So leicht ist es, andere Berliner zu Weihnachten glücklich zu machen

© Kindness Dignifies

Zugegeben, es gibt bessere Jahreszeiten, um über die Welt nachzudenken als die ach so besinnliche Vorweihnachtszeit. Jahresziele müssen auf den letzten Drücker erreicht, Geschenke gekauft und die Weihnachts- und Feiertage durchgetaktet werden. Und dennoch besinne ich mich gerade in dieser von First World Problems geprägten Zeit darauf, wie gut es mir und meinen Lieben eigentlich geht. Damit einher geht bei mir seit einigen Jahren auch der Wunsch, etwas zurückzugeben. Nicht, weil ich ein schlechtes Gewissen oder Pflichtgefühle hege, sondern aus Dankbarkeit für meine Situation.

Den bekannten Wohltätigkeitsorganisationen etwas mehr zu spenden, als ich das ohnehin tue, war mir irgendwann jedoch zu unpersönlich und zu wenig greifbar. Für mich war klar, dass ich bei uns lokal etwas bewegen möchte. Der Bedarf in Berlin ist schließlich riesig und allgegenwärtig, durch die Flüchtlingswelle, Armut oder soziale Isolation im Alter. Eine Initiative die genau dies aufgreift und für die ich mich nun seit ein paar Jahren engagiere ist Kindness Dignifies.

© Kindness Dignifies
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Bring das ein, was du hast!

Das Besondere an dieser Initiative? Zum einen bringt sie den bedürftigen Menschen in meiner unmittelbaren Umgebung Wertschätzung entgegen, zum anderen bietet sie vielfältige Möglichkeiten, um sich einzubringen – je nachdem wie die persönlichen Lebensumstände, finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten gerade aussehen.

Einbringen kann man sich etwa, indem man an Weihnachtsfeiern für Geflüchtete teilnimmt, mit Senioren Zeit verbringt und mit ihnen für Weihnachten bastelt oder aber Geschenkkörbe zu Familien bringt, die unterhalb der Armutsgrenze leben. Wer es zu diesen Anlässen im hektischen Vorweihnachtstrubel zeitlich nicht schafft, kann im Vorfeld auch Plätzchen backen oder aber an mehreren Abenden Geschenkkörbe verpacken. Einen Überblick über die verschiedenen Angebote, mitsamt der Möglichkeit sich sie anzumelden, findet man auf der Webseite von Kindness Dignifies.

Und wem auch hierfür die Zeit fehlt, der kann dabei helfen, dass die zu verpackenden Geschenke zusammenkommen. Dies geschieht über eine Wunschliste, die ebenfalls auf der Webseite zu finden ist. Die dort abgebildeten Artikel können entweder persönlich vorbeigebracht oder aber über Amazon direkt an die hinterlegte Adresse geliefert werden. Gefragt sind sowohl Spielsachen für Geflüchtete, schlecht ausgestattete Kitas und Familien die unter der Armutsgrenze leben als auch Feinkost-Produkte, die sich viele dieser Menschen nicht leisten können und wollen.

© Kindness Dignifies
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Andere würdigen und ihnen ihre Würde zurückgeben

Ein zentrales Anliegen der Initiative ist es, keine Second-Hand-Artikel zu verschenken, sondern den Bedürftigen Wertschätzung entgegenzubringen, indem wir sie mit hochwertigen, liebevoll verpackten Produkten (seien es Spielzeug oder Lebensmittel) oder aber mit unserer Zeit – eben unserem Besten – unterstützen und sie durch unsere Freundlichkeit zu würdigen – und ihnen gleichzeitig ihre Würde zurückzugeben. Daher auch der Name “Kindness dignifies", Freundlichkeit gibt Würde. Dies zu erleben ist wiederum eine unbezahlbare, sehr motivierende Erfahrung, die einen gleichzeitig Demut lehrt.

Aber auch ganzen Organisationen und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bietet Kindness Dignifies die Möglichkeit, bei den sozialen Initiativen für Menschen in unserer Stadt mitzumachen. Auch hier geht es weniger um finanzielle Unterstützung, sondern darum, den Mitarbeitern die Freiräume zu geben, einzelne Projekte mit ihrem Talent und ihrer Zeit zu unterstützen – übrigens auch unabhängig von Weihnachten, das ganze Jahr über.

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