Das Land Brandenburg disst Berlin in seinem neuen Imagefilm ordentlich

Brandenburg hat ja vor allem seit Rainald Grebes gleichnamigen Song nicht das beste Image. Mittlerweile zieht es aber immer mehr Berliner in das Nachbarbundesland, weil man zwischen Naturschutzgebiet und Getreidefeld so toll entspannen kann. Wir empfehlen selbst immer wieder schöne Ausflugsziele, denn ja, Brandenburg hat seine (temporären) Vorzüge.

Aber das Bundesland hat es mit seinem neu gewonnen Fame jetzt ein bisschen zu weit getrieben. Im neuen Imagefilm erzählt eine Frauenstimme von den freundlichen, immer lächelnden Nachbarn, der Sicherheit, die man hier genießt, und der Spontaneität der Menschen. Alles mit schwarz-weiß verwackelten Handkamerabildern, die Berlin zeigen, einer Stadt, in der man anscheinend täglich in den Krieg zieht, nur Smileys verschickt und nicht macht, was man will. Ganz im Gegensatz zu Brandenburg, denn wie heißt die Kampagne so schön: "Es kann so einfach sein."

Um meine Meinung zu dem Film kurz zu fassen: Ich schließe mich als jemand, die in  Brandenburg aufgewachsen ist, der Youtube-Nutzerin monikapocalips an: "Vor Langeweile tot umfallen kann so einfach sein."

Update 27.04.2018: Gegenwind bekommt die Imagekampagne des Landes nun vom Bündnis "Aufstand gegen Massentierhaltung". Mit einem gefälschten Webauftritt und einem Video kritisieren sie die Beschönigung der tatsächlichen Zustände in Brandenburg sowie fehlenden Umwelt-, Tier- und Klimaschutz in der Region. Auf der Website heißt es im Wording der ursprünglichen Kampagne zynisch:

"Es kann so einfach sein. Hier in Brandenburg leben wir nach diesem Motto. Kein anderes Bundesland macht es Investoren der Tierindustrie so einfach wie wir: lukrative Wirtschaftsstandorte mit zuvorkommenden Behörden und unkomplizierten Genehmigungsverfahren. Eine Landesregierung, die zivilgesellschaftlichen Protest einfach ignoriert. Eine Bevölkerung, die einfach mitmacht. Lieben Sie Brandenburg, es kann so einfach sein."

Das Video könnt ihr euch hier ansehen:

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