Der Mode ist Gender egal und dir sollte es das auch

© Unsplash | Toa Heftiba

Genderfreie Mode ist eines der ersten Zeichen für eine Auflockerungen der Normen und Regeln, sowohl in der Mode als auch in der Gesellschaft. Ein Kleid muss nicht von einer Frau getragen werden, das können und dürfen auch Männer. Vor einigen Jahren noch unvorstellbar, ist es heute zumindest in Berlin unser aller Alltag geworden. Vielleicht befinden wir uns in einer neuen Zeit der Fashion-Regeln. Insbesondere die Zugehörigkeit von Geschlecht und Kleidung schwemmt immer weiter auf und lässtin der Modewelt keine klaren Grenzen mehr erkennen.

Die Freiheit von Geschlechtern ist nicht nur in der Mode spürbar, sondern auch in der Gesellschaft. Gründe und Auslöser für mehr Gender-Freiheit und Unbestimmtheit sind zum einen die Feminismus-Debatte, aber sicherlich auch die immer offeneren Gesetze für die Heirat und Beziehungen jeglicher sexueller Orientierungen. Dabei scheint es bei all den Differenzierungen, die wir heute vornehmen können, nicht mehr um die Definition im Allgemeinen zu gehen.

Die Mode zieht mit

Fashion ist uns häufig voraus und weiß oft schon heute, was wir morgen wollen. Die Mode hat die Bewegung und den Wunsch nach genderfreier Mode erkannt. In diesen Tagen scheint es also keine Farbe oder ein Accessoire zu sein, es ist die Universalität der Kleidung, die den Trend setzt. Marken bringen – in allen Facetten – Mode für Jedermann heraus und dabei sollte ganz klar sein, dass das „Mann“ ohne geschlechtlichen Bezug verstanden wird.

Das Berliner Label UY Studi0 eröffnete einen der ersten Online-Shops, bei denen nicht mehr nach Geschlecht, sondern nur noch nach Produkt-Art kategorisiert werden kann. Hier wird uns nicht mehr vorgespielt, dass das Produkt an uns so aussieht wie am Model und dass Kleider nur von Frauen getragen werden können. Die Kleidungsstücke wirken universell, passend zu der Andersartigkeit der Kunden. Geschlechterunabhängige Mode ist in Berlin schon lange angekommenen, da reicht ein Blick auf die Straßen in Mitte oder auf den Instagram-Feed von diversen Bloggern und Influencern. Allerdings verbinden immer noch viel zu viele nur die verschiedenen Figurtypen oder Körpergrößen mit dem Begriff Bodydiversity, dabei steckt so viel mehr dahinter.

Soziale Medien machen es vor

Menschen, die diesen Trend ausleben, finden immer mehr Zuspruch in den sozialen Netzwerken. Riccardo Simonetti ist, zumindest für die Berliner Szene, wohl eines der bekanntesten Gesichter aus diesem Bereich. Ein Mann, der es genießt Kleider zu tragen, der Pink als Farbe für sich entdeckt hat und dessen Haare die Mähne einiger Mädels bei weitem in den Schatten stellt. Seine Follower-Zahl auf Instagram wächst stetig und ein Grund, neben vielen anderen, könnte dabei durchaus das Ausleben eines nicht sozialdefinierten Lebens sein. Das faszinierende dabei ist: Die Mode zieht mit! Labels unterstützen Riccardo und erkennen das Potenzial in dem – von vielen der Gesellschaft unverstandenen – Influencer.

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Änderungen und Wandel in der Mode sind demnach ein stetes Phänomen, genderfreie Mode aber schon längst überfällig. Die Befreiung der Mode von jeglichen geschlechtsbezogenen Normen und Regeln kommt spät, aber Teile der Gesellschaft begrüßen sie mit offenen Armen. In der heutigen Zeit, wo Menschen sich nicht mehr nur über ihr biologisches Geschlecht definieren, ist auch Kleidung, die dies tut, nicht mehr angemessen. Die genderfreie Mode ist allerdings nicht nur ein Trend, sie ist eher eine politische Aussage, die sich nicht nur an den Körpern, sondern vor allem auch in den Köpfen der Menschen wiederfinden sollte.

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