt sich ein Besuch allein schon, um bei einem Drink das 60er-Jahre-Flair des Foyers und die Aussicht durch die riesigen Panoramafenster zu genießen. Dank seiner Architektur wurde das Kino International auch schon selbst zum Drehort: In der erfolgreichen Netflix-Serie "The Queen's Gambit" diente die Panorama-Bar im oberen Stockwerk des Kinos als Restaurant in dem Hotel, in dem Protagonistin Beth bei ihrer Reise nach Moskau übernachtet.

11

© Marit Blossey Über die Karl-Marx-Allee flanieren wie in Moskau

In der Schlussszene wandert Beth durch die Straßen Moskaus. Auch diese Szene wurde keineswegs in Russland gedreht, sondern im Berliner Osten: Die Karl-Marx-Allee liefert mit ihren "Arbeiterpalästen", den Wohnbauten und Türmen des sozialistischen Klassizismus natürlich die perfekte Kulisse. Die letzte Szene, in der Beth auf der Straße in Moskau ein Schachspiel beginnt, wurde im Rosengarten an der Karl-Marx-Allee gedreht. Auch bei der Fassade des Hotels, in dem Beth in Moskau unterkommt, handelt es sich um einen der Wohnblöcke zwischen Alexanderplatz und Strausberger Platz.

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