Der Film "Mein wunderbares West-Berlin" zeigt die Anfänge der queeren Bewegung in Berlin

© Odeta Catana
Man konnte ja mit so einer leicht Dauererregung durch West-Berlin laufen und eigentlich in jeder möglichen oder unmöglichen Situation Sex haben.
aus dem Film "Mein wunderbares West-Berlin"

Berlin ist die queere Hauptstadt Europa und hat seinen Status als solche erst am 30. Juni unter Beweis gestellt, als der Bundestag für die Ehe für alle abstimmte. In wohl keiner anderen Stadt kann man so offen und frei von allen Zwängen, Hierarchien und Klassen mit- und nebeneinader leben. Vor allem die Partyszene bietet Menschen aller Herkunft und sexuellen Ausrichtung Möglichkeiten der Entfaltung. Und besonders im West-Berlin der 1970er Jahre liegen diese Ursprünge, denen der Filmemacher Jochen Hick mit dem Film "Mein wunderbares West-Berlin" nachspürt.

So offen und frei wie sich Berlin heute gibt, war es aber lange nicht. Auch wenn schon in den 70er Jahren exzessiv gefeiert wurde, so stellte der Paragraf 175 sexuelle Handlungen unter Männern unter Strafe und wurde erst 1994 aufgehoben. Neben vielen Archivaufnahmen kommen so auch Zeitzeugen mit persönlichen und schmerzhaften Erzählungen zu Wort, darunter unter anderem Frisör Udo Walz, Sängerin Romy Haag, Visagist René Koch, Teddy-Gründer Wieland Speck und Filmemacher Rosa von Praunheim.

Der Film feiert auf der Berlinale Premiere und läuft derzeit unter anderem im Kant Kino, im Rollberg Kino und in den Hackeschen Höfen.

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