Deftige Berliner Küche im Graefekiez: Der Lausebengel

© Andre Groth

Wenn man etwas am Graefekiez bemängeln kann, dann ist es sein Verlust der Berliner Seele. Hier reihen sich die fancy Restaurants, clean eingerichteten Cafés und Eisläden mit verrückten Eissorten aneinander – Berliner Bouletten oder schrullige Bars mit Holzverkleidung sind wie ausgestorben. Aber nur fast, denn Janosch Thomsen und Tim Gräsing, beide Ur-Berliner bzw. Brandenburger in ihren 30ern, nahmen sich mit ihrem Restaurant Lausebengel vor, die Erinnerungen an das Café Rizz, das zuvor in den Räumlichkeiten Bier und deftige Speisen servierte, zu erhalten. Und setzten ihre Expertise oben drauf.

"Janosch ist im Nebenaufgang aufgewachsen und hat hier 23 Jahre lang gelebt. Er ist geboren, als das Café Rizz aufgemacht hat. Er ist tief mit diesem Kiez verbunden“, sagt Tim, der eigentlich Unternehmensberater und Projektmanager ist. Als der Betreiber des Cafés nach 36 Jahren in Rente ging, ergriffen die beiden die Initiative. Zwar kommt keiner der beiden aus dem gastronomischen Bereich, sie hatten „aber einfach Lust auf etwas Neues“, sagt Tim.

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Die Idee war es, die alte Berliner Tradition inklusive Küche neu zu inszenieren. „Die Verbindung aus Bier-Vielfalt und modern interpretierter Berliner Küche soll die Menschen aus dem Kiez, aber auch Liebhaber moderner, leichter Küche ansprechen“, sagt Tim. Das Food Konzept entwickelten Tim und Janosch mit Kristof Mulack, der ehemalige kulinarische Leiter des Restaurants TISK. Zur Vorspeise gibt es allerlei Berliner Tapas – Fischstäbchen mit selbst gemachter Remoulade, Kartoffelsalat oder Berliner Knacker mit Apfelsenf und als Hauptgang die Wahl aus Senfei, Matjes, Blutwurst oder Hummus – alles auf Roggensauerteigbrot von The Bread Station.

Wer keinen Appetit auf Stulle hat, kann sich u.a. auch für Kalte Soljanka, grobe Bratwurst an Kartoffeln oder die Vegetarische Lausebengel Platte mit Selleriestäbchen, hausgemachter Remoulade, Erbsen und Kartoffelsalat entscheiden. Dazu werden ausgewählte Berliner Spirituosen, aber auch moderne Interpretationen, wie zum Beispiel Cidre mit Kokoswasser eingeschenkt.

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Natürlich ist es eine Herausforderung gewesen, den Trend zu leichter Küche bei der schweren Berliner Küche mitzudenken", sagt Tim. "Wir sind beide Vegetarier und haben deshalb auch Pflanzenesser in der Karte berücksichtigt. Man isst ja heute kein Eisbein mehr und geht freudestrahlend ins Bett." Deshalb und weil es für die beiden Berliner auch zu der modernen Berliner Küche dazugehört, hat die Karte auch türkische, arabische und vietnamesische Einflüsse. „Der Weg vom Kotti zum Südstern bringt das kulinarische Berlin auf den Punkt“, sagt Tim. Dort säumen sich sowohl hochklassige Vietnamesen, als auch Falafel-Imbisse. Der Lausebengel bringt das alles zusammen und bietet darüber hinaus eine wunderschöne Location.

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Unbedingt probieren: das Senfei. Es versetzt einen direkt in die Kindheit – oder eben in den kulinarischen Himmel.

Veggie: auch Pflanzenesser sind bedient

Besonderheit des Ladens: Berliner Charme und Küche neu interpretiert

Mit wem gehst du hin: mit Oma und Opa

Für Fans vom: PeterPaul und Tisk

Preise: Snacks zwischen 2,90 und 9 Euro für die Stullen, Hauptspeise 5 bis 13,90 Euro. Bier 2,80 bis 6,90 Euro.

Lausebengel | Grimmstraße 21, 10967 Berlin | Montag – Freitag: 17–24 Uhr, Samstag & Sonntag: 16–24 Uhr Uhr | Mehr Infos

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