Berliner Clubleben – die Party geht ab morgen online weiter!

© Wiebke Jann

Man weiß in diesen Stunden gar nicht mehr so recht wohin mit sich. Hiobsbotschaften im Stundentakt, von allen Seiten. Sicher ist allerdings schon jetzt, dass es für viele Unternehmen und Läden ein enormer Kraftakt werden wird, zu überleben. Ganz besonders für alle Kulturschaffenden wie Clubs, Bühnen, Konzerthallen, Theater, Künstler*innen, Freiberufler*innen und viele mehr.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung der Berliner Clubcommission sind durch die vorübergehende Stilllegung des kompletten Nachtlebens allein in Berlin über Nacht rund 9000 Mitarbeiter*innen arbeitslos geworden – von den Tausenden Freiberufler*innen ist hier noch gar nicht die Rede. Damit steht die Berliner Clubszene vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte. Aber Berlin wäre nicht Berlin, wenn hier jetzt alle den Kopf in den Sand stecken würden. Stattdessen haben sich die vielen Berliner Clubs, verschiedene Veranstalter*innen und Künstler*innen zusammengetan, um sich jetzt (mehr denn je) zu supporten und natürlich, um uns und euch da draußen weiterhin so gut es eben geht zu vergnügen. Und wie sollte das besser funktionieren als mit einem digitalen Club, der für alle geöffnet ist.

#UnitedWeStream – ein digitaler Club für alle

Ihr habt schon ganz richtig gelesen. Ab morgen, den 18. März 2020, könnt ihr auf www.unitedwestream.berlin täglich ab 19 Uhr verschiedene Beiträge aus allen möglichen Clubs der Stadt direkt zu euch nach Hause streamen. Das Ganze wird zusammen mit ARTE concert, ALEX TV, FLUX FM, der Berliner Clubcommission und des Reclaim Club Culture Netzwerks sowie dem Berliner Label SUOL und dem ifbbw Institut für Bildbewegung, die sich um die Bereitstellung und technische Betreuung der Streamingtechnologie kümmern, umgesetzt.

In Vorbereitung sind nicht nur DJ-Sets zum Tanzen im eigenen Wohnzimmer oder vor dem Spiegel, sondern auch Live-Musik-Sessions, Performances, Gesprächsrunden und verschiedene Vorträge sowie Filme, die ihr euch vom Sofa aus anschauen könnt. Mit dabei sind unter anderem Berliner Clubs wie das Watergate, der Tresor, der Kater Blau, die Rummels Bucht, die Griessmuehle, der Sage Club, der Salon zur Wilden Renate, das Sisyphos, die Anomalie, Zur Klappe und andere.

Rettet die Berliner Clubkultur in Quarantäne

Mit der neuen Streamingplattform zeigt sich eine Vielzahl der Berliner Clubs solidarisch miteinander – getreu dem Motto einer für alle, alle für einen. Aber auch uns und allen Menschen gegenüber, die sonst in ihren Clubs gemeinsam feiern, nun aber ebenfalls in Quarantäne zu Hause sitzen. Damit wir auch zukünftig, sobald diese Krise überstanden ist, weiter gemeinsam unsere Zeit in den Berliner Clubs verbringen können, sind diese aber nun auf unsere Hilfe angewiesen, um überhaupt weiterhin zu existieren und nicht Insolvenz ankündigen zu müssen. Deshalb findet ihr bei #UnitedWeStream auch eine Spendenaktion via betterplace.org, die ihr hoffentlich unterstützen könnt. Hier zählt momentan wirklich jeder Cent. 

"Besucher*innen der Seite werden aufgerufen, freiwillig zu spenden und werden damit Teil des 'virtuellen Clubs'. Die Einnahmen der Streams fließen in eine Spendensammlung für soziale Härtefälle, mit dem unter der Coronavirus-Quarantäne notleidende Clubs und Künstler*innen unterstützt werden können", heißt es in der Pressemitteilung weiter. Ein Teil (acht Prozent) der Einnahmen geht zudem an den Stiftungsfond Zivile Seenotrettung, dessen klare und transparente Förderkriterien eine zügige Mittelvergabe an NGOs in Griechenland sowie die zivilen Seenotrettung im Mittelmeer ermöglicht. Damit zeigen sich auch die Berliner Clubs solidarisch.

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