Das Weihnachtswunder von Berlin

© Matze Hielscher

Es ist vollbracht. Am 12. Juni 2020 wird das größte Demokratie Festival, das Deutschland – und vielleicht sogar die Welt – bisher gesehen hat, stattfinden. Was noch ein paar Tage zuvor unmöglich schien (in weniger als 72 Stunden mussten immerhin noch rund 700.000 Euro aufgebracht werden), nämlich ein ausschließlich über Crowdfunding finanziertes Event im Olympiastadion in Berlin auf die Beine zu stellen, wird nun also Wirklichkeit. Über 60.000 Tickets, die es brauchte, um eine Veranstaltung dieser Größenordnung auf die Beine zu stellen, wurden bis gestern Abend, pünktlich zum Ablauf der ersten Finanzierungsphase bei Startnext, verkauft.

Wow. Was war das für ein Krimi, den uns die Initiator*innen und alle Unterstützer*innen, die an die Idee dieses Demokratie Festivals glauben, da gestern zum Heiligabend beschert haben? Inklusive einem Serverausfall nach dem anderen, weil zu viele Menschen gleichzeitig Tickets kaufen wollten, non stop Live-Schalten und beispielloser Mobilisierung auf allen Kanälen. An Weihnachten. Nervenkitzel pur. Aber einer, der sich für alle, die an dieses Experiment glauben, gelohnt hat. Denn bis heute Nachmittag (Stand 25.12.2019, 14 Uhr) haben über 26.000 Unterstützer*innen den unglaublichen Betrag von 1.986.676 Euro aufgebracht, damit diese Utopie jetzt weiter geformt, mit Inhalten gefüllt und umgesetzt werden kann.

Bei aller Euphorie – jetzt fängt die eigentliche Arbeit erst an

Auch wenn die Crowdfunding-Kampagne 12062020 schon jetzt die erfolgreichste und größte ist, die es hierzulande je gegeben hat, ein großer Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung des Festivals aus dem Weg geräumt ist, fängt die eigentliche Arbeit jetzt erst an. Und die wird bei aller Euphorie über das erfolgreiche Crowdfunding anstrengend und mit Sicherheit sehr intensiv. Das hat Demokratie nun aber mal so an sich. Über 26.000 Menschen haben den Initiator*innen von 12062020 gestern mit ihrer finanziellen Unterstützung einen Vertrauensvorschuss gegeben, mit dem sie und wir alle nun verantwortungsvoll umgehen müssen.

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Wir glauben ganz fest daran, dass sie und wir das können. Weil wir in den vergangenen fünf Wochen gesehen haben, wie konstruktiv und gewaltfrei man mit Kritik, auch mit berechtigter, umgehen kann. Dass man zu Fehlern stehen kann, dass man versuchen kann, es besser und vielleicht auch noch einmal anders zu machen. Olympia ist ein Prozess, ein Experiment, ein noch unfertiges Produkt, in das viele von uns jetzt investiert haben und das wir gemeinsam mitgestalten können. Wir alle sind deshalb aufgefordert, uns zu beteiligen und aktiv mitzumachen.

The future is now!

In weniger als einem halben Jahr sollen die renommiertesten Expert*innen aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen, um Lösungen für die drängendsten Probleme unserer Zeit gebündelt zu präsentieren. Zusammen mit allen, die im Stadion oder vor dem Livestream zu Hause dabei sein werden, sollen diese Lösungen dann mit Hilfe von Petitionen und der nötigen Anzahl Unterzeichner*innen vor Ort direkt in den Bundestag eingebracht werden.

Wir haben uns Tickets gekauft und sind gespannt, was wir nun daraus machen, wie wir die Chance, etwas Einmaliges zu erschaffen, nutzen werden. Wie wir gemeinsam (voneinander) lernen und daran arbeiten werden, dass möglichst viele und diverse Menschen davon erfahren und Teilhabe an demokratischen Prozessen haben. Das muss nun unser oberstes Ziel sein. Let's did it!

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