"The Art of Banksy": Ist es okay, für Street Art Eintritt zahlen zu müssen?

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Seit Samstag ist die Wanderausstellung The Art of Banksy bereits zum zweiten Mal in Berlin zu sehen. Bis Juni werden im Bikini Berlin Banksys Originalzeichnungen, Gemälde und Skulpturen ausgestellt – allerdings ohne Zustimmung des Künstlers, dessen Identität noch immer nicht bekannt ist. Dabei ist nicht nur fraglich, ob Street Art überhaupt in eine Ausstellung gehört. Dem kapitalismuskritischen Künstler Banksy dürfte das Ganze überhaupt nicht gefallen.

Die Diskussion darum, ob Street Art in einer Ausstellung präsentiert werden sollte, ist vor allem in Berlin nicht neu. Sie wurde erst im vergangenen Jahr mit Blick auf das Projekt The Haus und das neue Street Art Museum Urban Nation an der Bülowstraße geführt. Die Illegalität ist nun mal ein Teil der Sache – wenn sich die Grafitti-Szene um Rebellion, Protest und Ablehnung des Systems dreht, wie kann das dann in ein Museum passen?

Ja, Banksys Arbeiten sind für die Straße gemacht, für die Öffentlichkeit. Sie sollten jedem gehören, der an ihnen vorbeikommt, dem sie ins Auge stechen, der sie betrachten will. Sie liefern häufig einen Kommentar zum aktuellen Weltgeschehen, Politik und unserer Gesellschaft. Andererseits ist Street Art immer potenziell vergänglich. Somit kann eine solche Sammlung natürlich auch die Rettung für manche Werke sein, die abgerissen, zugebaut oder schlichtweg aus dem Stadtbild entfernt werden. Und viele Bilder verlieren ihre Aussagekraft auch nicht, wenn man sie in ein Museum hängt, vorausgesetzt, man setzt sie in Bezug zu ihrer Herkunft. Man befindet sich also immer in einem Zwiespalt – Authentizität oder Bewahrung der Kunst, das muss vielleicht einfach jeder für sich entscheiden.

Trotzdem: Ist es vertretbar, eine Ausstellung gegen den Willen des Künstlers zu gestalten?  

Kuratiert wurde die Ausstellung von Steve Lazarides, Banksys ehemaligem Vertrauten und Ex-Manager. Dessen kommerzielles Interesse an Street Art dürfte einer der Gründe dafür sein, dass die beiden inzwischen getrennte Wege gehen. Lazarides zählt mittlerweile zu den erfolgreichsten Kunsthändlern Europas, ein Großteil der Ausstellungsobjekte stammt aus seiner privaten Sammlung. Dass die Ausstellung nicht im Sinne des Künstlers ist, dürfte ihm bewusst sein. Das ist auf Banksys Website sogar unmissverständlich zu lesen: „Banksy ist weder bei Facebook, noch bei Twitter und wird nicht durch Steve Lazarides oder irgendeine andere kommerzielle Galerie vertreten“, steht dort schwarz auf weiß.

Weiter weg von Banksys Intentionen geht es wohl kaum. Denn während im Urban Nation Museum immerhin der Eintritt frei ist, zahlen Besucher von The Art of Banksy schlappe 14,50 Euro (!). Egal wie sehenswert, wie politisch und gesellschaftlich relevant seine Kunst auch sein mag – so passiert leider genau das, was von Bansky eigentlich am Kunstbetrieb kritisiert wird: Eine Ausstellung konsumkritischer Kunst in einem der Berliner Konsumpaläste, der Concept Mall Bikini Berlin, für die der Eintritt 14,50 Euro kostet. Dass im Banksy Pop Up Store im Bikinihaus außerdem ein Haufen Merchandise-Artikel wie Beutel und Smartphonehüllen mit Banksy-Motiven verkauft wird, ist dann wohl das Sahnehäubchen.

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