Wohnen auf kleinstem Raum mit den Hütten von "Cabin Spacey"

© Charlott Tornow

Meistens ist es ja nicht nur eine Idee, die überzeugt, auch der Name eines Produktes oder Unternehmens muss gut genug klingen, damit er gleich hängen bleibt. Als ich das erste Mal den Namen "Cabin Spacey" hörte, war ich sofort begeistert. Dabei ist der Name eher zufällig entstanden, erzählt mir Simon Becker, einer der vier Köpfe hinter dem gleichnamigen Unternehmen, das seit 2018 mit seinen Cabins auf dem tiny-houses-Markt mitmischt. "Unser Arbeitsname war eigentlich 'Cabin Space'. Irgendwann schaute mein Kollege abends 'House of Cards' und so entstand der Name." Der Schauspieler Kevin Spacey selbst hat sich zwar seine Sympathien verspielt, der Name Cabin Spacey ist deswegen aber nicht weniger genial.

Der erste Prototyp von Cabin Spacey kann derzeit in Tempelhof besichtigt werden. Auf dem Weg zu Ikea kann man sich davon überzeugen, wie schön es sein kann, auf gerade mal 25 Quadratmetern zu wohnen. Die Cabin wirkt wie eine 60-qm-Wohnung und hat alles, was man braucht: Bad, Küche, einen Schlaf- und Wohnbereich, aber vor allem auch ein Freiheitsgefühl, das die zu engen Wohnkonzepte von Ikea missen.

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Wohnraum wird vor allen in Großstädten immer knapper. Neue Konzepte müssen her. "Wir haben überlegt, was die Bedürfnisse von Menschen sind und wie sie sich zwischen den Räumen bewegen", sagt Simon. Die Cabin ist kompakt, aber durch ihre Höhe und die Offenheit der Räume fühlt man sich nie eingeengt, was vor allem den Dachfenstern im Bad und über dem höher gelegenen Bett, von dem aus man alles überblicken kann, geschuldet ist.

Die Cabin ist mit einer Fußbodenheizung und einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet, die 60% des benötigten Stroms produziert. Die komplette Cabin ist als Smart Home angelegt – über einen kleinen Computer steuert man zum Beispiel das Thermostat und ein Wohnungsschlüssel wird in Zukunft auch überflüssig sein. Über einen Wasser- und Stromanschluss bezieht das Haus dann den restlichen Strom und das benötigte Wasser für Dusche, Spüle und Waschmaschine.

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Die Cabins werden aus nachhaltigen Rohstoffen in einer Fabrik im Allgäu produziert und kosten bis zu 100.000 Euro. Nicht gerade wenig für eine neue Wohnstätte. Simon und sein Team wollen aber auch ganz woanders hin: Sie sehen das Wohnen der Zukunft in Communities auf Brachflächen oder Dachgärten. Simon erzählt, dass mehrere der Cabins durchaus auch zum Beispiel auf den massiv gebauten Plattenbauten Berlins platziert werden könnten. Die Monatsmiete könnte dann bei 600 bis 800 Euro liegen, je nachdem, wie viel die Cabins dann in der Massenproduktion kosten.

Eine tolle Idee, dem Berliner Wohnungsmangel zu trotzen. Ich träume trotzdem schon mal von meiner eigenen kleinen Cabin und dem dazugehörigen Seegrundstück.

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