Unsere 11 Kunsttipps für den Juni

In Berlin beginnt natürlich alles mit "B": BBQ, BBB und BB – Sommerparties, Berliner Bäder-Betriebe und Berlin Biennale. Sommerliche Themen halten Einzug in die Kunst. Zudem freuen wir uns auf das zweijährliche Spektakel, das uns die kommenden Wochen versüßt. Also packt die Badehose ein und los geht's.

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10. Berlin Biennale

Wir leben in einem Zustand der kollektiven Psychose. Eine von Psychopathen geführte Gesellschaft lebt in Angst und Sorge. Als Tina Turner 1985 „We don’t need another Hero“ sang, befand man sich in einer ähnlichen Phase geopolitischer Verschiebungen. Und drum dient dieser Song als Titel der 10. Berlin Biennale, die mit einem gewaltigen Programm in der ganzen Stadt auffährt.

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Bild: Brandt Brauer Frick Brandt Brauer Frick und I'm not a robot im Futurium

Wer wenn nicht Techno-Avantgardisten gehören auf die Bühne des Futurium? Das Berliner Techno Projekt Brandt Brauer Frick, das für die einzigartige Verbindung von klassischer und clubtauglicher Musik gefeiert wird, heizt inmitten der 3D- Soundinstallation „I'm not a robot“ zum Tanzen ein. „I'm not a robot“ vom Sound-Art-Studio Kling Klang Klong ist eine interaktive Installation, die durch Besucher lernt und nach und nach ein Eigenleben entwickelt.

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Ana Mendieta. Creek, 1974 Photo: The Estate of Ana Mendieta Collection, LLC.,Courtesy Galerie Lelong & Co. Ana Mendieta im Martin-Gropius-Bau

Ana Mendieta wurde durch ihren unerwarteten Tod legendär: 1985 stürzte sie unter mysteriösen Umstände in New York aus der 34. Etage eines Hochhauses. Sie hinterließ ein Filmwerk, von dem nun Ausschnitte im Gropius-Bau zu sehen sind. Ein wiederkehrendes Motiv in all ihren Disziplinen, von Body Art über Land Art, Performance-Kunst und eben Film, ist die Frau im Dialog mit der sie umgebenden Umwelt. Wo verläuft die Grenze zwischen Natur und Körper?

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© Tropez Voyage im Tropez

"Fries and Art" – Das wohl beste Motto ever! Tropez ist ein Kiosk im Schwimmbad Humboldthain. Tropez ist aber auch ein Ort der Kunst. Nach der ersten Saison im letzten Sommer startet der Bad-Kunst-Kiosk am 2. Juni erneut: Dieses Mal mit der Ausstellung "Voyage", einer Gruppenshow mit Aurora Sander, Nigin Beck, Adam Harvey, Porpentine Charity Heartscape, Anastasia Kubrak, Sandra Mujinga, Raphaela Vogel und Jan Vorisek. Außerdem finden im Juni diverse Events statt, für die ihr am Besten einen Blick ins Programm werft.

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Andreas Mühe, "Obersalzberg", 2013 Andreas Mühe in der König Galerie

Er ist der Fotograf der Zeit und der Haupstadt. Seine Fake-Porträts von Angela Merkel, der charakteristische Hinterkopf, hat jeder schon mal gesehen. Seine Serie blankziehender Nazis im österreichischen Obersalzberg bleibt einmal gesehen unvergessen. In der König Galerie zeigt er nun „Subversive Praktiken“.

6

© Bert Stern, Campaign Driest of the Dry, Smirnoff vodka, 1955 Bert Stern in der Galerie 36

Die glamourösen Zeiten der Werbung sind vorbei: Mad Men liegt wie ein Zigarrenstummel im Aschenbecher. Damals erreichten Werbemotive gern mal den Stellenwert der Kunst, so auch die Arbeiten von Bert Stern. Für Stanley Kubrick fing er unter anderem Sue Lyon als Lolita auf Farbfilm ein, später wurden seine Bilder für bis zu 20.000 Pfund versteigert. Anschauen könnt ihr sie in der Galerie 36 hingegen kostenlos.

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Manuel Roßner, Ultralight Beam, Virtual Reality Erlebnis, 2017 Very Real – VR Installationen in der DAM Galerie

Inzwischen gibt es wohl niemanden, der noch nicht in die Virtual Reality abgetaucht ist. Die immersive Technologie wird inzwischen von allerlei Disziplinen eingesetzt: in der Wissenschaft, von Filmemachern und immer wieder in der Kunst. Die DAM Gallery etabliert nun eine permanente Installation und startet mit Rebecca Allen aus Los Angeles, Banz & Bowinkel und 
Manuel Roßner aus Berlin.

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© Future Gallery Finissage und Sommerparty in der Future Gallery

Bei über 30 Grad kann man auch einfach mal eine Galerie empfehlen, weil sie ihre Finissage in eine Sommerparty bettet. Geschlossen wird die Gruppenshow "i sit down and they tell me lemme tell you they say and i dont wanna be told and im told and told and told and told". In diesem Sinn: keine weiteren Worte.

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Tacita Dean, Quarantania, 2017 © Tacita Dean & BORCH Editions Tacita Dean in der Niels Borch Jensen Gallery


Tacita Deans Arbeiten werden in London gleich an drei bedeutenden Orten ausgestellt, in der National Gallery, in der National Portrait Gallery und in der Royal Academy of Arts. Die Nils Bosch Jensen Galerie hat nun die Ehre, einen Einblick zu geben und zeigt Tacita Dean’s Quarantania, das bis dato ambitionierteste Printproduktion der BORCH Editions.

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Yang Fudong bei Sexauer Galerie

Erstmalig in Berlin wird die 5-Kanal Videoarbeit „New Women“ von Yang Fudong gezeigt. Yang Fudong ist ein bedeutender Filmemacher aus China, dessen Arbeiten durch seine Erfahrung als Maler und Fotograf geprägt und von Jim Jarmusch inspiriert sind. Diese ähneln Traumsequenzen ohne klaren Handlungsstrang. Er selbst sagt, es gäbe kein Ergebnis, keine Antwort. Aber dafür, harter Cut, ein BBQ am Eröffnungsabend. Das ist mir in diesem Monat besonders wichtig.

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© Whitechapel Gallery Gert & Uwe Tobias bei CFA Contemporary Fine Arts

An ihre Namen erinnert man sich nur schwer. Tobias, Uwe, Gert. Aber die Arbeiten der Zwillingsbrüder vergisst man nicht. Ihre Drucke bewegen sich zwischen Abstraktion und Dekoration, sie streifen Folklore, Kunst und Handwerk, Pop Art und Design.

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