Leben im Schatten – Mein Alltag mit einer Sonnenallergie

© angelo mercadante | Unsplash

Ein sonniger Tag, ich will mit Freunden in den Park für ein Picknick. Die Idee ist toll, das Wetter ist toll. Nur der Platz, den wir wählen, gefällt mir nicht. “Können wir nicht in den Schatten?”, frage ich meine Freunde. Die gucken mich verdutzt an, dann fällt es ihnen wieder ein: Ich habe eine Sonnenallergie und allein 10 Minuten in der prallen Sonne würden mich für den Rest des Tages außer Gefecht setzen. Sie wählen einen anderen Platz. Ich fühle mich wie ein Spaßverderber.

Ich habe eine Sonnenallergie und das ist manchmal ziemlich ätzend! Die Allergie habe ich nun seit vier Jahren. Bemerkt habe ich es, als ich mit Pusteln überströmt ins Krankenhaus gekommen bin. Mir war schwindelig, schlecht und ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten. Beginnende Atemnot und der Verlust meiner Sehstärke waren weitere Hinweise, dass irgendwas gewaltig im Argen lag. Mit viel Cortison und Salben konnte ich die Symptome innerhalb einer Woche unter Kontrolle bringen. Das Problem hatte ich aber noch nicht gelöst.

Mir war schwindelig, schlecht und ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten.

Niemand kennt die Ursache der Sonnenallergie

Generell ist es schwer, eine Ursache für die “Sonnenallergie”, auch Lichtdermatose genannt, zu finden – und darin liegt das nächste Problem. Eine Sonnenallergie gibt es medizinisch nicht – verschiedene Symptome und diverse Krankheitsverläufe sorgen dafür, dass noch keine universelle Behandlung der Allergie möglich ist und manche die Allergie komplett anzweifeln. Verschiedene Theorien, wie die Bildung von freien Radikalen in der Hautschicht durch die energiereiche Strahlung der Sonne, so wie die Entwicklung eines Allergens im Körper durch die UV-Strahlen der Sonne sind Ansätze auf der Suche nach den Ursachen für diese Krankheit.

Nach meiner ersten Reaktion habe ich mich nur sehr langsam wieder in die Sonne getraut. Etwas für viele so Natürliches, Alltägliches und ja auch Lebensnotwendiges wurde für mich zu einer Mutprobe. Ich musste Mittel und Wege finden, mich wieder in das Sonnenlicht zu trauen. Produkte, die mir dabei stark geholfen haben, waren medizinische Sonnencremes. Die aus der Drogerie konnte ich gleich vergessen. Die Sonnencremes, sowohl für mein Gesicht, als auch für meine Haut, sind von Daylong. Man bekommt sie leicht in der Apotheke, ich hatte, seit ich sie benutze (ca. 3 Jahre), keinen Sonnenbrand und sie kleben und riechen nicht komisch. Die Sonnencreme 50+ und das Gesichtsgel sind nun meine täglichen Begleiter – ohne geht nix!

Etwas für viele so Natürliches, Alltägliches und ja auch Lebensnotwendiges wurde für mich zu einer Mutprobe.

Sonnenbrand und Ausschlag kann ich mit den Cremes verhindern, Schwindel und Müdigkeit jedoch nicht. Mehr als zehn Minuten Sonne und ich bin wie ein Bär, der seinen Winterschlaf halten muss. Ungefähr zwei Stunden Schlaf brauche ich, um mich von direkter Sonneneinstrahlung zu erholen. Am Strand verkrümele ich mich in eine Strandmuschel und wenn ich im Wasser war, muss ich erstmal eine Pause einlegen. Ein Strandtag bedeutet bei mir also vor allem: schlafen. Mein Körper steckt die Sonne einfach nicht so weg wie andere.

Die Märchen von der "gesunden" Bräune

Doch körperliche Einschränkungen sind nicht das Einzige, was den Umgang mit dieser Allergie so schwer macht. Besonders in der Sommerzeit werden wir mit Werbung konfrontiert, die als einziges Schönheitsideal glänzende Bräune propagiert, zu der natürlich nur farbenfrohe knallige Bikinis passen. Diesem Ideal nicht zu entsprechen und mich dennoch so zu akzeptieren hat mich einige Zeit gekostet. Meine Haut ist weiß. Ich werde auch nicht braun. Wenn ich einen Sonnenbrand bekomme, wird mein Körper rot und dann wieder weiß. Wenn ich meine Freunde in der Vergangenheit darauf angesprochen habe, wurde ich mich mit Verweisen auf vornehme Blässe aus der Antike und Renaissance abgespeist. Wenig ermutigend.

Meine Haut ist weiß. Ich werde auch nicht braun. Wenn ich einen Sonnenbrand bekomme, wird mein Körper rot und dann wieder weiß.

Braunwerden ist mit meiner Allergie also schwierig. Aber die “gesunde” Bräune ist so gesund auch wieder nicht. Besonders die zeitlich begrenzte Sonneneinstrahlung kann zu sogenannten Melanomen führen. Diese Art von Hautkrebs tritt vor allem dann auf, wenn wir uns täglich im Büro aufhalten, aber im Urlaub oder für wenige Wochen im Sommer stark in der Sonne baden. Somit kommt es nicht nur auf die Menge der Sonnenstrahlen, sondern auch auf den Sonnenschutz und die Art des Sonnenbadens an.

Viele Menschen beachten jedoch immer noch nicht, dass Hautkrebs oft durch “falsches” Sonnenbaden verursacht wird. Um das Thema Hautkrebsvorsorge stärker in den Fokus zu rücken, haben inzwischen auch Youtuber und Blogger wie Lilypebbles mit Sonnenschutz und Untersuchungen darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Ewig-Bräunen und Sonnenbaden nicht gesund ist.

Soziale Einschränkungen bleiben auch mit Sonnenschutz

Soziale Einschränkungen bleiben aber auch mit Sonnenschutz. Im Park brauche ich einen Schattenplatz. Ein entspanntes Picknick ist utopisch und einen ganzen Tag im Park zu verbringen kann ich direkt vergessen. Wenn die Sonne wandert, kann ich nur hoffen, dass meine Freunde die Geduld haben, mit mir mitzuziehen, sodass ich im Schatten verweilen kann. Alle halbe Stunde wechseln wir die Position, weil die anderen eben auch nicht durchgehend im Schatten sitzen wollen.

Draußen vor dem Café zu sitzen, eine Limonade zu trinken: schlichtweg unmöglich. Ich jogge nur noch abends oder morgens und für einen Spaziergang muss ich mir auf jeden Fall einen Hut aufsetzen. Die Sonnenbrille ist sowieso schon zu meinem täglichen Begleiter geworden.

Kurzum: Ein gewöhnlicher Alltag ohne Einschränkungen ist besonders im Sommer nicht möglich. Inzwischen wissen meine Freunde, dass sie zwar mit mir auf der Sonnenseite des Lebens gehen können, aber das im Alltag der Schatten aufgesucht wird. Inzwischen kann ich aber auch wieder einige Minuten Sonne genießen, spaziere morgens über den Markt, wenn es noch nicht so heiß ist und ich noch die beste Ware bekomme. Und natürlich trage ich auch mit meiner “vornehmen Blässe” knallige Bikinis. Aber vor allem trage ich eins: Lichtschutzfaktor!

Inzwischen wissen meine Freunde, dass sie zwar mit mir auf der Sonnenseite des Lebens gehen können, aber dass im Alltag der Schatten aufgesucht wird.
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