Vegan, lokal und Zero Waste: Mittagessen im FREA in Mitte

© Daliah Hoffmann

Ihr habt Appetit auf ein Mittagessen ganz ohne schlechtes Gewissen, dafür aber mit lokalen Zutaten und viel hausgemachtem? Dann seid ihr im FREA auf der Torstraße genau richtig. In dem schönen Eckrestaurant, das im März 2019 eröffnet hat, bekommt ihr vegane, saisonale und lokale Küche mit Bioprodukten. Bis hier unterscheidet sich das FREA nicht unbedingt von anderen Berliner Cafés und Restaurants. Das Besondere an David Suchy und Jasmin Martins Restaurant: Es ist das erste vegane Zero-Waste-Restaurant Berlins.

Ich bin zum Mittagessen mit Freundinnen im FREA verabredet. Drei von uns sind Allesesserinnen, eine ist Veganerin. Kleiner Spoiler an dieser Stelle: Fleisch oder Fisch hat niemand vermisst. Nach einer netten Begrüßung von David (hier sagt der Chef noch persönlich Hallo) nehmen wir an einem der großen Holztische am Eingang Platz. Von hier hat man einen guten Überblick über das Restaurant. Geradezu befindet sich die Bar sowie die offene Küche, rechts der eigenen kleine Urban Jungle und links von der Tür sind weitere Tische. Durch die vielen großen Fenster ist es schön hell im Restaurant. Das warme Holz und die vielen Zimmerpflanzen sorgen zusätzlich für Wohlfühl-Atmosphäre. Mir fallen direkt die Lampen vor der Küche auf. Die bestehen aus einem Naturmaterial, genauer gesagt aus Pilzen, und stammen aus dem walisischen Designstudio ty syml. Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein finden sich im FREA eben nicht nur im kulinarischen Konzept, sondern auch in der Einrichtung wieder.

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Das Menü ist überschaubar. Es gibt neun Gerichte, von jedem Gang drei. Da müsste es doch eigentlich einfach sich, sich für eines zu entscheiden. "Selbst bei einer kleinen Karte fällt das Entscheiden schwer", sagt Inhaber David. Leider wahr, merken wir selbst. In den letzten Jahren hat er sich als Foodblogger und Koch Johnny and the Food einen Namen gemacht. Mit dem FREA erfüllt er sich jetzt gemeinsam mit seiner Freundin Jasmin den Traum des ersten eigenen Restaurants und lebt hier seine Lebensweise und Ideale weiter. Alles, was man im FREA bekommt, ist hausgemacht: das Sauerteigbrot, das man vorweg mit einer Portion Kohlrabi-Kimchi bekommt, die Nussmilch, die Pasta, der Minzkefir und die hauseigene Schokolade.

Der Gruß aus der Küche, Brot und Kimchi, ist schnell aufgegessen. David bringt uns noch eine Portion Bärlauch-Creme, die es sonst zum gerösteten Gemüse gibt. Ich sag es mal so: Als kein Brot mehr übrig war, hätten wir das Schälchen fast mit den Fingern leergewischt. Bei den Hauptspeisen stehen Pasta mit Kürbis und Kresse, Kartoffelterrine mit gerösteten Pilzen und Knollensellerie oder Linsenragout mit geröstetem Gemüse und Kräuterdip zur Auswahl. Wir nehmen die beiden letzten. Die Linsen wurden in Pilzbrühe gekocht und schmecken dadurch etwas intensiver. Meine Kartoffelterrine schmeckt super und ist genau das richtige Gericht für kalte Tage. Zwischen den unzähligen hauchdünnen Kartoffelscheiben sorgt ein Pilz-Kräuter-Pesto für Abwechslung. Knollensellerie gesellt sich als weiches Püree dazu und die gerösteten Pilze liegen als krönender Abschluss auf dem Kartoffelturm.

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Neben David und Jasmin, die das FREA gegründet haben und Lea, die den FREA-Shop mit veganen und Zero-Waste-Produkten füllt, gehört natürlich auch Chefkoch Halfdan Kluften zum Team. Der Norweger war vergangenes Jahr auf Reisen, um sich kulinarisch inspirieren zu lassen. Davor hat er unter anderem im Sternerestaurant Geranium in Kopenhagen gearbeitet und war Sous Chef im Zero Waste Silo Brighton in England.

Übrigens: Wenn ihr mal nicht aufesst und nicht zufällig ein Weckglas oder ähnliches dabei habt, um die Reste mitzunehmen, landen diese im FREA in der eigenen Kompostiermaschine. Aus den Küchen- und Essensresten wird dann fruchtbare Erde, die von Produzenten wiederverwendet werden kann. Nicht nur beim Kochen produziert das FREA so gut wie keinen Müll, schon bei der Lieferkette wird auf Zero Waste und Nachhaltigkeit gesetzt. Wenn ihr im Alltag auch versucht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren und immer auf der Suche nach veganen Restaurants seid, dann empfehlen wir euch einen baldigen Besuch in Berlins erstem veganen Zero-Waste-Restaurant.

© Daliah Hoffmann

Unbedingt probieren: den Minzkefir und die Kartoffelterrine.

Veggie: ALLES!

Besonderheit des Ladens: Das FREA ist das erste vegane Zero-Waste-Restaurant. Es gibt sogar eine eigene Kompostiermaschine.

Mit wem gehst du hin: der umweltbewussten Freundin und dem Freund, der immer sagt, vegane Küche ist langweilig.

Für Fans vom: Kopps und Hermann's.

Preise: Vorspeisen zwischen 6 und 7,50 Euro, Hauptspeisen zwischen 9 und 10,50 Euro und Nachtisch zwischen 3 und 6 Euro.

FREA | Torstraße 180, 10115 Berlin | Täglich: 18–22 Uhr | Mehr Info

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